Marlenes Geheimnis von Brigitte Riebe

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Marlenes Geheimnis“,, 432 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage ...

Das meint Histo-Couch.de: „Drei Frauen und ihr Schicksal“83

Rezension von Rita Dell'Agnese

Eva, Marlene und Christiane (genannt Nane): Die drei Frauen verschiedener Generationen tragen schwer an ihrem Schicksal. Eva, die nach dem Krieg als Sudetendeutsche aus ihrer Heimat in Tschechien vertrieben wird, findet am Bodensee ein neues Zuhause. Der Tod ihres Geliebten hat in der jungen Frau tiefe Narben hinterlassen. Mit ihrer kleinen Tochter versucht sie, wieder auf die Füße zu kommen und legt dafür Zielstrebigkeit und eine gewisse Härte an den Tag. Etwas, das die Tochter Marlene teilweise übernommen hat. Das kommt auch dem großen Gut, auf dem Obstanbau und eine Schnapsbrennerei betrieben wird, zugute. Als Eva stirbt, fährt Enkelin Nane auf das Gut ihrer Tante Marlene in Salem. Der Moment ist ideal: Nane fühlt sich ausgebrannt, kann ihrem Job als Pharmavertreterin nicht mehr gerecht werden. Zudem scheint ihr, dass sie mit Marlene noch etwas klären sollte. Ihre Kindheit hatte Nane einst auf dem Gut verbracht, seit sie jedoch ihren eigenen Weg eingeschlagen hat, ist das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Tante Marlene eher gespannt. Zur Verbesserung trägt auch nicht bei, dass Nanes Mutter Vicky ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihrer wesentlich älteren Schwester Marlene hat. Während Nane darüber nachdenkt, wie ihre Zukunft sein soll, vertieft sie sich in ein Tagebuch, das ihr die Großmutter Eva überlassen hat. So erfährt Nane mehr darüber, wie Eva aufgewachsen ist, wie sie die Kriegsjahre erlebte, was mit Evas Eltern geschah und wie es dazu kam, dass die Sudetendeutsche schließlich am Bodensee landete. Nach und nach offenbart sich auch, dass Marlene selbst ein Geheimnis in sich trägt.

Nette Unterhaltung

Brigitte Riebe setzt in ihrem Roman auf den Wechsel zwischen den Zeitebenen. Den historischen Teil siedelt sie in den Jahren des Zweiten Weltkriegs an, wo sie sich vor allem den Ereignissen in Tschechien zuwendet. Mit großer Wortgewandtheit erzählt Riebe vom Schicksal eines tschechischen Dorfes, das nach einem Anschlag auf den Präsidenten vernichtet wurde, von den Schwierigkeiten, mit denen die Sudetendeutschen konfrontiert waren, und schließlich von deren Vertreibung. Hier spricht die Autorin ein düsteres Kapitel in der Weltgeschichte an, das auch eine Facette des Weltkriegs ausmacht und von dem allgemein nur wenig bekannt ist. Hier sind viele unerwartete Wendungen zu finden, ist viel Unbekanntes zu entdecken. Die Schilderungen sind so lebendig und farbenfroh gehalten, dass man sich in die damalige Zeit versetzt fühlt und gut nachvollziehen kann, wie es den Betroffenen einst ging.

Etliche Ungenauigkeiten

Anders als der historische Teil präsentiert sich der Erzählstrang der Gegenwart oberflächlich und in einigen Bereichen unstimmig. Weder Nane noch ihre Tante Marlene werden wirkliche Sympathieträger, es fällt oft schwer, sich auf die Figuren ganz einzulassen oder sich ihnen nahe zu fühlen. Die Geschichte dümpelt vor sich hin, die Entwicklungen sind weder überraschend noch bieten sie eine Grundlage, um vertieft darüber nachzudenken. Dass der Gegenwartsteil – dem eindeutig mehr Gewicht zukommt, als der Vergangenheit dennoch nicht ganz abflacht, ist eher dem Thema Schnapsbrennerei und Obstanbau zu verdanken, das hier sehr anschaulich erklärt wird, ohne dass sich das Gefühl von Schulmeisterei einschleichen könnte. Die vielen angesprochenen Geheimnisse entpuppen sich schnell als Klischees und laden nicht dazu ein, sich in die Geschichte hinein zu versetzen.

