Hans Joachim Schädlich

Der Schriftsteller Hans Joachim Schädlich kam 1935 in Reichenbach im Vogtland zu Welt und ging dort auch zur Volksschule. Nach höheren Schulen in Bad Saarow und Templin führte ihn sein Studium der Germanistik und Linguistik 1954 bis 1959 an die Humboldt-Universität nach Berlin und Leipzig, wo er 1960 promovierte. Von 1959 bis 1976 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der DDR in Ost-Berlin.

Ende der Sechzigerjahre begann er mit Texten, deren literarische Qualität zwar gewürdigt wurde, die von der DDR-Zensur aber wegen ihrer Kritik an den Zuständen im Land abgelehnt und daher nicht veröffentlicht wurden. So wurde seine einzige Öffentlichkeit private Zusammenkünfte, an denen Schädlich ab 1974 teilnahm und die von Günter Grass initiiert worden waren.

Nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns im Jahr 1976 unterzeichnete er den Protest der DDR-Autoren dagegen mit und war seitdem zunehmen den Schikanen durch staatliche Stellen ausgesetzt. Er wurde seines Postens an der Akademie in Ost-Berlin enthoben und konnte nur noch als freier Übersetzer arbeiten. Durch Grass wurden seine Texte ab 1977 im westdeutschen Rowohlt-Verlag veröffentlicht, und der Druck auf ihn wurde in der DDR immer größer. Im Dezember 1977 wurde schließlich seinem Ausreiseantrag stattgegeben und der konnte nach Westdeutschland nach Hamburg übersiedeln.

1979 zog er nach West-Berlin, wo er immer noch lebt. Zunächst fand er sich im Westen nicht gut zurecht, und so erschien erst 1984 seine erste Prosasammlung Irgend etwas irgendwie als erste Veröffentlichung nach der Übersiedlung. 1986 folgte sein erster Roman Tallhover 1992 sein Roman Schott.

Anfang 1992 war Schädlich einer der ersten in der DDR verfolgten Künstler, die in der Gauck-Behörde Einsicht in ihre Stasi-Akten nahmen. Hieraus erfuhr er, dass sein älterer Bruder Karlheinz über ihn und andere Personen, darunter Günter Grass, Informationen gesammelt und Berichte geschrieben hatte. Noch im gleichen Jahr arbeitete er die Beziehung zu seinem Bruder in der Erzählung Die Sache mit B. auf. Neben seinen Romanen hat er auch viele Erzählungen in Sammlungen veröffentlicht.

Für seine Veröffentlichungen ist er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, darunter den Rauriser Literaturpreis 1977, den Marburger Literaturpreis 1986, den Heinrich-Böll-Preis 1992, den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2007 und 2011 den Joseph-Breitbach-Preis. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und war bis 1996 auch Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland, trat aber im Zuge der Auseinandersetzungen der Zusammenlegung der Ost- und Westdeutschen Sektionen aus.

Hans Joachim Schädlich ist Vater eines Sohnes und zweier Töchter, von denen eine die Kuratorin Anna Schädlich ist, die andere Tochter Susanne Schädlich ebenfalls wie er Schriftstellerin ist.

Historische Romane von Hans Joachim Schädlich:

Weitere Romane von Hans Joachim Schädlich:

  • (1980) Der Sprachabschneider (mit Amelie Glienke)
  • (1992) Schott
  • (1992) Die Sache mit B.
  • (1998) Trivialroman
  • (2003) Anders