Feuer und Stein - Eine Liebe in den Highlands von Diana Gabaldon

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „The Exile - An Outlander Graphic Novel“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 224 Seiten.ISBN 3-7645-0422-6.Übersetzung ins Deutsche von Barbara Schnell.

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Kurzgefasst:

Jamie Fraser kehrt nach einer langen Zeit der Verbannung in seine Heimat Schottland zurück. Seine Liebe zu den Highlands ist größer als seine Abscheu vor den Intrigen und Kämpfen der Clans oder als sein Hass auf die Engländer. Doch all das verblasst, als er Claire Randall kennenlernt. Und auch wenn Jamie weiß, dass ihn seine Liebe zu der schönen jungen Frau in große Schwierigkeiten bringen wird, ist er gerne bereit, sich für Claire allem zu stellen, was das Schicksal gegen ihn aufbietet. Wenn sie ihm doch nur ein Zeichen geben würde, dass sie seine Liebe erwidert …

Das meint Histo-Couch.de: „Eine bekannte Geschichte neu umgesetzt“42

Rezension von Kirsten Lambeck

Es ist die altbekannte Geschichte, die hier in Bilder gebracht wird: In die schottischen Highlands kehrt im Jahr 1743 der junge Jamie, Herr von Lallybroch, aus dem Exil in Frankreich heim. Sein Onkel Murtagh begrüßt den Geächteten, auf dessen Kopf immerhin 10 Pfund ausgesetzt sind. Auf dem Weg nach Leoch zum Eid des Clans streift die Reitergruppe den Craig na Dun, einen alten und heiligen Steinkreis. Dort treffen sie auf Claire, die soeben aus der Zukunft (hier: die 1940er Jahre) durch ein Zeittor in Jamies Weg getreten ist, und retten sie aus den Händen des englischen Hauptmanns Randall, einem direkten Vorfahren von Claires Mann Frank.

Die Heirat als einzige Rettung

Claire, die im Krieg Krankenschwester war, versorgt Jamie, der sich im Kampf mit den Engländern verletzt hat und wird von Murtagh, Jamie und ihren Männern nach Leoch gebracht. Schnell stellt sich heraus, dass sie in großer Gefahr schwebt, wird sie doch nicht nur von einigen Schotten misstrauisch beäugt, sondern vor allem von Hauptmann Randall, der sie für eine Spionin hält und ihre Auslieferung verlangt. Die einzige Rettung ist eine Heirat mit Jamie, die sie zur Schottin und damit für die englische Gerichtsbarkeit nicht mehr erreichbar macht. Claire, verwirrt von ihren wachsenden Gefühlen für Jamie und den Schuldgefühlen ihrem Mann Frank gegenüber, macht einen letzten Fluchtversuch zurück zum Steinkreis – doch Hauptmann Randall wartet schon …

Verständlich nur für Insider

Insgesamt umfasst die Graphic Novel stark gekürzt in etwa das erste Drittel des gleichnamigen Romans von Diana Gabaldon. Die Handlung wird aus der Sicht Murtaghs erzählt – auch wenn der Aufkleber auf dem Cover Jamies Sichtweise verspricht. Für Menschen, die den Roman nicht kennen, dürfte es schwer bis unmöglich zu sein, der Geschichte zu folgen: Warum haben da die Clans Streit, will Jamie keine Treue schwören – und wer sind all die Leute, die alle gleich aussehen? Gerade die männlichen Charaktere sind so ähnlich gezeichnet, dass sie in ihren Kilts manchmal wie Klone wirken. Die Auseinandersetzungen zwischen den Männern nehmen viel Raum ein – und das eigentliche Protagonistenpaar tritt zeitweise in den Hintergrund.

Stereotyp gezeichnete Charaktere

Claire dagegen gerät zur puppenhaften Schönheit, der man ihre Vergangenheit als Krankenschwester im Weltkrieg so überhaupt nicht ansieht. Übberflüssig auch ihre ständig aus dem Ausschnitt quellenden großen Brüste und das übertriebene Hinterteil.

Konventionelle Graphik

Die Zeichnungen des Graphikers Hoang Nguyen zeichnen sich durch zahlreiche Stereotypen aus – wilde Recken und üppige Schönheiten vor Highland-Kulisse. Diese Landschaftsdarstellung ist allerdings häufig recht gelungen. Handelte es sich hier um filmische Aufnahmen, wäre es dringend ratsam, die Vaseline von der Linse zu nehmen: etwas weniger Weichzeichner hätte den Bildern gut getan. Kompositorisch bleibt Nguyen sehr konventionell und die Figuren in ihren regelmäßig angeordneten Panels. Graphische Experimente fehlen völlig.

Wie macht der Orgasmus?

Ein Ärgernis ist der Computersatz der Schrift, der besonders in den Randbemerkungen (Times New Roman) und weniger in den Sprechblasen (nachgeahmte Handschrift) störend ins Auge fällt. Amüsant ist die Umsetzung der Geräusche – dauernd macht es „whump“ oder „crack“. Immerhin ist nun bekannt, dass der Höhepunkt einer Hochzeitsnacht „Aangg“ tönt.

Der Versuch, Gabaldons Highland-Saga in (Comic-) Bildern zum Leben zu erwecken, kann als gescheitert gelten, er eignet sich allenfalls zum Komplettieren der Sammlung und ist nur für Kenner der Story verständlich.

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