Ärgerlich wird es, wenn man mit den entsprechenden Örtlichkeiten vertraut ist. So fährt etwa die am Bodensee aufgewachsene Nane von Lindau, wo sie ihre Mutter von der Bahn abholte, am Bodensee entlang nach Salem. Das mit einem sterbenskranken Hund, der dringend zum Tierarzt sollte, auf der Rückbank. Dass die gewählte Route um etliches länger dauert, als die direkte Verbindung zwischen Lindau und Salem, lässt irritiert den Kopf schütteln. Auch dass der sterbende Hund überlebt, darf unter den geschilderten Verhältnissen als absoluter Glücksfall gewertet werden. Zumindest Stirnrunzeln verursachen dürfte unter anderem auch die Szene, wonach sich Nane und Marlene in eine Autoschlange vor der Fähre einreihen, um nach Konstanz zu gelangen – das nicht etwa in Meersburg, sondern in Überlingen, von wo aus gar keine Fähre fährt. Eine Recherche vor Ort hätte solche Patzer eigentlich ausschließen müssen.

Marlenes Geheimnis ist die ideale Lektüre für lange Winterabende auf dem Sofa oder als Unterhaltung während der Fahrt zur Arbeit. So richtig tiefgründig ist aber höchstens der Erzählstrang, der die Leser in die Vergangenheit führt. Es gibt bei diesem Roman also noch etwas Spielraum nach oben.

