Der Beginn eines neuen Tages von Heidrun Hurst

Buchvorstellungund Rezension

Der Beginn eines neuen Tages von Heidrun Hurst

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Der Beginn eines neuen Tages“,, 320 Seiten.ISBN 3842923082.

»Der Beginn eines neuen Tages« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

Kurzgefasst:

Inmitten der zermürbenden Gefechte des Dreißigjährigen Krieges erhält Jakob die Nachricht, dass Elisabeth geheiratet hat. Magdalena sieht endlich ihre Chance gekommen, den jungen Söldner für sich zu gewinnen. Bei einer günstigen Gelegenheit gelingt den fünf Freunden die Flucht. Nach einigen Umwegen erreichen sie Straßburg, wo Jakob seine Schwester Bärbel wiedertrifft. Diese stellt ihm eine Frage, woraufhin sich Jakob entscheiden muss: Elisabeth oder Magdalena? Die Wahl ist für Jakob klar, doch kurz vor dem Ziel holt ihn seine Vergangenheit ein: Sein Schicksal scheint endgültig besiegelt ...

Das meint Histo-Couch.de: „Gelungener Abschluß einer innovativen Trilogie“89Treffer

Rezension von Daniela Loisl

Deutschland zur Zeit des 30jährigen Krieges. Immer noch muss Jakob mit seinen Freunden den harten Alltag des Soldatenlebens erdulden und immer noch hofft er, eines Tages zurück zu Elisabeth zu kommen, um sie endlich heiraten zu können. Da erhält er die Nachricht von Elisabeths Heirat mit seinem größten Feind – Andreas. Magdalena indes liebt Jakob und versucht mit allen Mitteln ihn für sich zu gewinnen und Jakob ist bewusst, dass es wohl vernünftiger wäre, sich Magdalena zuzuwenden und seinen Traum mit Elisabeth eine Familie zu gründen, endgültig zu vergessen.

Einstweilen lebt Elisabeth unglücklich an Andreas’ Seite, der sie mehr als Besitz denn als eine mündige Frau ansieht&

Einblicke ins kriegerische Alltagsleben

Der dritte Band schließt unmittelbar an den Vorgänger an und Heidrun Hurst bleibt auch in diesem Buch erzählerisch auf demselben Niveau, welches das Lesevergnügen trotz der realistisch tragischen Geschehnisse des Krieges nicht mindert. Gewährt die Autorin dem einen oder anderen Leser möglicherweise zu viel Einblick ins politische Geschehen der damaligen Zeit, so unterstreicht sie damit dennoch die ganze Dramatik zerbrochener Träume und Hoffnungen aufgrund des wütenden Krieges, der unzählige Opfer fordert und die Überlebenden nicht nur in einer landschaftlichen, sondern auch in einer seelischen Wüste zurück lässt.

Hurst nimmt kein Blatt vor den Mund und zeichnet die entsetzlichen Folgen des Soldatenlebens in einem großen Tross, das nicht nur im direkten Kampf Tote fordert, ungeschönt und realitätsbezogen. Hunger, Krankheiten und nur mit dem Notwendigsten versorgt, entschied letztendlich Glück oder Unglück über das Leben oder den Tod tausender Soldaten. Der Leser ist hautnah dabei, wenn Figuren von unheilbaren und schrecklichen Krankheiten betroffen sind oder im Kampf schwere Verletzungen davontragen, wie der Verlust einer Hand oder eines Beines.

Starke Figurencharakterisierung

Den Großteil der Darsteller kennt man ohnehin aus den ersten beiden Bänden, weshalb man sich im aktuellen Leben der jeweiligen Figur schnell wieder zurechtfindet. Ob Bärbel und Sebastian, die in den schweren Zeiten auch zu kämpfen haben, um all die Waisenkinder, die sie aufgenommen haben, durchzubringen, ob Magdalens nachvollziehbares, aber dennoch unkorrektes Handeln oder Jakobs Freunde, allen Darstellern hat die Autorin auf sehr feinfühlige Weise Leben eingehaucht, sodass jeder seine Stärken und Schwächen hat und mit Schicksalsschlägen anders umgeht.

