Die Fürstin von Eric Maron

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel „Die Fürstin“, , 573 Seiten. ISBN 3-426-62647-0.

Kurzgefasst:

1722. Viel zu früh muss Charlotte ihr Elternhaus verlassen. Die Tochter einer verarmten Adelsfamilie ist auserwählt, Fürst Carl Anton den ersehnten Erbprinzen zu schenken. Nur so kann der Fürst sein Reich vor seinem gefährlichsten Widersacher schützen. Doch nicht alle am Hof empfangen die junge Frau freundlich. Ehe sie sich versieht, ist Charlotte in eine mörderische Intrige verstrickt… 

Das meint Histo-Couch.de: „;Eindeutig kein Liebesroman“;

von Vanessa Brinker

Charlotte von Ostheim-Veldenburg wird daheim von ihren Schwestern und der Mutter als wenig hübsch empfunden, sodass sie dem gängigen Schönheitsideal der Zeit nicht entspricht. Die junge Frau ist sich deshalb bewusst, dass es sehr schwer werden wird für sie einen Ehemann zu finden, denn neben ihr gilt es noch sieben weitere Töchter der verarmten Adelsfamilie bestmöglich zu verheiraten. Durch die knappe Mitgift und die eher ärmlichen Verhältnisse bleibt die Zahl der heiratswilligen und gutbetuchten Herren eher übersichtlich. Umso größer ist die Verwunderung, als ein Brautwerber des Fürsten von Saalstein-Tresskau um die Hand einer der Tochter anhält.

Es ist ein offenes Geheimnis in dem kleinen Fürstentum, dass der Herrscher mit dem weiblichen Geschlecht nichts anzufangen weiß und sich deshalb lieber mit seinem Sekretär und Geliebten de Tailleur umgibt. Politische Probleme zwingen den Fürsten jedoch zu dem Schritt sich eine Frau zu suchen, die die Mutter seines Erben werden soll. Charlotte, zu Hause als Bohnenstange verpönt, scheint mit ihrer eher knabenhaften Figur genau die richtige Braut für den Hohen zu sein. So zieht Charlotte in dem kleinen Fürstentum ein, in dem der Favorit des Fürsten schon gegen die zukünftige Gemahlin seines Liebhabers heftig intrigiert hat. In Saalstein-Tresskau wird in Charlotte zuerst nichts anderes als das gesehen, was sie sein soll: die Zuchtstute des Fürsten.

Doch Charlotte ist mit einem starken Willen ausgestattet, der es ihr ermöglicht sich trotz der vielfältigen Anfeindungen am Hofe durchzusetzen. Nach und nach gewinnt sie – wenn schon nicht die Liebe des Fürsten – immerhin seine Achtung und auch eine gewisse Zuneigung.

Klappentext steht in kaum einem Verhältnis zu dem Roman

Dem Klappentext nach könnte man bei diesem Roman auf eine Liebesgeschichte tippen, die sich erst noch zwischen den Eheleuten entwickeln muss. Das stimmt so nicht. Leider ist der Klappentext in diesem Fall eher irreführend als hilfreich. Steht der Versuch, die Liebe Carl – Antons zu gewinnen, im ersten Teil des Buches noch einigermaßen im Vordergrund der Geschichte, so rücken spätestens ab dem zweiten Teil des Buches die politischen Probleme der Zeit in den Vordergrund.

Charlotte ist mittlerweile die regierende Fürstin über das Fürstentum – jedenfalls wenn man es offiziell betrachtet. In Wahrheit regiert eher der Kanzler ihres Mannes. Charlotte dient lediglich zu Repräsentationszwecken. Selbst die Erziehung ihres Sohnes hat der Kanzler weitestgehend übernommen. Dieser lebt in ständiger Angst vor eventuellen Übergriffen des größten Feindes Tresskaus, nämlich vor Fürst Ulrich von Saalstein-Mittstadt. Dieser ist nur von dem einen Trachten beseelt, die beiden Fürstentümer Saalstein-Tresskau und Saalstein-Mittstadt wieder zu vereinen; selbstredend unter seiner Führung. So schmiedet Ulrich eine Intrige nach der anderen und hetzt wo es nur geht gegen Charlotte und ihren Sohn. Erst nur im familiären Kreis, später bis an den Hof von Kaiser Karl VI in Wien.

In diesem monumentalen historischen Roman trifft der Leser nicht nur auf die Höflinge der beiden Fürstentümer, die im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Auch große historische Persönlichkeiten wie August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König in Polen, sowie der Preußenkönig Friedrich Wilhelm und sein Sohn, Kaiser Karl der VI, seine Tochter und spätere Kaiserin von Österreich Maria Theresia, kreuzen den Weg des Lesers.

