Knochenwald von Derek Meister
Buchvorstellung und Rezension
Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel „Knochenwald“, , 520 Seiten. ISBN 3-442-36850-2.
Kurzgefasst:
Bayern 1392: Eigentlich ist der bärbeißige Lübecker Patrizier Rungholt auf Wallfahrt zu den heilsamen Reliquien in München. Doch der Weg zur Absolution ist äußerst mühsam, und so kommt Rungholt ein Auftrag reicher Münchner gerade recht: Er soll die vermisste Frau eines Goldschmieds finden. Eine harmlose Bitte – mit tückischen Nebeneffekten, denn die Spuren führen nicht nur bis in die Residenz zu Johann II von Bayern, sondern auch zu den Mönchen, die die verehrten Reliquien hüten. Und sie führen vor die Tore der Stadt, dorthin, wo den Gerüchten nach, Jungfrauen entführt werden und sich Unheimliches tut in einer alten Mühle im Knochenwald …
Das meint Histo-Couch.de: „Hervorragende Fortsetzung der Rungholt-Serie“
von Jörg Kijanski
München im Jahr 1392: Auf dem Andechser Berg werden lang verschollene Heiligenreliquien gefunden, woraufhin Papst Bonifaz IX. ein Gnadenjahr ausruft. Auch Rungholt pilgert vom fernen Lübeck nach München, wo er eine Woche zu verweilen und mindestens einmal vor den Reliquien zu beten hat, um die erhoffte Absolution zu erhalten. Doch bereits kurz nach seiner Ankunft nimmt das Schicksal seinen Lauf: In der Kirche auf dem Petersbergl kämpft sich Rungholt mühsam zum Opferstock vor, als er von einem Dieb bestohlen wird. Dies will sich Rungholt natürlich nicht gefallen lassen und nimmt den Kampf auf, wobei er in dem folgenden Handgemenge einem herbeieilenden Priester versehentlich die Nase bricht und unverrichteter Dinge aus der Kirche geworfen wird.
Vor den Andechser Reliquien zu beten, scheint für Rungholt kaum noch möglich – doch zum Glück hat seine Tochter Margot eine Idee. Beatrijs, die Frau des Goldschmieds Smidel, ist seit einigen Tagen verschwunden und da Smidel am Altar der Laurentius-Kapelle arbeitet, könnte man wohl ein kleines Geschäft aushandeln: Smidel ermöglicht Rungholt den Besuch der Reliqiuen, wenn dieser seine Frau findet.
Rungholt willigt notgedrungen ein und nimmt die Ermittlungen auf, wobei er unverhofft Unterstützung durch seinen Kapitän Marek Bolge erhält, den ihm seine Frau Alheyd hinterher geschickt hat, da in Lübeck der Handel zur See momentan von Seeräubern verhindert wird. Rungholt und Marek kommen schon bald seltsamen Reliquien und Alchemistenkreisen auf die Spur, die sie letztlich zu den Mönchen im Kloster Andechs führt. Der Weg dorthin ist beschwerlich und geht geradewegs durch den geheimnisvollen Knochenwald, in dem Torfstecher erst vor wenigen Tagen zwei Leichen fanden. Ein Mann und eine Frau, die offensichtlich ermordet wurden. Sollte die Frau tatsächlich Beatrijs sein, über die Rungholt erfahren hat, dass sie angeblich einen Geliebten hatte? Doch hätte Beatrijs bei einer Flucht wirklich ihren jungen Sohn zurückgelassen?
Ein Hanser ermittelt im fernen Süden
Im dritten Teil der Rungholt-Serie wechselt Autor Derek Meister das Personal weitgehend aus. Nur Rungholt und Marek sind noch dabei, alle übrigen bisher bekannten Figuren wie beispielsweise Mirke, Daniel, Alheyd und Kerkring werden lediglich an wenigen Passagen kurz erwähnt. Dafür lernen wir endlich eine weitere Tochter Rungholts kennen, nämlich Margot, die ihren Vater zuletzt vor neun Jahren sah. Zum Glück, will man meinen, denn Rungholt ist jähzornig und grantig wie immer und so muss vor allem sein Schwiegersohn heftige Kritik einstecken. Utz Bacher ist Rungholt als Familienmitglied alles andere als willkommen, denn der offenbar mittellose Flößer versteht es kaum, sich und vor allem Margot ordentlich zu ernähren. Auch die spärlich eingerichtete Unterkunft ist Rungholt ein Dorn im Auge.
