Die Klostermühle von Altenberg von Franz-Josef Mundt

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel „Die Klostermühle von Altenberg“, , 363 Seiten. ISBN 3866808747.

Kurzgefasst:

Die Ankunft von Zisterziensermönchen aus Burgund auf der aufgegebenen Burg der Grafen von Berg löst bei den Menschen im Tal der Dhünn keine Begeisterung aus. Den adligen Grundherren erwachsen Rivalen, die Bauern sehen noch mehr Abgaben und Frondienste auf sich zukommen. Als die beiden Kinder des Dorfvorstehers Bodo spurlos verschwinden, brechen die verborgenen Konflikte auf und bald scheint es, als wollte der Teufel selbst Kloster Altenberg vernichten.

Das meint Histo-Couch.de: „Komplex, vielschichtig und fesselnd – eine kleine Perle des Genres“

von Birgit Borloni

Im Jahr 1133 zieht eine Gruppe junger Mönche aus dem Kloster Morimond in Frankreich ins Bergische Land, um in einem Tal der Dhünn ein neues Kloster zu gründen – Kloster Altenberg. In den Jahren nach der Gründung verändert sich für die Bauern einiges im Tal, als der Einfluss der Mönche weiter wächst. Zudem sind zwei Kinder spurlos verschwunden. Auch innerhalb des Klosters gibt es Spannungen, unter anderem über die Ausrichtung der Klosterlebensweise. Besonders die rationale Art des Baumeisters Horatio, sein Wunsch, eine Klostermühle zu bauen und sein Zögling Felix, ein Bauernjunge, sind dem Abt ein Dorn im Auge, so dass es immer wieder zu Problemen kommt …

Spannend auch ohne eigentlichen Kriminalfall

Auch wenn man anhand des Klappentextes anderes vermuten könnte, so ist Die Klostermühle von Altenberg kein Kriminalroman, den es gibt keinen Ermittler, der das Verbrechen aufklären könnte und außer den Eltern keinen, der sich dauerhaft für das Verschwinden der Kinder interessiert. Vielmehr ist ein fesselndes Portrait der damaligen Lebensumstände entstanden, das sowohl das Klosterleben als auch das Leben der Bauern und Ritter aufgreift und die Abhängigkeiten untereinander aufzeigt. Erzählt wird das Ganze in einer unaufdringlichen und eher unspektakulären Sprache, die es dem Leser aber gerade deshalb ermöglicht, sich ganz auf die Geschichte einzulassen und im Strom der Geschehnisse zu versinken.

Spannend und fesselnd wird das alltägliche Klosterleben beschrieben, die unterschiedlichen Aufgaben, die unterschiedlichen Ansichten über Gott, die jenseitige und die diesseitige Welt. Man erkennt, wie viel Aberglaube teilweise im Glaube noch steckte, wie viel Angst manche Mönche vor den Verlockungen und Versuchungen der Welt vor ihren Klostertoren hatten und dass es aber auch praktisch denkende Mönche gab, die trotzdem fest im Glauben stehen.

Anhand von Ritter Enzo, der zum Paladin des Klosters ernannt wird, zeigt sich die Schwierigkeit eines kleineren Grundbesitzers, für seine Familie und seine Leute zu sorgen, sich seiner Konkurrenten zu erwehren und seinem Lehnsherrn zu dienen. Somit bleiben oft die Nöte und Sorgen seiner ihm untergebenen Bauern auf der Strecke, die ihrerseits einfach nur versuchen, ihr Leben zu leben und über die Runden zu kommen.

In (fast) allen Bereichen absolut gelungen

Besonders lesenswert macht diesen Roman die gelungene Figurenzeichnung. Vor allen Dingen Horatio und sein Mitbruder Notger sowie der Ritter Enzo sind hervorragend charakterisiert, mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und den ihnen eigenen Widersprüchlichkeiten. Auch wenn aus unserer heutigen Sicht sicherlich einige Handlungen nicht mehr logisch erscheinen, so passen sie doch zu den Charakteren, ihrer Erziehung und der Zeit, in der sie leben. Lediglich der im Kloster aufgenommene Junge Felix sowie die Ritterstochter Eleonora bleiben etwas blass und nicht ganz fassbar. Da sie aber eher Nebenfiguren sind, ist das zu verschmerzen.

Insgesamt ist Die Klostermühle von Altenberg ein sehr komplexes und vielschichtiges Werk, das es versteht, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Lediglich die darin vorkommende Liebesgeschichte wirkt etwas konstruiert und bemüht, vor allem, da die Geschichte auch ohne sie funktioniert hätte. Zum Glück nimmt sie nur wenig Raum ein, so dass der Lesegenuss nur minimal geschmälert wird.

Ein Nachwort des Autors, in dem er erklärt, was überliefert ist und welche Sagen er mit hineingewoben hat, runden dieses äußerst lesenswerte Buch ab.

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