Neben den anschaulichen Darstellungen von Schlössern und Palästen der Zeit werden auch die mitunter komplizierten politischen Probleme zur Diskussion gebracht. Dabei wird deutlich wie wichtig damals die meist strategisch geschlossenen Ehen der hohen Herrschaften für ihre Länder waren und wie viel Einfluss die Damen bei Hofe doch hatten. So verhindert zum Beispiel die Schwiegertochter August des Starken, dass dieser Charlotte in einer heiklen Situation zur Seite steht. Ebenso deutlich wird auch, wie schnell sich die Gunst eines Herrschers ins Gegenteil verwandeln kann. Kaiser Karl VI von Österreich war ein sich wiegendes Blatt im Wind und kaum eine Stütze für die Menschen, die sich auf sein Wort verlassen haben.

Das ausgehende 18. Jahrhundert schlägt
den Leser in seinen Bann

Eric Maron, übrigens ein Pseudonym des Autorenehepaars Elmar und Iny Lorentz, verschafft dem Leser einen Einblick in eine Zeit, die bisher im historischen Romanbereich eher stiefkindlich behandelt wurde. Beim Lesen wird mit jeder Seite und mit jeder politischen Verstrickung deutlich, wie ausführlich sich das Autorenehepaar mit der geschilderten Zeit beschäftigt hat. Ebenso ist es ihnen gelungen, auch sehr komplexe politische Zusammenhänge verständlich und ohne große Worte zu schildern. Hier wird bewiesen, dass auch das 18. Jahrhundert in Deutschland einer Erwähnung wert und alles andere als langweilig ist.

Einzig der Klappentext und die Vermarktung des Buches sind als kleines Manko für diesen spannenden und interessanten Roman zu nennen. Beides zielt deutlich auf Frauen als Zielgruppe ab und verspricht einen Liebesroman. Natürlich geht es auch um Charlottes Liebe zu einem Mann, allerdings steht diese Thematik nicht im Vordergrund.
Tatsächlich ist dieser Roman vor allem für Leser und Leserinnen zu empfehlen, die historisch interessiert sind – sie werden nicht enttäuscht werden.

Ihre Meinung zu »Eric Maron: Die Fürstin«

Louise Sommer zu »Eric Maron: Die Fürstin« 09.03.2011
Mir sind die vielen guten Bewertungen zu dem Buch sehr schleierhaft: Obgleich ich gerne Unterhaltungslisteratur lese und nicht unbedingt auf hohes intellektuelles Niveau bestehe, empfand ich die Lektüre dieses Buches als teilweise sehr "schmerzhaft": Mich hat sehr gestört, dass
- der Adel und dessen Umgangsformen eigentlich recht primitiv dargestellt sind,
- die Lebensweise der Könige und Fürsten nur ansatzweise realistisch aufgezeigt wurde,
- die Charaktere eher platt waren,
- Homosexualität sehr klischeehaft bis "keine Ahnung von der Materie" beschrieben wird,
- Diener und Lakaien in der damaligen Zeit angeblich wenig Ahnung von Benimm hatten
- und für alle - bis hin zu den hochadligen Damen - der Begriff "Zuchtstute" ein recht gewöhnlicher zu sein schien! (Ich habe irgendwann regelrecht Bauchweh bekommen, wenn zum hundersten Male die "Zuchtstute" bemüht wurde. Oder "der Favorit" oder "die männliche Hure". Gutes Schreiben zeichnet sich für mich auch dadurch aus, dass ein weitgreifendes Vokabular genutzt wird.
Und zu alledem ist die Geschichte dann noch nicht einmal wirklich spannend gewesen.
Tja, das Buch war für mich reine Geldverschwendung.
Cassandra zu »Eric Maron: Die Fürstin« 23.09.2009
Die Vorlage für die Länder im Buch (Sachsen-Saalstein-Tresskau und Sachsen-Saalstein-Mittstadt) sollen ja die tatsächlich einst existenten Länder Sachsen-Saalfeld und Sachsen-Coburg (später Sachsen-Saalfeld-Coburg) gewesen sein wie ich kurz vor erscheinen des Buches damals in einer Zeitschrift gelesen hatte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen-Saalfeld (wen es interessiert zum nachlesen, es passt so einiges zur Handlung des Buches)

Dann zu deinen Fragen, Manfred:

1. Der Dominierende Mann im gesamten Gebiet war wohl Friedrich August I. ("der Starke"). Die Länder der Gegend dort waren ohne ausnahme lutherisch und obwohl viele sich an ihm orientiert haben sind sie ihm NICHT nachgefolgt als er katholisch wurde um König von Polen werden zu können. Die historische Richtigkeit der Gegenreformation halte ich also für eher unwahrscheinlich.

2. Siehe 1. :)

3&4. Friedrich und Maria Theresia sollten tatsächlich miteinander verheiratet werden. Die Idee hierzu war auch in wirklichkeit, wie im Buch, von Prinz Eugen. Somit wäre das Haus Habsburg-Hohenzollern entstanden, wenn diese Ehe geschlossen worden wäre. Stattdessen hat Maria Theresia tatsächlich Franz I. Stephan geheiratet womit Habsburg-Lothringen entstanden ist.Ob die beiden (Maria und Friedrich) sich jemals direkt gegenüber standen kann ich allerdings auch nicht mit sicherheit sagen.

Friedrich hat schließlich Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern geheiratet, jedoch blieb die ehe Kinderlos.. und warum? Weil der gute sich weitaus mehr zu Männern hingezogen fühlte *schmunzel*

Vielleicht hat dir das ein wenig deiner Fragen beantworten können. Wenn du dies überhaupt liest, denn seit deiner Nachricht hier ist über ein halbes jahr vergangen :)
Manfred Schulte zu »Eric Maron: Die Fürstin« 18.01.2009
Als sehr gechichtsinteressierter Leser fand ich,daß der Roman
sehr viel von geschichtlichen Vor-
gängen berichtet, die mich besonders interessieren:
1. Wurde wirklich noch nach 1700
in Sachsen versucht, eine Art Inquisition und Gegenreformation
durchzuführen?
2. Wurden im Zusammenhang damit, noch Menschen als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt?
3. Traf der junge Friedrich von Hohenzollern,
der spätere König Friedrich II von
Preußen , irgenwann mit der 9 jährigen Maria-Theresia von Habsburg zusammen?
4. Bestand jemals die Absicht, durch eine Vermähling der beiden,
eine neue Dynastie zu gründen?
Josef Deutsch zu »Eric Maron: Die Fürstin« 02.11.2008
Ich habe dieses Buch gelesen, und es ist ein wunderbares Werk, welches, wenn auch nur in Romanform einblick in eine große Zeit gibt. Es zeigt auch die Gier der Regierenden, und diese Gier nach Geld und Macht hat sich bis heute nicht geändert. Nur eines möchte ich wissen, wo diese Schösser bzw. Burgen, die in diesem Buche beschrieben sind, auch zu finden sind, oder ob diese Orte nur im Roman vorkommen.
Ellen_702 zu »Eric Maron: Die Fürstin« 19.09.2008
So habe das Buch nun auch beendet. Es hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen.

Charlotte ist eine selbstbewusste und stolze Frau, die eher in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Ihre Familie empfindet sie als hässlich, da sie nicht die typischen weiblichen Formen angenommen hat.

Dieses magere Aussehen verschafft ihr allerdings eine vorteilhafte Partie, wird sie doch dem homosexuellen Carl Anton von Tresskau zur Braut gegeben. Der nach dem frühen Tod des Erbprinzen um seinen Fürstensitz bangen muss, da sein Verwandter aus Mittstadt Fürst Ulrich auf die Vereinigung der Städte unter seiner Herrschaft hofft. Charlotte wird schnell klar zu welchem Zweck sie nach Tresskau gebracht wurde und übernimmt souverän ihre Rolle.

Die Handlung plätschert so vor sich hin, für mich baute sich nicht wirklich ein Spannungsbogen auf. Es ist ein nettes Buch für zwischen durch, mit nicht besonders viel Tiefgang. Die Figuren waren mir zu schwarz/ weiß gezeichnet.

Gut gefallen hat mir der tiefe Einblick in die damaligen Umgangsformen und Lebensweisen der Könige.
Fee Morgaine zu »Eric Maron: Die Fürstin« 31.07.2008
Mir war der Roman eher fad - nichts Neues unter der Sonne, so hätte mein verstorbener Papa dazu gesagt. Schreibe so lala, nichts Aiufregendes, und die Handlung? Na ja.
Über die Kaiserzeit gibt es anderswo sehr viel Aufregenderes zu lesen, würde ich mal sagen.
Nicht ganz schlecht, aber leider auch nicht wirklich gut.
jess81 zu »Eric Maron: Die Fürstin« 31.07.2008
Ein ergreifender Roman zum Mitfühlen, liebevoll erzählt und haarscharf charakteriesiert. Ich bin wirklich etwas traurig darüber, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe.
HelgaR zu »Eric Maron: Die Fürstin« 05.06.2008
Ein wunderschönes Buch, mit dem man nicht mehr aufhören kann. Sehr flüssig und spannend geschrieben, viel Interessantes über die Kaiserzeit und unglaublich gut beschriebene Charaktere. Man lebt einfach richtig mit, mit den Menschen und der damaligen Zeit. Sehr empfehlenswert!
Kruemelchen zu »Eric Maron: Die Fürstin« 02.06.2007
Ein wirklich von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschriebenes Buch über das Leben einer mutigen Frau, die es trotz aller Schwierigkeiten geschafft hat, immer wieder ihr Ziel zu erreichen.
Eric Maron ist ja ein Pseudonym für Iny Lorentz und ich entdecke auch durchaus Parallelen zur *Wanderhure*.
R. van Ham zu »Eric Maron: Die Fürstin« 25.10.2006
Dieses Buch ist sehr spannend geschrieben und klärt wieder einmal hervorragend über die Zwänge der historischen Gesellschaft auf. Es ist nicht so vorhersehbar, wie die "Wanderhuren-Trilogie" aber genauso unterhaltsam. Ein unbedingtes MUSS für Fans historischer Geschichten, besonders wegen der homosexuellen Neigungen einiger Protagonisten.
Spitze!

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