Wenn es die Hölle nicht gibt,
bleibt die Furcht vor mir selbst.
Doch womöglich ist Rungholt nur deswegen recht schnell „;auf 180“, da er selber kaum noch weiß, wie er finanziell durchkommen soll. Sein Traum von einer eigenen Brauerei ist zwar endlich erfüllt, doch diese produziert kein Bier, sondern ausschließlich Kosten und der Schiffhandel ruht ebenfalls seit geraumer Zeit. Zudem ist er nach einer anstrengenden, rund zweiwöchigen Reise in München angekommen, um durch großzügige Spenden und Gebete vor den Reliquien eine Absolution erteilt zu bekommen, was angesichts seiner Vergangenheit recht schwer werden dürfte. Und dann der verkorkste Auftakt: Erst quält er sich durch tausende andere Pilger, nur um aus der Kirche geworfen zu werden. Dann peinigt ihn sein fetter, von der Reise völlig wund geriebener Hintern und einmal mehr leiden die Leser (wie schon bei Rungholts Zahnschmerzen im ersten Teil) bis zur Schmerzgrenze mit. Doch damit noch nicht genug, auch das dünne Bier will weder Rungholt noch Marek so recht munden.
Wie gewohnt schafft es Derek Meister, seine Leserschaft mit der ersten Seite ins Mittelalter zu katapultieren und liefert einen hervorragenden historischen Roman, der zudem die beiden bisherigen Abenteuer Rungholts kongenial fortsetzt. Den fetten, jähzornigen, von jetzt auf gleich aufbrausenden Kaufmann muss man einfach lieben. Wer das Buch liest, wird sich anfangs vielleicht wundern, dass Rungholt des Öfteren trüben Gedanken nachhängt und an seinen womöglich in naher Zukunft bevorstehenden Tod denkt; daher sein Wunsch nach Absolution.
Doch zur Beruhigung: Einmal mehr ruft Derek Meister seine Leser im Nachwort dazu auf, Rungholt auch bei seinem nächsten Abenteuer zu begleiten. Dieses wird unter dem Titel „;Todfracht“ wieder in Lübeck spielen und (voraussichtlich) ab April 2009 erhältlich sein.
Ihre Meinung zu »Derek Meister: Knochenwald«
- Lachmann zu »Derek Meister: Knochenwald« 08.09.2010
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ich hatte mich auf einen tollen hist. Roman gefreut und dann DAS: Seite 32: "...in einem kühlen Keller für Kartoffeln, Fleisch und Obst...".
Der Vorwurf geht nicht nur an Herrn Meister, sondern auch an den Verlag.
Oder gibt es neuere Erkenntnisse, wann die Kartoffel in Deutschland als Gemüse angebaut wurde???
- anath zu »Derek Meister: Knochenwald« 23.07.2009
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Gleich vorab : Dieses Buch hat mir aus der Rungholt-Reihe bis jetzt am Besten gefallen. Es ist vom Erzählstil her sehr dicht und geschlossen , so unterscheidet es sich von den beiden Vorgängern.
Erzählt wird eine hoch spannende Geschichte mit Gruseleffekten und wenn ich nicht kürzlich erst einen Film über die Entstehung einer bestimmten , sehr wichtigen Reliquie gesehen hätte, dann wäre ich mit meinem unterentwickelten verständnis für Chemie wohl baden gegangen. ;-)
Scherz beiseite : Meister erklärt die Vorgänge ganz gut, schließlich muß Rungholt ja auch begreifen, worum es geht. Weil aber auch heute noch der Rest der Welt genauso wenig Ahnung von diesen Dingen hat wie ich hat wohl der Durchschnittsleser gut zu tun (wie ich!) um den Kriminalfall zu lösen. Und das ist doch immer einen Pluspunkt wert!
Schade nur, daß auch diesmal Rungholt wieder nicht in körperlicher Bestform ist, ich frage mich wirklich, wie der Typ das durch hält. Die meisten Menschen in meinem Bekanntenkreis sind weitaus weniger leidensfähig! :-D Mittlerweile nervt das ganz schön, Zahnschmerzen, Fasten, wundgerittener A... Mal sehen, woran Rungholt im nächsten Buch zu kuren hat.
Trotzdem ist er mir rein menschlich wieder ein Stück näher gekommen, als besorgter Vater und als Choleriker.
Eine Empfehlung kriegt dieses Buch auf jeden Fall von mir !
