Die Rosenkriege: Das Bündnis von Conn Iggulden

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Trinity“,deutsche Ausgabe erstmals 2015, 560 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Christine Naegele.

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Kurzgefasst:

London 1454: Das englische Reich ist gespalten. Der machthungrige Richard von York regiert als Statthalter, König Henry VI. ist krank und nicht mehr fähig, das Land zu regieren. Seine Gemahlin Margaret von Anjou steht ihm tapfer zur Seite, und die königstreuen Lords schwören ihrem Herrn Beistand. Doch die Schar der Feinde nimmt weiter zu. Richard von York geht mit den Earls von Salisbury und Warwick ein Bündnis ein, um die Krone endgültig zu erlangen. Doch dann gesundet Henry überraschend und will seine Regentschaft wieder aufnehmen. Die beiden Herrscherhäuser Lancaster und York stehen nun im offenen Kampf gegeneinander, und die Rosenkriege nehmen ihren blutigen Lauf ...

Das meint Histo-Couch.de: „Die Rosenkriege gehen in die zweite Runde“82

Rezension von Karin Speck

1454-1461: Richard von York ist der Statthalter Englands, denn König Henry VI. ist krank und kann nicht regieren. Margaret, seine Frau, hält zu ihm und tut, was in ihrer Macht steht. Doch Richard will selbst die Krone. Als der König dann überraschend gesund wird, kommt es zu einer Auseinandersetzung und die Ereignisse überschlagen sich. Der Krieg der Herrscherhäuser Lancaster gegen York ist eröffnet und zieht blutige Kämpfe nach sich. 

Etwas schwächer als Teil eins

Das Bündnis ist der zweite Band der Trilogie von Conn Iggulden, der die Geschichte der Rosenkriege von England aus dem 15. Jahrhundert erzählt. Leider kommt er nicht an den ersten Band Sturmvogel heran. Auch wenn Iggulden glaubhaft schildert, wie die verfeindeten Lager aufeinander losgingen, fehlt doch der entscheidende Charakter, der die Geschichte zusammen hält. Während in Band 1 noch der Bogenschütze Thomas Woodchurch den Leser durch die Geschichte begleitet, so fehlt so ein Protagonist hier fast ganz. Einzig der Spion Derry Brewer hat ein paar kleine Szenen und wechselt gekonnt zwischen den verfeindeten Lagern hin und her. Er hätte gern öfter in Erscheinung treten dürfen.

Der Kampf um die Krone nur ein Missverständnis?

Der Autor zählt die einzelnen Schlachten auf, schreibt von den Intrigen und den Machtverhältnissen, aber irgendwie scheint der Verbindungspunkt zu fehlen. Gut gelungen sind ihm allerdings die Schilderungen über die Beweggründe der einzelnen Parteien. Es wird erzählt, wie Königin Margaret mit ihrer Situation umging, was sie antrieb und wie sie ihre Feinde bezwingen wollte. Genauso glaubhaft schildert Iggulden aber auch die Gegenseite des Hauses York. Auch sie hat hier Raum. Dem Leser dürfte es schon schwerfallen, sich für eine Seite zu entscheiden. Irgendwie schafft es der Autor, für beide Seiten Partei zu ergreifen und fast entsteht der Eindruck, der ganze Krieg basiere nur auf einem großen Missverständnis der beiden Häuser Lancaster und York.

Aber nicht nur die Beweggründe werden ausführlich geschildert, sondern auch die Schlachten, Siege und Niederlagen werden detailreich dargestellt. Für geschichtsinteressierte Leser ist die Reihe wärmstens zu empfehlen. Conn Iggulden erzählt so lebhaft, als wäre man direkt dabei. Die Ereignisse werden so geschildert, dass sie nachvollziehbar und vor allem verständlich sind.

Auch in dieser Ausgabe ist wieder Zusatzmaterial wie Personenregister, Stammbäume und Karten vorhanden. Ein ausführliches Nachwort beendet die Geschichte.

Trotz Schwächen ein interessanter historischer Roman über die Rosenkriege Englands

Das Bündnis ist ein schöner zweiter Band, der direkt an Teil 1 anschließt. Er ist lebhaft erzählt mit allen Details dieser Zeit. Auch wenn er nicht ganz an Sturmvogel herankommt, ist er doch unterhaltsam zu lesen.

