Das Lied vom Schwarzen Tod von Gerit Bertram

Buchvorstellungund Rezension

Das Lied vom Schwarzen Tod von Gerit Bertram

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Das Lied vom Schwarzen Tod“,, 512 Seiten.ISBN 3-7645-0439-0.

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Kurzgefasst:

Nürnberg, 1522. Nachdem ihre Eltern der Pest zum Opfer fielen, wird Anna in einem Kloster eingesperrt. Unterdessen schließt sich ihr Bruder Sebastian einer Bruderschaft an, deren Anführer Pankratius Erlösung verspricht. Als Anna die Flucht endlich gelingt, macht sie sich auf die Suche nach ihm  doch Nürnberg ist in diesen Tagen wie im Fieber. Weltuntergangsprediger verkünden das nahe Ende, und Pankratius’ Anhänger machen Jagd auf alle, die mit Luthers Lehren sympathisieren. Auch auf den Buchmaler, bei dem Anna Zuflucht gefunden hat &

Das meint Histo-Couch.de: „Zwei Waisenkinder und die Pest im 16.Jahrhundert“75

Rezension von Karin Speck

Anna und ihr Bruder Sebastian Stäubling leben in Nürnberg des Jahres 1522. Ihre Eltern sind während der Pest gestorben und der Onkel, bei dem die beiden zunächst leben, will sie los werden. Anna wird zunächst in ein Kloster abgeschoben und Sebastian in eine Lehre gesteckt. Doch Anna flieht aus dem Kloster, denn sie will keine Nonne werden. Sie macht sich auf die Suche nach dem geliebten Bruder. Der jedoch ist bei seinem Lehrherren in Ungnade gefallen und entlassen worden. So leben nun beide getrennt voneinander in Nürnberg ihr Leben. Anna findet zunächst Zuflucht bei dem Buchmaler Korbinian Dietl und Sebastian hat sich dem Weltuntergangsprediger Pankratius angeschlossen.

Nürnberg, Albrecht Dürer und ein Buchmaler

Der einfache Erzählstil von Gerit Bertram erlaubt ein zügiges Lesen und so fliegen die Seiten nur so dahin. Allerdings ist die Handlung überschaubar und birgt nicht viele Überraschungen, jedenfalls was die erste Hälfte der Geschichte betrifft. Anna und ihr Bruder geraten zwar oft in Schwierigkeiten, aber immer ist jemand zur Stelle, der ihnen weiterhilft und Trost und Zuwendung gibt. Erst im letzten Drittel nimmt die Handlung an Fahrt auf und wird spannend.

Nur die Lebensgeschichte von Anna für sich genommen ist interessant und gut erzählt. Ein authentisches Bild dieser Zeit entsteht. Sie erlebt einiges in Nürnberg. Bertram schildert die Lebensumstände und Gegebenheiten der Stadt eindrucksvoll und ein genaues Bild von Nürnberg im 16. Jahrhundert entsteht. Annas Gönner hat obendrein gute Kontakte zu den Oberen der Stadt. Unter anderem hat so auch Albrecht Dürer den Weg in diese Geschichte gefunden. Die Begegnung mit ihm ist wunderbar in die Geschichte um Anna eingebettet. Sie wird glaubhaft geschildert und gewährt einen kleinen Einblick in das Leben des berühmten Nürnberger Malers.

Der Glaube, die Pest und ein fanatischer Prediger

Ein weiteres großes Thema ist nicht nur die Pest, sondern vor allem der gespaltene Glaube dieser Zeit. Der Prediger Pankratius, der alles verabscheut, was mit der neuen Lehre des Martin Luther zu tun hat, wird zum großen Gegenpol der Geschichte. Pankratius wird als Fanatiker geschildert, der alles und jeden vernichtet, der sich nicht seiner Meinung anschließt und danach handelt. Für Anna und ihren Bruder eine echte Herausforderung.

