Die Portraitmalerin von Cornelia Naumann

Buchvorstellungund Rezension

Die Portraitmalerin von Cornelia Naumann

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Die Portraitmalerin“,, 529 Seiten.ISBN 383921498X.

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Kurzgefasst:

Berlin 1733. Anna ist erst zwölf Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Sie muss nun den großen Künstlerhaushalt allein stemmen, dabei hat sie nur ein Ziel: Maler zu werden wie ihr Vater. Aber eine solche Karriere ist in ihrem Jahrhundert für eine Frau nicht vorgesehen. Intrigen und sogar Gewalt sollen der jungen Frau ihren Willen nehmen. Aber Anna gibt nicht auf und reist gegen alle Widerstände nach Paris.

Das meint Histo-Couch.de: „Eindrückliches Portrait verpackt in einen unterhaltsamen Roman“89Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

1733. Anna Dorothea Therbusch ist das Zeichnen in die Wiege gelegt. Als Tochter des Hofmalers Lisiewski kommt sie schon früh mit der Malerei in Berührung. Obwohl sie hauptsächlich mit dem Haushalt beschäftigt ist ihre Mutter starb bei der Geburt des jüngsten Kindes, einer behinderten Tochter kann sich Anna auf dem Gebiet der Malerei stetig weiter entwickeln. Sie träumt davon, eine solide Ausbildung zu bekommen. Doch davon wollen die Männer Mitte des 18. Jahrhunderts nichts wissen. Für sie kann eine Frau keine eigene Karriere anstreben sie sollen im Hintergrund bleiben. Mit ihrer starken Persönlichkeit weiß sich Anna jedoch durchzusetzen. Sie lässt sich vom eisigen Wind, der ihr entgegen schlägt, nicht beeinflussen und reist nach Paris, wo sie dank ihres großen Talents Mitglied der Pariser Akademie wird. Als Hofmalerin von Friedrich dem Großen etabliert sich Anna als Malerin. Doch sie muss einen hohen Preis dafür zahlen, sich als Malerin durchzusetzen.

Es wird alles greifbar

So gut, wie Anna Dorothea Therbusch mit dem Pinsel umzugehen wusste, so gut geht Cornelia Naumann mit der Feder um. Sie präsentiert mit Die Portraitmalerin ein ausgesprochen geglücktes Portrait einer selbstbewussten Frau, die nicht nur ihr eigenes Talent entdecken und entwickeln muss, sondern sich vor allem gegen äußere Wiederstände durchzusetzen hat. Feinfühlig stellt die Autorin dar, dass die Verwirklichung des Traums, Malerin zu werden, für die junge Frau auch ein großer Einschnitt in ihr Leben bedeutet. Durch die sehr dichte Erzählweise, die die Leser nahe ans Geschehen heran holt und ihnen die Möglichkeit gibt, einen intensiven Blick einerseits in die Gefühlswelt der jungen Malerin zu werfen und andererseits in die Gesellschaft, wie sie sich Mitte des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa präsentiert, wird das Geschehen regelrecht greifbar.

Charaktere aufeinander abgestimmt

Cornelia Naumann verbindet die bekannten Fakten geschickt mit Fiktion. Sie erschafft neben der Protagonistin Anna eine ganze Anzahl von Figuren, die den Lebensweg der Malerin bereichern oder erschweren. Obwohl es sich um einige historisch überlieferte Persönlichkeiten und einige Figuren handelt, die für den Verlauf der Geschichte notwendig sind, aber der Phantasie der Autorin entsprungen sind, hat der Leser immer das Gefühl, dass es sich genau so zugetragen haben könnte, wie Naumann das schildert. Die Charaktere sind optimal aufeinander abgestimmt, sind facettenreich und überzeugend sowohl in ihrer Persönlichkeit als auch in ihrem auf das gesellschaftliche Umfeld abgestützte Verhalten. Natürlich steht die Malerin selber im Mittelpunkt, doch bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass weit mehr Personen mit einem spannenden Charakter eine Rolle spielen.

Etwas bemüht

Dass das Ausnahmetalent Anna Dorothea Therbusch in Künstlerkreisen eine gewisse Bekanntheit erringt, ist wohl unabdingbar. So begegnet sie einer ganzen Zahl von Persönlichkeiten, die zu jener Zeit in Paris lebten. Viele der auch heute noch bekannten Kunstschaffenden dürften tatsächlich früher oder später mit der Malerin in Berührung gekommen sein. Dennoch wirkt die Einbindung der verschiedenen Persönlichkeiten in den Roman etwas bemüht. Das ist bedauerlich, wäre doch das Portrait der Malerin als solches durchaus anziehend genug, ohne die bekannten Namen noch mit einzuflechten.