Ihre Meinung zu »Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis«

Gina1627 zu »Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis«13.01.2018
Ein Lesehighlight! Einzigartig und bewegend erzählte Familiengeschichte
Anlässlich des Todes ihrer Großmutter Eva reist Nane nach Rickenbach an den Bodensee um im Kreise ihrer Familie am Grab von ihr Abschied zu nehmen. Ihre Oma hatte hier nach dem Krieg eine neue Heimat gefunden und mit ihrem späteren Ehemann zusammen seine Schnapsbrennerei wieder aufgebaut, die sie nach seinem Tod gemeinsam mit ihrer Tochter Marlene erfolgreich weiterführte. Nane entschließt sich dazu ihren Aufenthalt bei ihrer Tante noch um ein paar Tage zu verlängern und ihr ein bisschen Gesellschaft zu leisten. Als diese ihr das Tagebuch ihrer Großmutter Eva überreicht offenbart sich für Nane ein großes und bewegendes Familiengeheimnis.
„Marlenes Geheimnis“ ist eine wundervolle und sehr bewegende Familiengeschichte von Brigitte Riebe, die mich mit ihrem überaus einfühlsamen und mitreißenden Erzählstil total begeistert hat. Sie versteht es perfekt eine große Spannung ich ihrem Roman aufzubauen, indem sie ihre zwei Handlungsstränge jeweils in den dramatischsten und geheimnisvollsten Momenten abwechselt. Ihre Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und mit viel Leben gefüllt worden und faszinieren einen direkt. Durch Nanes lesen in dem Tagebuch ihrer Oma erleben wir mit Eva und ihrer kleinen Tochter Marlene sehr authentisch das grausame Kriegsgeschehen in ihrer früheren Heimat, dem Sudentenland und ihre menschenverachtende Vertreibung und den sehr leidvollen und entbehrungsreichen Weg in eine ungewisse Zukunft. Die Autorin untermauert die Geschichte der beiden mit sehr gut recherchierten wahren Begebenheiten und schafft dadurch eine sehr bedrückende und eindringliche Atmosphäre beim Lesen, die einen mitnimmt. Eva verkörpert hier all die mutigen und starken Frauen, die sich in und nach dem Krieg alleine durchs Leben kämpfen mussten und ihr Mut ist nur zu bewundern. Meine Lieblingsfigur aber war die kleine Marlene, die einem durch ihren einzigartigen Charakter direkt ans Herz gewachsen ist.
Mit Nane erleben wir in dem Erzählstrang in der Gegenwart nicht nur ihre persönlichen Probleme sondern auch die Entschlüsselung des gestörten Familienbandes zwischen ihrer Tante Marlene und ihrer Mutter Vicky, durch das sich langsam und spannend herauskristallisierende Geheimnis ihrer Familie. Hier hat die Autorin viele überraschende Wendungen ins Geschehen eingebaut und einen Abschluss im Buch geschaffen, der mich zu Tränen gerührt hat.
Mein Fazit:
Brigitte Riebe hat mich mit „Marlenes Geheimnis“ außerordentlich gut unterhalten und emotional sehr bewegt. Eine wunderschöne Geschichte, die nachhallt und einen dankbar macht, heute leben zu dürfen. Sie hat durch ihr Buch eine Erinnerung an alle Menschen aufleben lassen, die durch unsere schreckliche geschichtliche Vergangenheit so viel Leid und Not erlitten haben, aber auch an einigen wenigen Charakteren aufgezeigt, wie die Zukunft dieser Generation sich zum Besseren gewendet hat. Ich bin sehr froh, dass ich dieses tolle Buch während einer Leserunde kennenlernen durfte und habe dabei eine neue Autorin für mich entdeckt, von der ich sehr gerne noch weitere Bücher lesen möchte.
Für dieses einzigartige Leseerlebnis vergebe ich 5 Sterne.
Inge da Silva zu »Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis«07.11.2017
Brigitte Riebe hat wieder einmal sich selbst übertroffen Ein wunderbarerRoman der in zwei Teile erzählt einmal die Gegenwart und dann die Vergangenheit , Es geht um 3 Generationen von Frauen da sind Eva .Marlene Vicky und vickys Tochter Nane Es geht in dem Buch um Vertreibung Krieg und Liebe die nicht sein durfte und einem Kind Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage nachdem Eva gstorben ist Der Roman ist sehr emotional erzählt sehr berührend Man merkte das du mit dem Herzen geschrieben hast Du hast allles so toll beschrieben man war bei lesen mitten im Geschehen drin Kopfkino pur Ich könnte mir das Buch gut als Film vortstellen Oft war ich sehr berührt diese Geschichte wie soll ich es sagen passt in meine vielmehr in der Geschichte meiner Mama die auch als 5 jährige von Aachen nach Schlesien zog um später vertrieben zu werden Sie hat bis heute zu kaum darüber gesprochen was geschah auf der Flucht wenn Filme oder Dokus im Fernseh darüber kommen schaltet sie aus Und sagt davon will sie nix mehr wissen oder hören es ist vorbei dann flessen Tränen das meiste was ich darüber weiss das ist von meinen Onkel der war damals etwas älter, Zurück zu deinem Buch es ist brilliant einfach Klasse Bin imme r noch überwältig habe es in 3 Tagen ausgelesen ich konnte es nicht aus der Hand legen es war zu spannend erzählt
Hedwig zu »Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis«01.11.2017
Der Roman ist sehr berührend und erzählt vom Leben der Deutschn in Ländern im Osten und vor allem von deren Vertreibung aus dem Sudetenland, es erzählt auch vom Leben nachfolgender Generationen am Bodensee, ein Roman also in zwei Zeitebenen.
Ein toller Roman mit vielen geschichtlichen Fakten, aber auch eine Erzählung über die Erlebnisse der damals betroffenen Personen, auch leidtragende Opfer des Krieges, der Roman beleuchtet einmal eine andere Seite, die Seite der deutschen Opfer, die es auch gab. Unbedingte Leseempfehlung!!!!
Mohnblume zu »Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis«31.10.2017
Eine Aufwühlende und bewegende Geschichte über eine mutige Frau


VON ARIETTA




Meine Meinung zur Autorin und dem Buch:


Autorin:


