Liebe Leserinnen und Leser, 

Wir erinnern uns: Der Legende nach soll Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt haben, in denen er gegen den damals gängigen Ablasshandel wetterte. Ob das nun wirklich so gewesen ist oder ob es an einem Tag war und ob Luther wirklich die Thesen an die Tür nagelte, ist heute umstritten. Man mag daran glauben oder auch nicht, zumindest gilt dieser Tag seitdem als der Beginn der Reformation, und dieser Tag jährt sich in diesem Jahr 2017 zum 500. Mal.

Das ist natürlich eine gute Gelegenheit für Autoren historischer Romane, sich mit dieser Thematik zu befassen. Diesem wollen wir gerecht werden, indem wir in dieser Ausgabe einen reformationsschwerpunkt setzen und allein 9 (in Worten: neun!) Romane zu diesem Thema präsentieren. Dabei geht es eben hauptsächlich um die Reformation und nicht immer um Luther selbst, denn der Reformationstag ist kein eigentliches Luther-Jubiläum, sondern eben ein Reformationsjubiläum.

Es zeigt sich gerade im Genre des Historischen Romans, das das Thema Reformation viele Aspekte zu bieten hat, die vielleicht nicht bekannt sind, und auf diese wollen wir aufmerksam machen. Da gibt es „normale“ Luther-Romane, biografische Romane, Romane mit Luthers Frau Katharina von Bora als Hauptperson, Romane mit Luthers Eltern als Hauptperson, Krimis mit Luther als Verdächtigem, Krimis mit Luther als „Aufklärer“ und auch Bücher ohne Luther. Hier zeigt sich, wie bunt das Gerne ist, und wenn es auch zu einem einzigen Thema geht. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, damals wie heute, und wie sagte schon Prof. Guido Knopp: „Ein historischer Roman darf alles.“

Dennoch ist ein Roman Historikus geworden, der nichts mit der Reformation zu tun hat. In Grimms Morde von Tanja Kinkel treffen die bekannten Märchensammler auf die Schwestern von Droste zu Hülshoff, eine interessante Menage à quatre, die in diesem Monat die Krone verdient hat. Eine ebensolche gebührt Rebecca Gablé für Die fremde Königin, aber leider kann nur eine Krone pro Monat vergeben werden.

Aus Reformationszeiten möchten wir besonders die Romane Zwei Schwestern von Petra Oelker, Luther und der stumme Himmel von Wolfgang Vater und Die Mutter des Satans aus der Feder der Schwestern Claudia und Nadja Beinert hervorheben. Zu dem Roman Freies Geleit für Martin Luther von Matthias Eckoldt und Tatjana Rese haben wir mit der Autorin Rese unser Interview des Monats geführt.

Wie Sie vielleiht inzwischen bemerkt haben, hat sich innerhalb der Couch-Familie in den letzten Wochen und Monaten einiges getan. Diese Veränderungen gehen auch noch weiter und sind noch lange nicht beendet. Die Couchen werden nacheinander verändert und modernen Zeiten und Systemen angepasst, und dies trifft natürlich auch die Histo-Couch. Beobachten Sie also weiterhin die Histo-Couch und ihre Geschwisterseiten, denn diese Oktober-Ausgabe wird die letzte nach altem Muster sein. Was dann kommt? Mehr wird noch nicht verraten, schauen Sie gelegentlich mal nach. Wir freuen uns auf Kritik, Tipps und Anregungen, gerne zu senden an c.jaehner@literatur-couch.de.

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Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen

Carsten Jaehner