Der Engel der Apokalypse von Hanns Kneifel

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Der Engel der Apokalypse“,, 448 Seiten.ISBN 3-404-16406-7.

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Kurzgefasst:

Lucca, Italien, 1499. In seinem Palazzo liest Desiderio Montfalcone das Buch der Prophezeiungen. Es verspricht allen, die auf den nahenden Weltuntergang vor­bereitet sind, eine zweite Geburt. Aus diesem Grunde plant Desiderio ein alchimistisches Werk: einen gewaltigen Engel, gekrönt mit dem lebenden Haupt einer Frau. Einer Frau wie Caterina, der Geliebten des jungen Bronzegießers Sandro.

 

Ihre Meinung zu »Hanns Kneifel: Der Engel der Apokalypse«

Heinz F. Schöller zu »Hanns Kneifel: Der Engel der Apokalypse«03.10.2010
Zugegeben - ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich in diesen neuen historischen Roman von Hanns Kneifel eingelesen hatte, was aber auch daran liegen mag, dass Zeit und Ort der Handlung (Norditalien des ausgehenden 15. Jahrhunderts) für mich literarisches Neuland waren. Und ungefähr ebenso lange, wie ich brauchte, um einen Zugang zu diesem Buch zu finden, benötigte nach meinem Empfinden die Handlung, um „Fahrt aufzunehmen“.

Hanns Kneifels Protagonist ist der junge Bronzegießer Sandro. Die eigentliche Hauptperson agiert jedoch eher im Hintergrund des Geschehens: Desiderio, ein steinreicher Adliger mit einer tragischen Vergangenheit, konstruiert mit immensem technischen Aufwand eine riesige Engelfigur, um sich auf den Weltuntergang vorzubereiten, der in alten Schriften für die Nacht auf den 1. Januar 1500 vorhergesagt wurde. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Jäger, der jeweils zur Winter- und Sommersonnenwende junge Frauen tötet und damit für die Thriller-Elemente des Romans sorgt.

Was mich unabhängig von der vordergründigen Handlung dieses ungewöhnlichen Romans fasziniert hat, ist der Detailreichtum, mit dem Hanns Kneifel kenntnisreich die Lebensumstände und den Alltag der Menschen jener Zeit und jener Region schildert. Für meinen Geschmack hochinteressant sind auch seine plastischen Beschreibungen der Kunst des Bronzegießens.

Wie schon in den anderen historischen Romanen dieses Autors bleibt der Eindruck eines gründlich recherchierten und in sich stimmigen Szenarios, in dem Menschen aus Fleisch und Blut agieren.
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