Franz Werfel

Der deutschböhmische Schriftsteller Franz Viktor Werfel wurde am 10. September 1890 in Prag geboren. Seine Eltern waren Juden, und sein Vater verdiente den Lebensunterhalt als wohlhabender Handschuhfabrikant. Seine tschechische Kinderfrau, der Besuch der privaten katholischen Volksschule und das katholische Prag na sich prägten seine Kindheit und Schulzeit, die er 1909 mit dem Abitur abschloss. Schon während der Schulzeit hatte er Gedichte veröffentlicht. In Prag lernte er schon früh andere Autoren wie Ernst Deutsch, Max Brod und Franz Kafka kennen, mit denen er ein Leben lang befreundet war. Kennen gelernt hatte er sie durch seinen Schulkameraden Ernst Polak, der Literaturagent wurde.

Nach einem Volontariat bei einer Hamb uriger Speditionsfirma leistete er zwischen 1911 und 1912 seinen Militärdienst auf dem Hradschin. Von 1912 bis 1915 war er Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag in Leipzig. Hier war er auch mitverantwortlich für die Schriftenreihe Der jüngste Tag und begegnete hier auch Rainer Maria Rilke. Von 1915 bis 1917 diente er im Ersten Weltkrieg an der Front in Ostgalizien und wurde anschließend ins Wiener Kriegspressequartier versetzt.

In den folgenden zwei Jahrzehnten lebte er in Wien und schloß Freundschaft mit Alma Mahler-Gropius, der Witwe Gustav Mahlers und Ehefrau des Architekten Walter Gropius. Er zog sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück und ging oft auf Reisen. In dieser Zeit schrieb er auch seinen Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh. 1818 brachte Alma Mahler seinen Sohne Martin Carl Johannes zur Welt , und erst danach heiratete er sie, nachdem sie von Walter Gropius geschieden worden war. In ihr hatte er die Frau fürs Leben gefunden, auch wenn seine Stieftochter Manon Gropius 1935 an Minderlähmung starb und sie darüber in starke Trauer verfiel.

Im Winter 1937/38 hielt er sich mit Alma im Ausland auf und kehrte nach dem „Anschluss“ Österreichs nicht mehr zurück nach Wien. 1940 fanden die Werfels Zuflucht in Lourdes, und zusammen mit Alma, Heinrich, Nelly und Golo Mann floh herzu Fuss über die Pyrenäen nach Spanien. Von dort gelangten sie nach Portugal und emigrierten in die USA nach Beverly Hills und Santa Fe. 1941 erhielt Werfel die amerikanische Staatsbürgerschaft und veröffentlichte im selben Jahr seinen Roman Das Lied von Bernadette, der 1943 verfilmt wurde.

1943 verschlimmerte sich Werfels Angina Pectoris. Nach zwei Herzanfällen verstarb Franz Werfel am 26. August 1945 in Beverly Hills an einem Herzinfarkt. Er wurde zunächst in Beverly Hills begraben und hat seit 1975 ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof in Wien.

Neben seinen Romanen ist Werfel vor allem für seine Lyrik bekannt geworden. Zudem hat er Erzählungen und Novellen veröffentlicht. Zu seinen bekanntesten Theaterstücken gehört Jacobowsky und der Oberst aus dem Jahr 1944. Des weiteren schrieb er Opernlibretti für Ernst Krenek, Darius Milhaud und Kurt Weill. Seine gesammelten Werke sind inzwischen in zwei Gesamtausgaben erschienen.

Franz Werfel erhielt zeitlebens zahlreiche Auszeichnungen, zu denen neben dem Österreichischen Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse auch besondere Ehrungen wie Briefmarken zu seinen Ehren und ein Denkmal am Schillerplatz in Wien gehören. Das Zentrum gegen Vertreibungen hat den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis nach ihm benannt.

Historische Romane von Franz Werfel:

Weitere Romane von Franz Werfel:

  • (1928) Der Abituriententag
  • (1929) Barbara oder die Frömmigkeit
  • (1931) Die Geschwister von Neapel
  • (1939) Der gestohlene Himmel (später unter Der veruntreute Himmel erschienen)
  • (1941) Das Lied von Bernadette
  • (1946) Stern der Ungeborenen (1945 beendet, posthum erschienen)