Jakob der Flösser von Hans-Henrik von Köller

Buchvorstellungund Rezension

Jakob der Flösser von Hans-Henrik von Köller

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Jakob der Flösser“,, 440 Seiten.ISBN 3939540781.

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Kurzgefasst:

Im 16. Jahrhundert: Schon als kleiner Junge kommt der Waise Jakob Hassler in die Obhut des Schwarzwälder Hauptschiffers Ridinger. Kaum volljährig übernimmt er die Leitung einer riskanten Flößer-Fahrt auf dem Rhein. Schnell gerät er in einen Strudel aus Macht, Missgunst und Intrigen. In großer Gefahr, trifft er eine folgenschwere Entscheidung, die sein weiteres Leben prägen wird.

Das meint Histo-Couch.de: „Aus dem Leben eines Flössers im Schwarzwald“85Treffer

Rezension von Karin Speck

Der Schwarzwald im 16. Jahrhundert, hier wächst Jakob Hassler auf. Er wird schon als kleiner Junge zum Waisenkind. Aus Mitleid und weil er sich davon Profit verspricht, nimmt der Hauptschiffer Ridinger den Jungen bei sich auf. Jakob wird als Flösser ausgebildet und darf schon sehr früh auf seine erste große Fahrt gehen. Der Rhein nimmt ihn mit auf eine weite Reise und eigene Entscheidungen seinerseits sorgen dafür, dass sein Leben in eine Richtung verläuft, die er so wohl nicht erwartet hätte. Aus dem Waisenkind wird ein Mann, der sich durchzusetzen weiß.  

Eine rasante Rheinfahrt und ein aufregendes Leben

Hans-Henrik von Köller nimmt seine Leser mit auf eine rasante Fahrt auf dem Rhein. Es geht durch den Schwarzwald bis nach Holland. Erzählt wird hier die Lebensgeschichte eines Jungen, der eigentlich am Ende der Hierarchie steht. Jakob als Waisenkind hat nicht viel vom Leben zu erwarten. Umso glücklicher kann er sich schätzen, dass er die Chance bekommt, ein richtiger Flößer zu werden. Die Wandlung, die sein Leben dann nimmt, hätte wohl niemand so erwartet, aber trotzdem klingt es nicht unglaubwürdig, sondern eher schlüssig und nachvollziehbar.

In kleinen Nebenschauplätzen erzählt der Autor davon, wie es den Jungen aus dem Dorf von Jakob ergangen ist. Auch ihr Leben und wie es verlaufen ist, wird geschildert. Köller zeigt auf, wie schwierig und hart das Leben für die Menschen war. Mit Hilfe von Kaitan Dehmel erzählt er zum Beispiel, wie schnell man den falschen Weg einschlagen konnte. Die einzelnen Schicksale der Protagonisten zusammen ergeben ein authentisches Bild der Zeit aus dieser Region des Schwarzwaldes. Der Erzählstil ist dabei angenehm zu lesen, und vor allem nicht zu modern gehalten. Dem Leser stellt sich das Gefühl ein, den Protagonisten über die Schulter zu schauen und irgendwie dabei zu sein.

Ein Protagonist mit Ecken und Kanten

Der Charakter des Jakob ist Köller gelungen. Immer wieder schildert Köller davon, wie Jakob sich sein Leben vorstellte, welche Zweifel er hatte und wie er versucht sie zu überwinden und für sich und seine Leute das Beste herauszuholen. Dabei wird Jakob aber nicht auf ein Podest gesetzt. Er macht auch Fehler, Fehler, die der Leser ihm sicherlich verzeiht.

Ein Personenregister zu Beginn sorgt für den nötigen Überblick und klärt auch schon auf, wer von den Protagonisten historisch belegt ist und wer reine Fiktion. Ein Glossar zum Schluss klärt noch die zahlreichen fremden Begriffe, nur ein Nachwort gibt es hier leider nicht. Schade, zu erfahren, woher der Autor die Idee zu dem Buch genommen hat, wäre sicher interessant gewesen.

Zwar ein fiktives Schicksal, dafür aber glaubwürdig

Jakob der Flösser ist ein historischer Roman, der aus dem Leben des Schwarzwaldes im 16. Jahrhundert erzählt. Er ist authentisch und erzählt von diesem Schlag Menschen auf eine Weise, die einen einfach nicht loslässt. Nicht nur der Fluß reisst einen mit, sondern auch der Erzählstil des Autors. Das Leben von Jakob Hassler mag fiktiv sein, sein Schicksal könnte sich aber durchaus so abgespielt haben. Hans-Henrik von Köller ist es gelungen, ein glaubwürdiges Leben zu schildern.

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