Gottfried von Straßburg

Gottfried von Straßburg war einer der bekanntesten mittelhochdeutschen Dichter. Da es zu dieser Zeit generell nicht üblich war, Biographien über Dichter oder andere Berühmtheiten zu verfassen, ist über Gottfried nicht viel Sicheres bekannt. Geboren wurde er wahrscheinlich um das Jahr 1180, über seine Herkunft ist nichts überliefert. Allerdings war er wohl kein Ritter, sondern eher Geistlicher oder ein bischöflicher oder städtischer Beamter.

Sein Versepos Tristan und Isolde entstand wohl zwischen den Jahren 1205 und 1215, er starb vor der Vollendung um das Jahr 1215. Der Versroman war auf ca. 30.000 Verse angelegt, wobei Gottfrieds Erzählung mit Vers 19548 endet. Ergänzt wurde der Roman schließlich von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg.

Gottfried von Straßburg war Zeitgenosse der großen Dichter Hartmann von Aue, Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide. Gottfrieds Erzählstil ist allerdings eher weltlich angelegt und schildert das mittelalterliche Minnesystem als Konflikt zwischen Liebe und Politik. Das Vorbild für Gottfrieds großes Versepos waren wahrscheinlich Fragmente aus dem Werk von Thomas von der Bretagne, der eine alte keltische Sage bearbeitet hatte. Gottfried hat sein Werk original in alemannischer Sprache verfasst, heutige Übertragungen sind in hochdeutsch verfasst und daher dem heutigen Auge und Verständnis angepasst.

Neben Gottfrieds großem Versroman Tristan und Isolde finden sich unter seinem Namen auch einige lyrische Gedichte in der Manessischen Liederhandschrift (Codex Manesse) aus dem 14. Jahrhundert.

Historische Romane von Gottfried von Straßburg: