Bruder Cadfael und das fremde Mädchen von Ellis Peters

Buchvorstellungund Rezension

Bruder Cadfael und das fremde Mädchen von Ellis Peters

Originalausgabe erschienen 1988unter dem Titel „The Confession of Brother Haluin“,deutsche Ausgabe erstmals 1993, 187 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

»Bruder Cadfael und das fremde Mädchen« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

Kurzgefasst:

Das Schuldbekenntnis Bruder Haluins am Tod seiner früheren Geliebten ist erst der Anfang einer Reihe von schockierenden Entdeckungen in der Benediktinerabtei von Shrewsbury. Ein neuer Fall für Bruder Cadfael!

Das meint Histo-Couch.de: „Eine Geschichte von Reue und Vergebung“78

Rezension von Christina Wohlgemuth

England, im Winter 1142. Bei Reparaturarbeiten am Dach der Abtei stürzt Bruder Haluin schwer. Im Angesicht des bevorstehenden Todes beichtet er, dass er einst die Schuld am Tod eines Mädchens auf sich geladen hat. Als er wider Erwarten überlebt, macht er sich auf, um Buße zu tun. Bruder Cadfael als sein Beichtvater begleitet ihn. Doch just, als der Bußweg sein Ende gefunden zu haben scheint, werden die beiden Mönche in eine dunkle Familiengeschichte hineingezogen – und dann passiert ein Mord. Bruder Cadfaels Neugier ist geweckt …

In seinem mittlerweile fünfzehnten Fall führt sein Weg Bruder Cadfael aus dem Kloster hinaus und auf den Bußgang eines Mitbruders. Als väterlicher Freund unterstützt den reuewilligen Bruder und gerät – wie es das Schicksal so will – erneut in einen Mordfall. In diesem bisher kürzesten Cadfael-Krimi lässt der Todesfall jedoch lange auf sich warten, und so steht in der ersten Hälfte der Geschichte vor allem die Suche nach Reue und Vergebung im Mittelpunkt.

Charakterlicher Tiefgang trotz geringer Seitenzahl

Wer aufgrund dessen eine langweilige Geschichte erwartet, irrt jedoch – denn auch ohne Todesfall beeindruckt die Autorin durch ihr feines Gespür für das Zwischenmenschliche und die Seele der Menschen. Während mehrere hundert Seiten starke Romane ewig an der Oberfläche bleiben können, erhält der Leser in dieser Geschichte auf nur wenigen Seiten einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt ihrer Figuren und elementare Fragen von Schuld und Sühne.

Gleichzeitig erweist sich Ellis Peters einmal mehr als Meisterin der Charakterisierung. Neben den alten Vertrauten um Bruder Cadfael und die Mönche aus dem Kloster führt sie auch die neuen Figuren auf nur wenigen Seiten so interessant und gleichzeitig federleicht ein, dass der Leser schon nach wenigen Seiten ein Gesicht zur Figur hat und an ihrem Innenleben teilhaben kann.

Ein etwas schwächerer Vertreter einer sehr guten Reihe

Durch einen geschickten, wenn auch etwas vorhersehbaren Plottwist zieht die Spannung zum Ende der kurzen Geschichte wieder an und geht in eine neue Richtung. Auch die gelungene Auflösung trägt dazu bei, dass auch Bruder Cadfael und das fremde Mädchen letzten Endes eine Runde Geschichte ist, die den Leser an keiner Stelle enttäuscht.

Dennoch bleibt die Geschichte ein wenig hinter den besten Büchern der Reihe – etwa Ein Leichnam zuviel und Die Jungfrau aus dem Eis zurück. Durch die konstant hohe Qualität der Reihe sieht sich der Leser jedoch nach wie vor einem sehr guten historischen Kriminalroman gegenüber, der durch seine Geschichte zu überzeugen weiß.

Ihre Meinung zu »Ellis Peters: Bruder Cadfael und das fremde Mädchen«

tassieteufel zu »Ellis Peters: Bruder Cadfael und das fremde Mädchen«08.10.2009
Shrewsbury im Winter 1142: Bruder Haluin hat bei der Reparatur eines Daches im Kloster einen schweren Unfall, und während er mit dem Tode ringt, beichtet er Abt Radulfus und Bruder Cadfael, das einst seine Geliebte und ihr ungeborenes Kind durch sein Verschulden ums Leben kamen, diese Tatsache hatte ihn 18 Jahr lang im Kloster schwer belastet und peinigt ihn noch immer. Als Bruder Haluin wie durch ein Wunder überlebt, erbittet er vom Abt die Erlaubnis am Grab des Mädchens Buße zu tun. In Begleitung von Bruder Cadfael bricht er nach Hales auf.
Im Vordergrund dieses Teiles steht weniger ein Krimifall, obwohl es im Verlauf der Geschichte auch zu einem Mord kommt, viel mehr geht es um Bruder Haluin und dessen Weg zur Erlösung. Nachdem er doch aus den falschen Beweggründen ins Kloster eingetreten war, hat er sich nun mit seinem Leben dort arrangiert, nur um vollends seinen Seelenfrieden zu finden, muß er sich auf eine mühevolle Bußreise begeben. Bruder Cadfael ist dafür der ideale Begleiter, leider
kommt hier sein kriminalistisches Gespür kaum zum tragen, lediglich zum Schluß gelingt es Cadfael wieder auf seine unnachahmliche Art und Weise den Täter zu überführen.
Wieder überzeugt Ellis Peters überragender Schreibstil, die Geschichte baut allerdings auf zu vielen Zufällen auf um wirklich zu überzeugen und schon von Anfang an ahnt man, wohin das Ganze steuert, auch der Krimifall der hier doch sehr im Hintergrund agiert ist recht vorhersehbar, sehr viele Verdächtige gibt es ohnehin nicht und ein versierter Krimileser weiß schnell wer als Täter in Frage kommt.

Fazit: für Cadfael Fans auf jeden Fall lesenswert, schon alleine durch Ellis Peters gelungenen Schreibstil und ihre Figurenzeichnung, aber für mich allerdings einer der eher schwächeren Teile der Reihe.
Ihr Kommentar zu Bruder Cadfael und das fremde Mädchen

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.