Elisa und das Kind des Meeres von Christine Fischer

Buchvorstellungund Rezension

Elisa und das Kind des Meeres von Christine Fischer

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Elisa und das Kind des Meeres“,, 276 Seiten.ISBN 374120806X.

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Kurzgefasst:

Sachsen im Jahr 1817. Zeit der beginnenden Industrialisierung. Die napoleonischen Besatzer haben Dresden für immer verlassen. Die Stadt atmet wieder. Auch für Elisa, Alois und Adoptivsohn Anton beginnt eine hoffnungsvolle Zeit. Doch ein feiger Überfall auf Alois zerstört das junge Glück erneut. In ihrer Verzweiflung fasst Elisa einen mutigen Entschluss: Sie zieht mit Mann und Sohn an die Nordsee, sucht auf der Hallig Hooge Hilfe bei der heilkundigen Halligfrau Trude, die einst ihrem Vater geholfen hat. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, da reißt im Februar 1825 die verheerende Sturmflut die Familie jäh auseinander. Ihren Mann glaubt Elisa verloren, doch rettet sie einem Neugeborenen das Leben und nimmt sich des Mädchens, das sie Kristina nennt, an. Mit ihm und Anton kehrt sie nach Dresden zurück. Anton, der angehende Ingenieur und begabte Schüler von Johann Andreas Schubert (Konstrukteur der Saxonia) ist eifersüchtig auf die Liebe, die Elisa diesem Kind des Meeres entgegenbringt. Als sein Hass zu eskalieren droht, sieht sich Elisa zu einer drastischen Entscheidung gezwungen, die ihrer aller Leben dramatisch verändert.

Das meint Histo-Couch.de: „Eine gelungene Fortsetzung“80

Rezension von jkk

Das Ende Napoleons liegt ein paar Jahre zurück und Elisa und ihr Ehemann Alois Weller kehren endlich wieder nach Dresden zurück. Langsam, aber spürbar ist der Aufschwung in Dresden. Auch die Wellers nehmen wieder am kulturellen Leben teil. Mit ihren Adoptivsohn Anton scheint ihr Glück perfekt. Doch dann fällt Alois einem heimtückischen, aber missglückten Mordanschlag zum Opfer. In ihrer Verzweiflung entschließt sich Elisa mit ihrer Familie nach Hallig Hooge an der Nordsee zu ziehen um dort bei einer heilkundigen Frau Hilfe zu erhalten.

Aber eine verheerende Sturmflut macht alle Hoffnungen zunichte. Elisa glaubt ihren Mann verloren zu haben. Einzig Anton und ein Findelkind, dass sie Kristina nennt, bleiben ihr. So kehrt sie nach Dresden zurück. Während Anton sich als begabter Schüler von Johann Andreas Schubert hervortut, schlägt die Zuneigung zwischen Anton und seiner Ziehschwester in Hass um. Elisa muss eine Entscheidung treffen.

Wandeln in Dresden

Die Dresdner Autorin Christine Fischer nimmt in Elisa und das Kind des Meeres ihre Leser erneut auf eine spannende Reise das Elbflorenz des 19. Jahrhunderts mit. Wie bereits im Vorgängerroman Elisa und der Schatten Napoleons verwebt Fischer geschickt Historie mit Fiktion. Elisa trifft auf zahlreiche historische Persönlichkeiten, die in oder um Dresden gewirkt haben. Neben dem Mediziner Carl Gustav Carus ist das auch der Komponist Carl Maria von Weber und den Ingenieur Johann Andreas Schubert. Fischer lässt die Leser teilhaben an der Schöpfung des „Freischütz“ oder Entwicklung der ersten deutschen Dampflokmaschine „Saxonia“. Menschlich und ganz nah dran staunt man, mit welcher Leichtigkeit Fischer reale und fiktive Figuren verbindet.

Kantig und doch liebenswert

Elisa, der das Schicksal nicht immer wohlgesonnen war, hat sich nach dem Krieg wieder gefangen und findet zunehmend zu ihrem alten Leben zurück. An ihrer Seite ist immer ihr Ehemann Alois. Es ist eine ungewöhnliche Partnerschaft, die beide leben. Geprägt von Liebe und tiefem Gefühl, doch immer auf Augenhöhe steht Elisa ihrem Mann in nichts nach. Wenn es hart auf hart kommt, kann sie auch ihren Ehemann mehr als gut (über)leben. Elisa ist eine kantige Protagonistin. Sie birgt Geheimnisse, aber auch eine tiefe Kraft in sich. Ihr Mann Alois erblasst auf so manche Weise neben ihr. Nicht immer lassen sich Elisas Entscheidungen nachvollziehen, aber das stört nicht weiter. Im Gegenteil, das gibt der Figur erst recht Tiefe.

Lesespaß bis zum Schluss

Fischer schreibt ist so locker und flüssig, dass die Seiten nur so vorbei fliegen. Wer einmal angefangen hat zu lesen, kann nur schwer das Buch wieder zur Seite legen. Ein gewisser Suchtfaktor lässt sich nicht leugnen. Gerade Dresdner werden sich freuen, gemeinsam mit Elisa durch das Elbflorenz zu wandeln und einen Plausch mit Carl Maria von Weber zu führen. Doch auch die Sturmflut im Februar 1825 beschreibt Fischer anschaulich.

Wer den ersten Band nicht gelesen hat, wird an Elisa und das Kind des Meeres nicht verzweifeln, denn auch wenn es hilfreich ist, den ersten Band zu kennen, ist es nicht tragisch, wenn dem nicht so ist. Beide Romane bilden jeweils eine in sich geschlossene Geschichte, gehören aber doch zusammen. Prickelt spannend, erfrischend und angenehm leicht zu lesen, verspricht der Roman mehr. Zum Glück hat die Autorin bereits Nachschub angekündigt.

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