Die Rose von Windsor von Elizabeth Chadwick

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel „The Time of Singing“, deutsche Ausgabe erstmals 2011 , 576 Seiten. ISBN 3-442-37707-2. Übersetzung ins Deutsche von Nina Bader.

Kurzgefasst:

Als Roger Bigod, der Erbe der mächtigen Grafschaft Norfolk, im Jahre 1177 an den Hof des englischen Königs Henry II. kommt, trifft er dort auf Ida de Tosney, die jüngste Mätresse des Königs, die sogleich sein Herz erobert. Und auch die schöne Ida fühlt sich sehr zu Roger hingezogen. Als Opfer der Willkür des Königs begleitet sie stets die Angst vor ihrer unsicheren Zukunft, doch bei Roger fühlt sie sich sicher und geborgen. Aber ihre Entscheidung für die Liebe verlangt einen qualvollen Preis …

Das meint Histo-Couch.de: „Liebe, Krieg und Familienstreitereien“

von Birgit Borloni

England im 12. Jahrhundert: Es herrscht Krieg in England, denn die Söhne König Henry II. rebellieren gegen ihren Vater. Doch auch anderswo gibt es Familienstreitigkeiten: Roger Bigod, der Sohn des Earl of Norfolk, der auf der Seite der Aufständischen steht, verlässt die väterliche Burg und stellt sich in den Dienst des Königs. Als sein Vater stirbt, entbrennt zwischen ihm und seinen Halbbrüdern ein Erbschaftskampf, den nur der König entscheiden kann, doch der misstraut sowohl Roger als auch seinen Brüdern.

Zur gleichen Zeit kommt die junge Ida de Tosney als Mündel des Königs an den Hof und wird von ihm zu seiner Mätresse auserkoren und gebiert ihm einen Sohn. Unglücklich mit ihrer Stellung und voller Sorge wegen ihrer Zukunft, gelingt es ihr schließlich, die Hochzeit zwischen ihr und Roger Bigod zu veranlassen. Die Tatsache, dass sie ihren Sohn am Hofe zurück lassen muss, trübt das junge Glück jedoch …

Unkompliziert und leicht zu verstehen erzählt

Elizabeth Chadwick versteht es, ihre Leser zu unterhalten. Das stellt sie auch in ihrem neuesten Roman einmal mehr unter Beweis. Mit einer flüssigen, leicht zu lesenden Sprache erschafft sie vor den Augen des Lesers ein buntes Bild des 12. Jahrhunderts in England und des Lebens bei Hofe. Zudem schafft sie es, die politischen Gegebenheiten interessant und verständlich darzustellen, ohne dabei Längen entstehen zu lassen.

Mit Roger Bigod und Ida de Tosney hat sie zwei reale historische Personen in den Mittelpunkt des Romans gestellt und ihnen gekonnt und glaubhaft Leben eingehaucht. Unzweifelhaft sind die beiden die Sympathieträger des Romans, doch die Autorin versäumt es nicht, ihnen auch ein paar negativere Seiten mitzugeben und ihnen damit die nötige Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen. Besonders Idas Trauer um ihren Sohn sowie Rogers Eifersucht auf ihn und Idas Vergangenheit mit dem König belasten die Beziehung zwischen den Eheleuten immer wieder und geben der ganzen Sache eine gewisse Würze.

Doch leider sind nicht alle Figuren so gut gelungen, viele der Nebenfiguren bleiben blass oder sind sehr eindeutig den Guten oder Bösen zuzuordnen. Fans der Bücher über William Marshall von derselben Autorin werden allerdings erfreut sein, dass er auch in diesem Roman wieder eine, wenn auch kleinere, Rolle spielen darf.

Manchmal etwas oberflächlich

Auch in einem anderen Bereich weist das Buch allerdings eine Schwäche auf: So spielen die Erbstreitigkeiten zwischen Roger und seinen Halbbrüdern keine so große Rolle, wie es der Klappentext vermuten lässt. Zwar wird das Thema in regelmäßigen Abständen wieder aufgegriffen, doch ohne dass große Bewegung in die Sache käme, außer ein paar Teilsiegen und auch immer nur recht kurz. Das Ende dieser Streitigkeiten ist dann ebenfalls rasch erzählt und geht überraschend glatt über die Bühne. Hier wäre etwas mehr Tiefe wünschenswert gewesen.
Natürlich wäre damit das Buch noch umfangreicher geworden, das mit 570 Seiten und einem Zeitraum von insgesamt 26 Jahren sowieso schon nicht gerade dünn geraten ist. Somit bleiben Abstriche nicht aus, doch schmälern diese Abstriche eben auch ein wenig den Genuss dieser Geschichte.

Trotz der erwähnten kleinen Schwächen kann man dieses Buch bedenkenlos jenen empfehlen, die gerne einen soliden historischen Roman lesen, der einem fesselnde und interessante Lesestunden beschert, ohne allerdings lange im Gedächtnis zu haften oder nachzuhallen.

 

Ihre Meinung zu »Elizabeth Chadwick: Die Rose von Windsor«

EleonoreVonAquitanien zu »Elizabeth Chadwick: Die Rose von Windsor« 20.04.2011
Wer die anderen Chadwick Romane gelesen hat, wird auch von diesem Werk begeistert sein. Alle Charaktere sind wie immer gut ausgearbeitet und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Und mich fasziniert es bei jedem Roman aufs neue, wie gut alles beschrieben ist, man kann sich richtig intensiv ins 12. Jahrhundert hineinversetzen und hat ein lebendiges Bild vor Augen. Ich habe innerhalb von nur 2 Tagen die ersten 400 Seiten gelesen, weil ich unbdingt wissen wollte, wie es weitergeht. Und ich bin der Meinung, dass König Henry in dem Buch passend charakterisiert wurde, denn ich bin der Meinung, dass dieser König wirklich einige Frauen gegen ihren Willen als seine Mätressen genommen, und sich nie besonders intensiv mit seinen Kindern beschäftigt hat. Ich kann diesen Roman jedem, der wie ich vom 12. Jahrhundert fasziniert ist, und sich gerne für ein paar stunden in diese aufregende Epoche entführen lässt, empfehlen.

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