Figuren gibt es in dieser Trilogie jede Menge, aber durch den geschickt gezogenen roten Faden, den Heidrun Hurst durch ihre Erzählung gezogen hat, kommt es nie zu Verwechslungen oder gar Irritationen, wie die einzelnen Personen zu einander stehen. Die subtil dargestellte Entwicklung vom Kind zum jungen Erwachsenen wird bei den beiden Protagonisten Bärbel und Jakob natürlich besonders deutlich, wenngleich Hurst auch ihre Nebenfiguren nie zur Seite geschoben hat, sondern sie mit ebenso viel Liebe zum Detail zeichnete.

Man darf die Trilogie um Die Kinder des Bergmanns als absolut gelungen bezeichnen. Erwähnenswert ist dies auch insofern, weil historische Romane von vielen anspruchsvollen Lesern – mit einem leichten Naserümpfen als seicht und nur dem allgemeinen Mainstream angepasst – verächtlich zur Seite geschoben werden. Heidrun Hurst zeigt, dass gute Unterhaltung auch auf einem Level stattfinden kann, der sich wohltuend von der Masse dieses Genres abhebt, und sich dennoch leicht und flüssig lesen lässt.

Man darf nun gespannt sein, was die Autorin als nächstes in Angriff nimmt.

Ihre Meinung zu »Heidrun Hurst: Der Beginn eines neuen Tages«

wampy zu »Heidrun Hurst: Der Beginn eines neuen Tages«26.07.2015
Buchmeinung zu Heidrun Hurst – Der Beginn eines neuen Tages

„Der Beginn eines neuen Tages“ ist ein historischer Roman von Heidrun Hurst, der 2015 bei mediaKern als Taschenbuch erschienen ist. Es ist der abschließende Band der Trilogie um die Kinder des Bergmanns.

Klappentext:
Inmitten der zermürbenden Gefechte des Dreißigjährigen Krieges erhält Jakob die Nachricht, dass Elisabeth geheiratet hat. Magdalena sieht endlich ihre Chance gekommen, den jungen Söldner für sich zu gewinnen. Bei einer günstigen Gelegenheit gelingt den fünf Freunden die Flucht. Nach einigen Umwegen erreichen sie Straßburg, wo Jakob seine Schwester Bärbel wiedertrifft. Diese stellt ihm eine Frage, woraufhin sich Jakob entscheiden muss: Elisabeth oder Magdalena? Die Wahl ist für Jakob klar, doch kurz vor dem Ziel holt ihn seine Vergangenheit ein: Sein Schicksal scheint endgültig besiegelt.

Cover:
Das Cover ist sehr gelungen und passt sehr gut zum Buch. Es wirkt einfach und erinnert mich an eine Schmuckzierleiste.

Meine Meinung:
Dieses Buch kann auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände problemlos gelesen werden, trotzdem würde ich empfehlen, die Trilogie in Erscheinungsreihenfolge zu geniessen.
Im Abschluss der Trilogie zeigt die Autorin wiederum ihre Stärken. Wie kaum eine andere Autorin hat sie ein Talent für die Auswahl und Beschreibung alltäglich wirkender Szenen, die trotzdem das Leben und Leid der Personen prägnant und eindrucksvoll kennzeichnen. Man hat den Eindruck, live vor Ort zu sein und spürt die Härte, mit der die Menschen vom Hunger und vom Krieg getroffen wurde. Die alltägliche Gefahren sind immer gegenwärtig, die nicht nur den Soldaten, sondern auch der Zivilbevölkerung drohen. Bezeichnend ist die Darstellung, das die Soldaten nicht für ehre Ziele kämpfen, sondern nur noch, um zu überleben. Und wenn es sich ergibt werden auch die Seiten gewechselt. Auch für die Bevölkerung ist vollkommen unwichtig, welche Truppen die Vorräte klauen und die Leute terrorisieren. Das Leid ist für die Menschen immer gleich.
Am Buchende gibt es eine Liste der Worterklärungen, ein Quellenverzeichnis und ein Nachwort, in dem Geschichte und Historie zusammengeführt werden. Durch die pure Nennung von Kennzahlen (Geburten, Hochzeiten und Todesfälle) wird hier unmißverständlich deutlich, wie der 30-jährige Krieg im Umfeld von Straßburg gewirkt hat.
Leider hat dieses Buch für mich einen dicken Minuspunkt und das ist das Ende, dass jedem Bollywoodfilm Ehre erweisen würde.

