Die Reliquie von Buchhorn von Birgit Erwin & Ulrich Buchhorn

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel „Die Reliquie von Buchhorn“, , 365 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

Kurzgefasst:

Buchhorn am Bodensee im 10. Jahrhundert. Als der Imker Dietger ermordet wird, gerät seine Frau Isentrud unter Verdacht. Wulfhard, ihr heimlicher Geliebter, bittet den St. Gallener Benediktinermönch Eckhard um Hilfe. Dabei plagen diesen bereits andere Sorgen: Ein Ordensbruder, der Reliquien für das Michaelskloster auf dem Heidelberger Heiligenberg erwerben sollte, ist auf seiner Reise verschwunden. Seine Spur verliert sich in Bregenz. Eckhard macht sich zunächst auf die Suche nach dem verschollenen Mönch. In Bregenz findet er jedoch heraus, dass es eine Verbindung zwischen den beiden Fällen gibt …

Das meint Histo-Couch.de: „Ein gelungener Abschluss der Buchhorn-Trilogie – mit Raum für Fortsetzungen“

von Dirk Jaehner

Eine gute Geschichte hat drei Teile. Im ersten werden die Figuren vorgestellt. Im zweiten werden die Figuren näher beleuchtet. Und im dritten brechen die Figuren zu neuen Zielen auf. Doch bevor sie das tun, müssen sie verschiedene Dinge erledigen. Zum Beispiel einen Mordfall lösen. Dietger der Imker wird erschlagen aufgefunden. Im Verdacht steht sofort seine Frau Isentrud, denn dass der häusliche Segen der beiden schief hing, ist allgemein bekannt. Der Grund dafür: Isentrud wurde und wurde nicht schwanger. Und nachdem sich herausstellt, dass ausgerechnet der verurteilte Verbrecher Wulfhard (siehe Buchhorn 1 + 2) ihr heimlicher Geliebter ist, wird Isentrud verstoßen und Wulfhard von der leichtgläubigen Dorfbevölkerung zum Mörder abgestempelt. Er sieht nur noch die Möglichkeit, zu Eckhard zu gehen, dem Benediktinermönch, der schon in den vorherigen Geschichten detektivischen Spürsinn bewiesen hatte.

Doch Eckhard befindet sich in einer Sinnkrise. Sein neuer Abt wirft ihm zu geringe Gottesfurcht vor und verbietet jede Aktivität außerhalb der Klostermauern. Erst als ein Klosterbruder, der eine Reliquie erwerben sollte, verschwindet, lässt Abt Hartmann Eckhard seine Aufklärungsarbeit antreten. Und Eckhard findet heraus, dass es eine Verbindung zwischen Dietgers Tod und dem Verschwinden des Klosterbruders gibt.

Zuwachs zur Personenriege

Es ist mal wieder eine vielschichtige Geschichte, die Birgit Erwin und Ulrich Buchhorn produziert haben. Alle in den ersten Bänden eröffneten Handlungsstränge werden fortgeführt – mal mehr, mal weniger ausführlich. Aber alle Figuren treten wieder auf. Bischof Salomo in der Erinnerung, denn er ist bereits verstorben. Graf Udalrich und seine Frau Wendelgard, die ihrem Mann bei vielen Entscheidungen die menschliche Seite darlegt, die heilige Wiborada, die Abt Hartmann den Kopf zurechtrückt, der Verräter Wulfhard, der immer noch um sein Ansehen kämpfen muss, Gerald der Schmied und seine Frau, die allerdings nur Nebenfiguren sind, und natürlich Eckard der Benediktiner, der, obwohl von seinem schlechten Gewissen geplagt, seine detektivischen Instinkte einfach nicht an der Klosterpforte abgeben und nur frommer Mönch sein kann.

Und dann bekommen Eckards Probleme auch noch Zuwachs in Form des äußerst frommen Bruders Rodericus, der sich im Verlauf der Geschichte zunächst zur Nervensäge Nummer eins entwickelt, sich danach aber als wichtig für die Aufklärung beider Fälle erweist. Eine weitere wichtige Figur ist der Mönch Silvanus, aber er gibt sich erst gegen Ende zu erkennen und soll deswegen nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

Endlich eine geradlinige Geschichte

Erwin/Buchhorn gelingt es im dritten Band der Buchhorn-Saga besser als in seinen Vorgängern, eine geradlinige Geschichte zu erzählen. Bruder Eckard rückt als Detektiv mehr in den Mittelpunkt, er wird sogar explizit beauftragt. Die Aufklärung der beiden Fälle steht deutlich im Vordergrund, darum herum sind alle anderen Ereignisse gruppiert oder hängen unmittelbar davon ab. Vielleicht liest sich deswegen „Die Reliquie von Buchhorn“ flüssiger als die anderen Buchhorn-Bücher. Die Zahl der handelnden Personen ist übersichtlicher, der Ablauf der Handlung strikter. Und doch scheinen die Autoren, jetzt, wo sie das Rezept offenbar perfektioniert haben, einen Schlussstrich ziehen zu wollen. Am Ende des Buches nämlich, als die Fälle geklärt sind, löst sich die Gruppe der bislang handelnden Personen auf. Wendelgard stirbt bei der Geburt ihres Sohnes. Eckard verlässt Buchhorn und Bregenz und hilft beim Aufbau eines neuen Klosters. Graf Udalrich entlässt Wulfhard aus seinen Diensten, der mit seiner neuen Frau Buchhorn den Rücken kehren und ein ehrbares Leben als Vater beginnen wird. Gerald und seine Frau werden ebenfalls – endlich – Eltern und Udalrich, erbittert darüber, dass sein neugeborener Sohn in den Dienst der Kirche treten muss, verlegt seinen Sitz nach Bregenz.

Ein versöhnlicher Schluss mit Perspektive. Eigentlich fast zu modern für eine Zeit, in der die meisten Menschen sich die meisten Sorgen um das Überleben am nächsten Tag machten. Das Buch bleibt trotzdem lesenswert.

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