Ihre Meinung zu »Conn Iggulden: Die Rosenkriege: Das Bündnis«

PMelittaM zu »Conn Iggulden: Die Rosenkriege: Das Bündnis«10.05.2017
Am Weihnachtstag 1454 erwacht König Henry VI aus seiner tranceartigen Krankheit, die ihn monatelang in ihrem Bann hielt. Doch Henrys Krankheit ist nicht besiegt und die Karten der Macht müssen neu gemischt werden. Henrys Ehefrau, Margaret von Anjou, befürchtet, Richard Plantagenet, der Duke of York, könnte nach der Krone greifen wollen und setzt alles daran, diesen auszuschalten. Doch so leicht ist York nicht unterzukriegen.

Dies ist der zweite Band der Rosenkriege-Reihe Conn Igguldens. Bereits der erste konnte mich überzeugen und ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung, die ich nun endlich gelesen habe. Um es vorwegzunehmen: Ich war gefesselt und habe mir nach der Lektüre sofort Band 3 bestellt.

Erzählt werden in zwei Teilen die Geschehnisse der Jahre 1454 – 1455 und 1459 – 1461, aus wechselnden Perspektiven, sowohl auf York- als auch auf Lancaster-Seite. Conn Iggulden hat einen lebendigen, bildhaften Erzählstil und zieht den Leser mitten hinein ins Geschehen, ich mochte den Roman kaum aus der Hand legen, und das, obwohl er sehr schlachtenlastig ist, das Privatleben der Protagonisten tritt dahinter zurück. Mit Kämpfen und Schlachten kann man mich normalerweise nicht unbedingt locken, es sei denn, sie seien spannend und interessant erzählt – und das schafft der Autor hier allemal. Das liegt zum Teil auch am tatsächlichen Geschehen, denn den historischen Persönlichkeiten, von denen hier erzählt wird, sind so manche Bravourstücke gelungen. Doch auch Verwundung und Tod vieler vieler Menschen wird nicht vergessen, Krieg nicht glorifiziert. Thematisiert wird auch das Drumherum, wie Ausheben von Truppen und Versorgungsschwierigkeiten.

Die Charaktere sind lebendig gezeichnet und ihre Motivationen verständlich. Meine Sym- und Antipathie war bei manchen Charakteren schnell vergeben, jedoch ist nicht jeder Charakter ist so schnell zu kategorisieren.

Besonders angetan haben mir bei diesem Roman die Zusatzinhalte, es gibt mehrere Karten, Stammbäume, ein Personenregister, in dem aber leider die historischen Personen nicht kenntlich gemacht wurden, und sehr umfangreiche und interessante historische Anmerkungen, die ich direkt nach Lektüre des entsprechenden Abschnittes gelesen habe. Neugierig gemacht hat mich außerdem die schöne Widmung.

Mich hat dieser zweite Band restlos überzeugt, ich empfehle ihn gerne allen Fans historischer Romane und vergebe 87°
qwertz zu »Conn Iggulden: Die Rosenkriege: Das Bündnis«15.01.2017
In puncto historische Ungereimtheiten und Fehler ist "Das Bündnis" noch schlimmer als der erste Band, "Sturmvogel". Hier handelt es sich nämlich nicht mehr um Flüchtigkeitsfehler oder das Verschieben irgendwelcher Daten, um die Handlung zu straffen, sondern um Veränderungen, die, wenn es sich tatsächlich so zugetragen hätte, den Verlauf der Geschichte beeinflusst hätten. Z.B. war es ganz entscheidend, dass der Herzog von York mit seinen BEIDEN älteren Söhnen Ludlow noch rechtzeitig verlassen konnte. Wenn die Sache so gelaufen wäre, wie von Iggulden, der völlig unmotiviert den Earl of Rutland anwesend sein lässt, geschildert, hätte die Lancasterpartei die Yorkisten nach Belieben erpressen können. Ergo keine weiteren Kampfhandlungen, kein Sandal Castle, kein Towton, kein Edward IV usw.... Dazu kommen zweidimensionale Charaktere und Küchenpsychologie. Finger weg!
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