Fazit:
Mir hat das Buch bis kurz vor Ende wunderbar gefallen, aber das Ende ist definitiv nicht meins. Trotzdem reicht es locker für vier von fünf Sternen. Wer das Ende mag, wird ein unvergleichliches Leseerlebnis geschenkt bekommen!
Susanne Degenhardt / Smilla507 zu »Heidrun Hurst: Der Beginn eines neuen Tages«09.07.2015
„Der Beginn eines neuen Tages“ ist der dritte Band um die Bergmannskinder Jakob und Bärbel. Ich war sehr gespannt, wie es mit ihnen an den unterschiedlichen Handlungsorten weitergehen würde. – Wer die ersten beiden Bände noch nicht kennt, sollte nun besser aufhören zu lesen, denn sonst geht einiges an Spannung verloren. ;)

Das gesamte Reich ist von marodierenden und plündernden Soldaten ausgeblutet, jeder kämpft im Dreißigjährigen Krieg mehr oder weniger ums Überleben – sei es im Kampf oder daheim auf dem eigenen Bauernhof:

Jakob befindet sich nach wie vor im Tross des Schwedischen Heeres. Er ist mit Magdalena liiert, kann sich aber nicht richtig auf ihre Liebe einlassen. Immer noch spukt ihm Elisabeth durch den Kopf und seine Träume.

Auch Elisabeth kann Jakob nicht vergessen. Ihre Ehe mit Andreas ist alles andere als rosig. Auf Nahrungssuche wird der Hof der Selzers mehrmals von plündernden Soldaten heimgesucht. Die Soldaten sind nicht zimperlich, nehmen sich, was sie in die Finger bekommen können - nicht nur Lebensmittel und Gegenstände. Sie vergreifen sich gerne auch an Frauen. Durch eine List können Elisabeth und Andreas ein wenig Geld, Samen und Vieh vor ihnen verstecken, doch sie müssen trotz allem mit dem Wenigen, das ihnen bleibt, ums Überleben kämpfen.

In Straßburg bricht das Waisenhaus aus allen Nähten. Sebastian und seine Frau Bärbel wissen kaum noch, wie sie all die Kinder unterbringen sollen. Sebastian hadert außerdem mit dem Tod einiger Schützlinge. Warum lässt Gott zu, dass manche Menschen geheilt werden und manche nicht? In dieser schweren Zeit steht auch noch plötzlich die Abendrotin vor der Tür und fordert, dass ihre Enkelin Marie zu ihr ziehen solle. Eines Tages erfährt Sebastian von seiner Nachbarin, dass diese das Nachbarhaus verkaufen möchte, am Liebsten an ihn. Das wäre die Antwort auf ihr Platzproblem. Allerdings können sie sich ein weiteres Haus einfach nicht leisten...

Ich fand es faszinierend zu lesen, welche Überlebensstrategien die Romanfiguren in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen entwickelten. Jeder einzelne Erzählstrang hat seine eigene Spannung und es fiel mir zunehmend schwerer, das Buch aus der Hand zu legen. Als Leser erfährt man viel Hintergrundwissen über das damalige Leben und die Kriegshandlungen. Dabei wird das Lesen allerdings niemals langweilig, wie man das von manchen historischen Romanen kennt.

Besonders interessierte mich ja, wie es für Jakob und Elisabeth ausgehen würde. Ich möchte das natürlich nicht verraten, aber man sollte sich auf ein total spannendes Ende gefasst machen! Das Abschiednehmen von allen Romanfiguren fiel mir dann auch sehr schwer, da sie mir so ans Herz gewachsen waren.

Wenn mich jemand fragen würde, welcher der drei Bände der beste wäre, müsste ich sagen: Alle drei Bände sind Meisterwerke! Selten habe ich eine Trilogie gelesen, die durchweg fesselnd geschrieben ist! Heidrun Hurst hat einen sehr flüssigen und bildhaften Schreibstil; sie zeichnet die Szenen wie ein Maler ein Gemälde. Der Glaube an Gott wird unaufdringlich aber immer passend zur Lebenssituation eingewoben, was den Romanen noch mehr Tiefe verleiht.

Im Anhang befindet sich wieder ein Glossar, welches einige Begriffe erklärt. Diese sind im Text übrigens kursiv gedruckt, sodass man gleich weiß, dass man dieses Wort im Buch hinten nachschlagen kann.

Heidrun Hursts Romane sind ein Garant für spannende Lesestunden. Wer historische Romane mag und ihre Romane noch nicht gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen! Ich freue mich jedenfalls auf weitere Romane aus ihrer Feder, für mich sind sie mittlerweile zu einem „Must-Read“ geworden!
Ihr Kommentar zu Der Beginn eines neuen Tages

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.