- anath zu »Derek Meister: Knochenwald« 23.07.2009
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Gleich vorab : Dieses Buch hat mir aus der Rungholt-Reihe bis jetzt am Besten gefallen. Es ist vom Erzählstil her sehr dicht und geschlossen , so unterscheidet es sich von den beiden Vorgängern.
Erzählt wird eine hoch spannende Geschichte mit Gruseleffekten und wenn ich nicht kürzlich erst einen Film über die Entstehung einer bestimmten , sehr wichtigen Reliquie gesehen hätte, dann wäre ich mit meinem unterentwickelten verständnis für Chemie wohl baden gegangen. ;-)
Scherz beiseite : Meister erklärt die Vorgänge ganz gut, schließlich muß Rungholt ja auch begreifen, worum es geht. Weil aber auch heute noch der Rest der Welt genauso wenig Ahnung von diesen Dingen hat wie ich hat wohl der Durchschnittsleser gut zu tun (wie ich!) um den Kriminalfall zu lösen. Und das ist doch immer einen Pluspunkt wert!
Schade nur, daß auch diesmal Rungholt wieder nicht in körperlicher Bestform ist, ich frage mich wirklich, wie der Typ das durch hält. Die meisten Menschen in meinem Bekanntenkreis sind weitaus weniger leidensfähig! :-D Mittlerweile nervt das ganz schön, Zahnschmerzen, Fasten, wundgerittener A... Mal sehen, woran Rungholt im nächsten Buch zu kuren hat.
Trotzdem ist er mir rein menschlich wieder ein Stück näher gekommen, als besorgter Vater und als Choleriker.
Eine Empfehlung kriegt dieses Buch auf jeden Fall von mir !
- anath zu »Derek Meister: Knochenwald« 23.07.2009
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Gleich vorab : Dieses Buch hat mir aus der Rungholt-Reihe bis jetzt am Besten gefallen. Es ist vom Erzählstil her sehr dicht und geschlossen , so unterscheidet es sich von den beiden Vorgängern.
Erzählt wird eine hoch spannende Geschichte mit Gruseleffekten und wenn ich nicht kürzlich erst einen Film über die Entstehung einer bestimmten , sehr wichtigen Reliquie gesehen hätte, dann wäre ich mit meinem unterentwickelten Verständnis für Chemie wohl baden gegangen. ;-)
Scherz beiseite : Meister erklärt die Vorgänge ganz gut, schließlich muß Rungholt ja auch begreifen, worum es geht. Weil aber auch heute noch der Rest der Welt genauso wenig Ahnung von diesen Dingen hat wie ich hat wohl der Durchschnittsleser gut zu tun (wie ich!) um den Kriminalfall zu lösen. Und das ist doch immer einen Pluspunkt wert!
Schade nur, daß auch diesmal Rungholt wieder nicht in körperlicher Bestform ist, ich frage mich wirklich, wie der Typ das durchhält. Die meisten Menschen in meinem Bekanntenkreis sind weitaus weniger leidensfähig! :-D Mittlerweile nervt das ganz schön, Zahnschmerzen, Fasten, wundgerittener A... Mal sehen, woran Rungholt im nächsten Buch zu kuren hat.
Trotzdem ist er mir rein menschlich wieder ein Stück näher gekommen, als besorgter Vater und als Choleriker.
Eine Empfehlung kriegt dieses Buch auf jeden Fall von mir !
- Biene0756 zu »Derek Meister: Knochenwald« 20.07.2009
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Habe eben das Buch nach 60 Seiten zur Seite gelegt. Konnte einfach keinen Zugang finden. Mir kam es recht schleppend, holprig geschrieben vor. Macht nicht Lust, weiter zu lesen. War das erste Werk, welches ich vom Meister gelesen habe, vielleicht ein Fehler, nicht chronologisch vorzugehen. Habe mir aber vorgenommen, irgendwann... mal werde ich es packen. Aber nicht jetzt, gibt spannendere Bücher.
- happymartina zu »Derek Meister: Knochenwald« 12.02.2009
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Nun weiß ich, daß ich Derek Meisters Rungholt nicht nur liebe, weil er in Lübeck spielt. Auch in München hat mich der Rungholt genauso mitgerissen wie in Lübeck. er war vielleicht sogar noch ekliger als sonst und trotzdem hab ich ihn jez noch ein bisschen lieber. Weiter so Herr Meister, freu mich schon auf den nächsten.
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