Brigitte Riebe hat es verstanden mich wiedereinmal zu verzaubern mit ihrem neusten Roman, der mich zutiefst berührte und beim Lesen unter die Haut ging. Es war mir ein großes literatisches Vergnügen, diesen ungewöhnlichen, facettenreichen Roman mit großem historischen Hintergrund zu lesen. Sie ist eine Ausdrucksstarke Autorin mit einem ganz eigenen Stil. Sie besitzt eine aufmerksame Beobachtungsgabe. Man spürte beim Lesen das eine promovierte Historikerin zugange war. Wie sie von der Vertreibung und Flucht der Menschen aus Osteuropa schrieb. Es war so Bildhaft geschildert das man es mit eigenen Augen sah, es war wie Kopfkino. Ihr Sprach und Schreibstil, ist sehr flüssig, klar und kraftvoll. Das historische ist sehr korrekt und gewissenhaft recherchiert. Alles kommt sehr logisch und schlüssig daher, das man sich sehr gut hinein versetzen kann. Am Ende der Geschichte laufen alle Fäden in einem großen ganzen zusammen, es blieben keine Fragen offen. Auch der Spannungsbogen blieb von Anfang an bis zum Ende hoch und sehr fesselnd. Es erwarten einem beim Lesen, immer wieder sehr überraschende Wendungen, besonders der Schluss war mehr als überraschend, mit einem Ende das man nicht erwartet hätte. Ihre Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet , auch die einzelnen Charaktere hat sie sehr glaubhaft und real heraus gearbeitet. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut. Die historische Authentizität und Wahrheit ist präzise wiedergegeben. Sie hat Wahrheit und Fiktion gekonnt miteinander verknüpft, ebenso die verschiedenen Zeitebenen.


„ Eine tragische und facettenreiche Geschichte, die einem tief berührt und zu Herzen geht, einach Brillant und gekonnt erzählt“


Zum Inhalt:

Man lernt drei Frauen und Generationen kennen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine jede hat sein Päckchen zutragen, ihr Leben ist auf Lügen aufgebaut, deren wahren Hintergrund man so richtig erst am Ende erfährt, wo alle Fäden zu einem großen ganzen zusammen laufen.

Es fängt alles mit Nane der Enkelin an, die an den Bodensee zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva fährt. Tante Marlene die Schwester ihrer Mutter Viktoria, kommt sehr kühl und eisig rüber, Viktoria erscheint einem sehr flippig,ganz das Gegenteil von ihrer Schwester, die mit beiden Beinen im Leben steht. Die Beziehung zwischen den zwei Schwestern, ist sehr zerrüttert, Marlene scheint ihre kleine Schwester zu hassen. Was ist vorgefallen und warum ist es so unterkühlt ? Gibt es etwas aus Evas leben, das nicht ans Tageslicht sollte ? Marlene übergibt Nane eine großen Umschlag von ihrer

Großmutter Eva, darin befindet sich eine Art Tagebuch, in dem wir mit Nane Abtauchen in Evas Vergangenheit. Eine Vergangenheit die mehr als erschütternd war. Eva lebte mit ihren Eltern in Reichenberg in der Tschechei, ihr Vater ein Apotheker, die Mutter eine ehemalige Opernsängerin aus Ungarn, die todunglücklich in dieser neuen Heimat ist. Eva dagegen scheint aufzublühen, da ist der geliebte Garten mit den köstlichen Äpfeln, aus der sie und Ihr Vater Schnaps brennen. Evas erste und große Liebe Jan, vom dem sie schwanger wird und tragisch endet. Wie alles als es am schönsten ist, findet ein jähes Ende durch Hitler, den 2. Weltkrieg und die Vertreibung der Deutschen am Ende des Krieges. Der Vater Tod, oder vermisst, es bleiben ihr nur ihre beste Freundin Molly und die Mutter. Sie werden aus dem Land vertrieben und werden mit den anderen Flüchtlingen in Waggons gesperrt, wie Vieh. Der Hass auf die Deutschen ist groß das bekommen sie zu spüren. Schon schlimm diese Flucht und die Lager, der Hunger, die Kälte und der Tod. Eva und Molly sind Kämpferinnen, ich habe Eva bewundert. Dann ist da noch die kleine Leni, um die sie sich sorgt, der sie all ihre Liebe und Wärme gibt.In Deutschland werden die Flüchtlinge Zwangs eingewiesen, man spürt deutlich die Ablehnung der Menschen wo sie unterkommen. Evas und Lenis Flucht endet am Bodensee, der Obstbauer Toni Aubelein erbarmt sich ihrer. Mit ihm baut Eva eine Florierende Schnapsbrennerei auf. Aber das ist noch die Bentele, der Junge Bentele hat auch ein Auge auf die schöne und rassige Eva geworfen. Was hat es mit ihm auf sich und warum hast, Marlene diese Familie so?
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