Die Braut aus Byzanz von Gabrielle Alioth

Buchvorstellungund Rezension

Die Braut aus Byzanz von Gabrielle Alioth

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Die Braut aus Byzanz“,, 320 Seiten.ISBN 3-312-00415-2.

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Kurzgefasst:

Im Jahr 972 reist ein Mädchen in Begleitung eines Astrologen von Byzanz nach Rom. Dort soll sie den Sohn Kaiser Ottos des Großen heiraten. Aber es erwarten sie auch mächtige Feinde: ein Netz aus Verschwörern, die den Kaiser stürzen wollen …

Das meint Histo-Couch.de: „Einfühlsames Porträt einer großen Kaiserin!“89Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Für Theophanu ist es nicht leicht, ihr Schicksal zu akzeptieren. Das Mädchen muss seine Heimat Konstantinopel verlassen, um in Italien den Sohn von Kaiser Otto des Großen zu heiraten. Dieser aber findet – unter Anderem beeinflusst von seiner Mutter Adelheid, der die Schwiegertochter ein Dorn im Auge ist – zunächst keine Freude an seiner jungen Braut. Vielmehr interessiert ihn deren Zofe Irene. Der schwächliche Thronfolger versucht, sich aus dem Zwist zwischen seiner Mutter und seiner Frau herauszuhalten und stellt sich nur halbherzig hinter Theophanu, als diese die vom Schwiegervater zur Hochzeit geschenkten Gaben auf einer Heiratsurkunde festhalten lässt. Theophanu entgeht mit Glück verschiedenen Anschlägen und beginnt, sich ihre Stellung zu erkämpfen – auch mit Hilfe des Astrologen, eines einzigen gebliebenen Gefolgsmanns von Konstantinopel. Mehr und mehr findet auch der Thronfolger Gefallen an seiner jungen Frau.

Schwieriger Einstieg

Gabrielle Alioth hat mit „Die Braut aus Byzanz“ ein einfühlsames Porträt einer starken Frau geschaffen. Allerdings muss sich der Zugang zum Buch zunächst etwas erkämpft werden: Die wechselnde Erzählperspektive wirkt sich auf den ersten Blick störend auf den Lesefluss aus. Bald sind es die Gedanken Theophanus, bald jene des Astrologen oder auch immer wieder einmal die Gedanken fremder Betrachter, die in die Geschichte einfließen. Doch hat man sich erst einmal an diesen Wechsel gewöhnt, so wird er zu einem besonders reizvollen Stilelement. Überhaupt beginnt sich das Buch in seinem Verlauf zu öffnen wie eine Blüte. Was anfänglich eine hübsche Geschichte scheint, bekommt immer mehr Tiefe und wird unvermittelt zu einem Werk, das nicht nur das Leben einer faszinierenden Frau aufzeigt, sondern das Interesse an der Protagonistin soweit weckt, dass der Griff zu Nachschlagewerken schnell erfolgt.

Gelungener Spannungsbogen

So faszinierend sich das Leben von Theophanu auch ausnimmt, es hätte wohl weit weniger Wirkung, wenn die Autorin nicht geschickt einen Spannungsbogen eingearbeitet hätte, der auf den Intrigen von Dietrich von Metz beruht, der den eigentlichen Thronfolger abgesetzt sehen möchte und den auf die Kaiserkrone schielenden Heinrich von Bayern als Regenten favorisiert. In Adelheid, der zweiten Frau Kaiser Ottos des Großen und Mutter des Thronfolgers, hat Heinrich eine weitere Befürworterin seiner Pläne. Doch die intelligente Mitkaiserin Theophanu kann dank der Unterstützung des von allen aufgrund seines undefinierten Geschlechts verlachten Astrologen die Absetzung des Thronfolgers immer wieder verhindern. Gabrielle Alioth zeigt schlüssig die Schachzüge der jungen Frau auf und macht sie zu einer stillen Heldin. Dass sie dabei auf das Klischee verzichtet, das die weiblichen Heldinnen historischer Romane ganz gerne begleitet, macht den Roman umso lesenswerter.

Sehr gute Ausstattung

Mit dem Leben von Kaiserin Theophanu ist ein Thema berührt worden, das bisher nur vereinzelt in historischen Romanen zu finden war. Um den Leserinnen und Lesern den Einstieg in diesen Teil der mittelalterlichen Geschichte zu erleichtern, hat der Verlag ein aufschlussreiches Glossar beigefügt, das den historischen Hintergrund der von der Autorin erwähnten Personen detaillierter ausführt. Hilfreich ist auch der Stammbaum auf der Buchinnenseite. Die ganze Aufmachung von „Die Braut aus Byzanz“ ist so sorgfältig ausgeführt, dass es Freude macht, das Buch zur Hand zu nehmen.

Wer sich vom Schicksal der jungen Kaiserin Theophanu bezaubern lassen möchte, wird mit „Der Braut aus Byzanz“ eine Trouvaille in Händen halten. Sorgfältig zusammengetragene Fakten und das ausgesprochen feinfühlige Einfügen von Romanelementen machen das Werk zu einem wunderschönen Leseerlebnis.

Ihre Meinung zu »Gabrielle Alioth: Die Braut aus Byzanz«

Irene Mayer-Kilani zu »Gabrielle Alioth: Die Braut aus Byzanz«24.01.2009
Wer das Mittelalter vorschnell als düster assoziiert, wird im neuen Roman von Gabrielle Alioth eines Besseren belehrt. Lebendig, unterhaltsam, fesselnd liest sich die Geschichte um die Protagonistin Thea, die als junges Mädchen in Italien den Sohn von Kaiser Otto des Großen heiraten soll. Damit beginnt ein abenteuerlicher Verschwörungsreigen, mit psychologischen Macht- und Ränkespielen, Liebschaften und mysteriösen Todesfälle, die einen nicht so schnell los lassen. Italien Fans kommen auf ihre Kosten: Rom, Ravenna, Mailand- lauter Original Schauplätze, die die Autorin für ihre Recherchen aufgesucht hat. Ein feiner, literarisch anspruchsvoller Lesegenuss, den man sich nicht entgehen lassen darf!
Liza Stark zu »Gabrielle Alioth: Die Braut aus Byzanz«21.01.2009
Eine starke Frau, eine stille Heldin, eine wunderbare Schreibweise, eine interessante historische Aufarbeitung der Geschichte. Dieses Buch ist wiederum einzigartig. Man taucht ein in eine komplett andere Zeit, die Mischung aus Fakten und Fiktion macht dieses Werk zu einem Roman der besonderen Art und zieht einem in Bann. Gabrielle Alioth hat mit der "Braut aus Byzanz" eine weiteres äusserst gelungenes Werk geschaffen - nicht nur für Frauen. Es ist ein wunderbares Leseerlebnis. Einmal angefangen kann man das Buch kaum mehr weglegen.
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