Der letzte Traum des Pharao von Hanns Kneifel

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Der letzte Traum des Pharao von Hanns Kneifel

Originalausgabe erschienen 1996unter dem Titel „Der letzte Traum des Pharao“,, 559 Seiten.ISBN 3795113938.

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Kurzgefasst:

Ägypten um 1900 vor Christus, unter der zwölften Dynastie: Der Bronzehändler Karidon hat sich durch seine Spionagetätigkeit für Pharao Chakaura, mit dem ihn eine tragische Freundschaft verbindet, erbitterte Feinde geschaffen. Fürst Anatnetish, der durch Karidon Macht und Reichtum verloren hat, trachtet ihm und seiner Geliebten nach dem Leben. Sorgfältig wird der Anschlag vorbereitet. Karidon selbst ist unterdessen auf der Suche nach den wertvollen Zinnhäfen. Die Reise führt den furchtlosen Kapitän über die Grenzen der den Ägyptern damals bekannten Welt hinaus.

 

Ihre Meinung zu »Hanns Kneifel: Der letzte Traum des Pharao«

Heinz F. Schöller zu »Hanns Kneifel: Der letzte Traum des Pharao«03.10.2010
Vor der Lektüre von Hanns Kneifels „Der letzte Traum des Pharao“ empfiehlt es sich, noch einmal einen intensiveren Blick in den „Bronzehändler“ (1994) zu werfen, denn Hanns Kneifel knüpft nahtlos an die dort erzählten Begebenheiten an. Im Mittelpunkt des um 1900 vor Christus angesiedelten Geschehens steht wieder Karidon, jener kretische Kapitän, der im Auftrag des ägyptischen Pharaos Chakaura auf dem Hapi (Nil) und dem „Großen Grünen“ (Mittelmeer) unterwegs ist, um die Materialien heranzuschaffen, die für den Bestand des Reiches von entscheidender Bedeutung sind: Bronze und Zinn.

An der Seite Karidons begegnet dem Leser die schon aus dem „Bronzehändler“ bekannte Besatzung der „Auge der Morgenröte“, ein beinahe liebenswerter Haufen unterschiedlichster Charaktere mit den verschiedensten Stärken und Schwächen; im Hintergrund Jehoumilq, Karidons Ziehvater, der sich inzwischen auf seinen kretischen Altersruhesitz zurückgezogen hat und Karidons Fahrten mit guten Wünschen und Ratschlägen begleitet. Und dann ist da noch Fürst Anatnetish, der durch Karidons im „Bronzehändler“ geschilderte Spionagetätigkeit für den Pharao Reichtum und Macht verloren hat; er trachtet Karidon nach dem Leben…

Kneifels Protagonist Karidon ist – gemessen an der Lebenserwartung der damaligen Menschen – nicht mehr der Jüngste. Und so nehmen seine Gedanken, sein Fragen und Zweifeln in Kneifels Buch einen breiten Raum ein - einen zu breiten Raum, mag derjenige empfinden, der vordergründige Aktion bevorzugt. Mit seinen Grübeleien befindet sich Karidon in bester Gesellschaft: Auch Pharao Chakaura, mit dem ihn ein Stück gemeinsamer Vergangenheit verbindet, beschäftigt sich angesichts seines desolaten Gesundheitszustandes mit Anfragen an seine Existenz. Beide Männer blicken, so würde Karidon formulieren, „ins Kielwasser ihres Lebens“. Und es sind Träume, die ihre (vermutlich letzten) Lebensjahre entscheidend prägen: Karidon will die geheimnisumwitterten Zinnhäfen entdecken, und Chakaura träumt von einer Reise ins sagenhafte Gold- und Weihrauchland Punt. Beide Träume sollen in Erfüllung gehen. Aber bis dahin müssen gefahrvolle Wege zurückgelegt und schmerzhafte Schicksalsschläge in Kauf genommen werden…

Wie schon im „Bronzehändler“ und in seinen anderen historischen Romanen gelingt es Hanns Kneifel, ein in sich stimmiges Bild einer frühen Epoche der Menschheitsgeschichte zu zeichnen. Der Leser wird mit hineingenommen in das Leben der Menschen jener Zeit. Und vielleicht sind es gerade die vielen, beinahe alltäglichen Details, die den Reiz seiner Erzählweise ausmachen - wenn auch stellenweise der Eindruck aufkommen mag, dass sich manche Sequenz wiederholt (z. B. die Schilderung, wie Karidons Schiff be- und entladen wird). Streng dosiert gibt es auch „action“, aber offensichtlich stehen bei Hanns Kneifel die Menschen im Vordergrund – Menschen, die an ihre Grenzen stoßen, Menschen, die nach ihrer Bestimmung, nach der Macht der Götter ihrer Zeit fragen.
Wer das Buch unter diesem Blickwinkel zur Hand nimmt, und wer darüber hinaus Hanns Kneifels mitunter eigenwilligen Stil mag – dem sei „Der letzte Traum des Pharao“ wärmstens empfohlen.
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