Magdalene und die Saaleweiber von Christina Auerswald

Buchvorstellungund Rezension

Magdalene und die Saaleweiber von Christina Auerswald

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Magdalene und die Saaleweiber“,, 392 Seiten.ISBN 3954629283.

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Kurzgefasst:

Halle an der Saale im Jahr 1693. Else lügt, doch alle denken, dass sie die Wahrheit sagt! Die Altmagd tut, als ob sie Visionen hätte. Sogar Magdalenes Mann hängt an Elses Lippen. Sieht er nicht, dass alles nur ein Schauspiel aus Berechnung ist? Wie kann er glauben, dass Magdalene zu den Saaleweibern gehört, den zauberkräftigen Frauen, die sich abends am Flussufer treffen und ihre magischen Kräfte aus Tieropfern ziehen? Magdalene kann das Lügenwerk und seine Folgen nicht hinnehmen. Doch dann steht sie in Flammen. Und bald zieht das Geschehen größere Kreise ...

Das meint Histo-Couch.de: „Glaube und Aberglaube, Lügen und Wahrheit, so dicht bei einander“83

Rezension von Karin Speck

Magdalene hat sich ihr Leben an der Seite ihres Mannes eingerichtet. Alles scheint für sie zum Besten zu stehen, als die Altmagd Else damit beginnt, Visionen zu haben. Else erzählt von Frauen, die zaubern können, von Tieropfern und ähnlichen Dingen. Sie beschuldigt Magdalene, zu den sogenannten Saaleweibern zu gehören. Einzig diese bemerkt, dass Else nichts als Lügen erzählt, aber niemand schenkt ihr Glauben. So beginnt für Magdalene eine Zeit, in der sie es schwer hat, ihren Mann von ihrer Unschuld zu überzeugen. Auch die Menschen in Halle bringen ihr mehr und mehr Misstrauen entgegen.

Von Feinden im eigenen Haus

Dies ist der zweite Band, der aus dem Leben von Magdalene Rehnikel erzählt. Etwa drei Jahre sind vergangen und Magdalene ist zu einer gestandenen Hausfrau im 17. Jahrhundert geworden. Dass sie allerdings in der Altmagd Else eine richtige Feindin hat, hat sie so nicht bemerkt. Erst jetzt tritt diese richtig in Erscheinung und macht der jungen Frau das Leben schwer. Auerswald versteht es gut, die Magd in Szene zu setzten und scheinbar nebenbei von dieser Frau zu erzählen.

Die Autorin schildert die Ereignisse im Haus der Familie Rehnikel und die Reaktionen der Nachbarn auf die Vorfälle. Geschickt bindet sie die Glaubensfragen der Zeit mit ein. Es entsteht dadurch ein schönes Gesamtbild der Zeit. Von Aberglauben, Glaube an Gott und Ritualen dazu, ist die Rede. Die Autorin schafft es gekonnt, historisches Wissen mit ihrer fiktiven Geschichte zu verbinden. Sie lässt den Leser dabei zuschauen, wie der starke Glaube oder eben Unglaube die Menschen beeinflusst und vor allem Einfluss auf das Leben der Menschen nimmt. Auch wenn die Geschichte rund um Magdalene hier eher düster zu nennen ist, reißt sie einen doch mit. Der Lebensweg dieser Frau wird dabei lebendig geschildert. Dabei schildert Auerswald das Verhalten von Magdalene durchweg nachvollziehbar, auch wenn man als Leser so manches Mal denkt, dass kann doch gar nichts werden. Magdalene hat es in ihrem Leben nicht leicht und ihre Gefühle gehen dabei schon mal auf Abwegen, aber immer so geschildert, dass es dabei auch glaubhaft bleibt.

Am Ende des Buches gibt es eine kleine Übersicht der Personen, die historisch belegt sind. Die Autorin erzählt kurz aus deren Leben. Statt eines umfangreichen Nachwortes gibt es diesmal kleine Sagen der Saaleweiber zu lesen.

Eine Frau aus einer längst vergangenen Zeit wird lebendig

Christina Auerswald hat der historisch belegten Magdalene Rehnikel mit ihrer Geschichte ein Gesicht gegeben, ihr Leben eingehaucht. Hier hat man beim Lesen das Gefühl, die Geschichte könnte sich durchaus so zugetragen haben. Man sieht Magdalene durch Halle zum Markt gehen, bei ihrer Hausarbeit und ist mit ihr, als sie spürt, hier könnte es für sie gefährlich werden. Am Ende bleibt nur die Frage, wann kommt der nächste Teil und was muss Magdalene noch alles erleben, bis sie endlich glücklich werden darf.

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