Mit ihrem starken Portrait, das sie von einer starken Frau geschaffen hat, beschenkt Cornelia Naumann ihre Leserschaft auf wunderbare Art. Dass sie eingängig schreibt, auf Belehrungen und Dozieren verzichtet und dafür viel Menschlichkeit in den Roman hinein flicht, macht ihn zu einem angenehmen Leseerlebnis auch für jene, die sich sonst selten ins Genre des historischen Romans verirren.

Ihre Meinung zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«

Beatrice Mark zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«13.04.2016
Die Portraitmalerin hat mich beeindruckt. Es ist immer wieder interessant zu entdecken, daß Frauen schon immer, gegen alle Widerstände, Wege fanden, sich zu entfalten.
Besonders haben es mir auch die Beschreibungen der Bilder angetan. Cornelia Naumann hat es mittels der Sprache verstanden, die Bilder nach zu malen. Ich konnte sie mir wunderbar vorstellen.
Ich bin sehr gespannt auf ihre andern Bücher.
corni zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«15.02.2016
bin erst im 3.kapitel, habe aber schon mehr von geschichte kapiert als in meiner gesamten schulzeit. im 18.jh. gab es noch nicht so grosse starke banken wie heute. es gab schon geld, aber der staat hatte doch wohl die oberhoheit, nicht eine private bank, die nichts als ein normaler betrieb ist so wie eine firma für schrauben usw. es wird kapital gebildet durch dauerhafte abzweigung aus der menge. kleinvieh macht auch mist und das jeden tag. so entwickelte sich ein rechnerischer überschuss bis heute, der es heute ermöglicht, superstrake gräben zwischen den menschen aufzubrechen. das erinnert mich an salvatore dalis bild, wo der dicke eklefant auf spinnendünnen viel zu langen beinen durch die gegemnd stakst und man sofort weiss: das kann nicht lange gut gehen.
Sabine Weitzel zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«06.06.2014
Sehr fesselnder Roman, lebendig und wunderbar bildhaft. Ich habe Nächte fast durchgelesen. Es macht großen Spaß, das Berlin und Paris des18.Jhdts. mit den Augen einer leidenschaftlichen Malerin zu sehen.
Ich habe viel Neues erfahren. Wie das erste Buch der Autorin "Scherben des Glücks" die Würdigung einer beeindruckenden Künstlerin.
Gisela Heitmann zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«02.06.2014
Ein spannendes Buch, das Spass macht zu lesen und das man garnicht vor dem Ende der letzten Satzes weglegen mag. Und ein Buch, das deutlich vor Augen führt, welchen Widrigkeiten Frauen, die in ihren Leistungen anerkannt werden und "Karriere machen" wollen und sich nicht in gesellschaftliche Normen zwängen lassen wollen, ausgesetzt waren und auch heute immer noch sind.
Mapuche zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«25.03.2014
ein spannendes Buch, gut und leicht zu lesen trotz der vielen Sätze auf Latein oder Französisch. Das Schicksal der ehrgeizigen Malerin ist zwar traurig, aber ihre starke Lebenskraft motiviert. Der Autorin ist es gelungen, von Inhalt wie von der Sprache her zu fesseln. Ein super Geschenk für meine liebe Freundinnen habe ich hier gefunden!
Coto-Kunst zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«25.03.2014
ein wichtiger Beitrag zur Sichbarkeit der Geschichte von Frauen, zum besseren Verständnis der androkratischen Strukturen, mit denen die Malerin Dorotha Therbusch permanent konfrontiert wird! Die Autorin Cornelia Naumann verleiht der Malerin eine aktuelle kraftvolle Sprache, in dem sie uns wissen lässt: Therbusch´s Mut, ihr Durchhaltevermögen und ihre Energie, ihre Ziele zu verfolgen, zeigen den modern Frauen, dass sie sich auch nicht einschüchtern lassen sollten. Durch durchdachte und wohltuende, empathische Gedankengänge für die Frauenwelt zeigt uns die Autorin, den Leserinnen und Lesern: Auch heute noch müssen Frauen eine männlich konzipierte und überwiegend dominierte Politik überleben, in welchem Beruf auch immer!
karl67 zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«24.03.2014
...die Fähigkeit, Geschichten spannend zu erzählen, ist nicht weit verbreitet. Cornelia Naumann besitzt sie in hohem Maße: ihre Geschichte einer ohnehin außergewöhnlichen Frau - der Malerin Dorothea Therbusch - bereichert eine Wirklichkeit, die belegbar ist, mit einer Phantasie, die den Leser klüger macht - und verständnisvoller für eine vergangene Zeit, welche die Autorin zum Leben erweckt.
w-rommerskirchen zu »Cornelia Naumann: Die Portraitmalerin«20.03.2014
Sehr intensiver, spannender und gut recherchierter Roman über das Leben einer beeindruckenden Frau und Künstlerin!

Die Autorin verbindet das "Wie es wohl wirklich war" der Forschung
auf eine sehr intelligente und einfühlsame Weise mit dem "Wie es außerdem sehr wohl noch hätte sein können" der Phantasie
- ein bereichernder Genuss !
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