Mit dem Titel Das Lied vom schwarzen Tod verbindet man vermutlich sofort eine spannende Geschichte um und über die Pest. Nicht jedoch hier. Die Pest ist zwar auch Thema, so wird das Leben von Anna und ihrem Bruder vor dem Hintergrund dieser Krankheit geschildert, aber nicht der Leidensweg, den Kranke zu gehen haben, sondern mehr der Glaube, den die Menschen mit dieser Krankheit verloren haben und wie Prediger wie Pankratius sich dies zunutze machten. Dies wird aber durchaus nachvollziehbar und interessant geschildert.

Die Aufmachung dieses Taschenbuchs ist auch gelungen. Gleich zu Beginn steht ein Personenregister, wo nicht nur die Protagonisten vorgestellt werden, zudem sind die historisch belegten Personen auch noch gekennzeichnet. Am Ende klärt ein Glossar die fremden Begriffe und ein Nachwort gibt Auskunft über Fiktion und Wahrheit.

Nette Unterhaltung 

Das Lied vom schwarzem Tod liest sich leicht und flüssig und sorgt somit für angenehme Unterhaltung. Auch wenn die Geschichte um Anna und ihren Bruder zeitweise etwas vor sich hinzuplätschern scheint, so ist es doch angenehmer Lesestoff für zwischendurch.

Ihre Meinung zu »Gerit Bertram: Das Lied vom Schwarzen Tod«

LettersFromJuliet zu »Gerit Bertram: Das Lied vom Schwarzen Tod«14.10.2014
Meine Meinung

Auch wenn ich eigentlich erst mal keine historischen Romane mehr lesen wollte, weil ich davon in letzter Zeit einfach zu viele gelesen habe, dieses Buch musste einfach sein. Es spielt in Nürnberg und ich liebe diese Stadt. Meine Omi lebt immer noch da und so habe ich Nürnberg schon sehr oft besucht. Gerade die vielen alten Gebäude und die Geschichte, die man an manchen Stellen noch spüren kann, haben es mir angetan.
Ich konnte mit den Charakteren durch die Gassen gehen und wusste ganz genau wo sie gerade waren – Lorenzkirche, Albrecht Dürer Haus oder auch der Hauptmarkt. Die jenigen, die noch nicht in dieser Stadt waren, werden sich die Umgebung aber gut vorstellen können, denn Gerit Bertram verwendet diesbezüglich einen sehr bildhaften Schreibstil.
Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich mir die Handlung etwas anderes vorgestellt hatte. Auf Grund des Titels, hatte ich erwartet, dass die Pest eine große Rolle spielen würde. Dem ist überhaupt nicht so, denn letztendlich geht es eher um die Auswirkungen der Pest, durch die u.a. Anna und Sebastian ihre Eltern verloren haben.
Das Autorenduo Gerit Bertram (Iris Klockmann und Peter Hoeft) haben eine fiktive Geschichte mit wahren Begebenheiten und Persönlichkeiten verknüpft. So spielen z.B. Albrecht Dürer und seine Frau Agnes eine wichtige Rolle. Martin Luther wird öfters erwähnt, da gerade die Reformation beginnt.
Es ist schön zu lesen, wie sich die Charaktere weiterentwickeln. Natürlich stellen sich einem immer neue Fragen wohin die Geschichte Anna und Sebastian trägt. Wie geht es mit Sebastian und der Bruderschaft weiter? Was ist mit Anna und dem Buchmaler? Was genau hat Pankratius vor? Gerade zum Schluss wird es nochmal richtig spannend und man hat plötzlich das Gefühl in einem Krimi zu stecken. Es war teilweise richtig schwierig das Buch aus der Hand zu legen.
Spannung, Krimi, Liebe, Abenteuer und historische Fakten – eine sehr gelungene Mischung. Mir hat der Roman wirklich gut gefallen und ich freue mich bereits auf weitere Bücher des Autorenduos.
Ich finde es sehr schade, dass es nur so wenige historische Romane gibt, die in Nürnberg spielen. Dabei ist es doch eine alte und geschichtsträchtige Stadt und bietet so jede Menge interessante historische Fakten, die man in einen Roman einbauen könnte.

Fazit

Ein sehr gelungener historischer Roman, der einen ins mittelalterliche Nürnberg versetzt. Spannung und Abenteuer treffen auf wahre Begebenheiten und Persönlichkeiten. Bitte mehr davon, Gerit Bertram!
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