Sharpes Zorn von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „Sharpe's Fury“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 464 Seiten.ISBN 3-404-16832-1.Übersetzung ins Deutsche von Rainer Schumacher.

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Kurzgefasst:

Im Winter 1811 scheint der Krieg verloren zu sein: Ganz Spanien wurde von Frankreich annektiert. Cádiz ist die letzte Stadt, die sich noch in spanisch-englischer Hand befindet. Doch die französischen Truppen ziehen den Belagerungsring immer enger. Auch Richard Sharpe hält sich in der belagerten Stadt auf – und sieht sich dort gleich mehreren Feinden gegenüber. Einer von ihnen ist ein skrupelloser Priester, dem jedes Mittel recht ist, um sein Ziel zu erreichen: die Auflösung der Allianz von Spanien und England. Kann Sharpe ihn aufhalten?

Das meint Histo-Couch.de: „Spaniens letzte Bastion“91Treffer

Rezension von Christina Wohlgemuth

Cadiz, Spanien, 1811. Ganz Spanien wird von den Franzosen besetzt oder belagert, Napoléons Bruder Joseph ist König. Während Wellington in Portugal den Truppen der Grande Armée bereits blutige Nasen verpasst hat, ist in Spanien nur noch Cadiz geblieben. Die diplomatischen Beziehungen sind schwierig, nicht wenige Spanier haben Trafalgar nicht vergessen und glauben, in einer Einigung mit den französischen Besatzern eine bessere Option zu haben. Ein diplomatischer Skandal droht die ohnehin schwierigen Beziehungen endgültig zu zerstören, und so ist es einmal mehr an Richard Sharpe, zu retten, was noch zu retten ist.

In Sharpes Zorn marschiert Richard Sharpe bereits zum elften Mal – vom unbedeutenden Soldaten aufgestiegen zum Captain. Dieses Mal verschlägt es ihn nach den Erfolgen in Portugal wieder nach Spanien – einmal mehr weit entfernt von seinem eigentlichen Bestimmungsort, doch nicht alleine – Harper und Konsorten stehen ihm auch dieses Mal bei. Neben der üblichen Schlacht am Ende des Bandes muss Sharpe dieses Mal einen diplomatischen Skandal vermeiden. Doch Sharpe wäre nicht Sharpe, wenn er plötzlich auf die Mittel der Diplomatie verfallen würde, um seine Ziele zu erreichen …

Bewährtes Rezept, raffiniert abgeschmeckt 

Wer Richard Sharpe bereits in den ersten zehn Bänden begleitet hat – von Seringapatam in Indien über Trafalgar und Kopenhagen nach Spanien und Portugal weiß mittlerweile, was ihn erwartet. Bernard Cornwell zeichnet sich nicht dadurch aus, das Rad jedes Mal neu zu erfinden. Das mag manch einer ermüdend finden. Doch die wahre Kunst des Autors ist es, durch geschicktes Mischen seiner bekannten Zutaten jedes Mal aufs Neue eine Geschichte zu entwerfen, die sowohl erfahrene Leser als auch Neulinge in ihren Bann zu ziehen vermag.

Dichte, atmosphärische Schlachtenbeschreibungen gehören ebenso zum Repertoire des Autors wie seine liebevollen Figurenzeichnungen, die aus echten Antihelden wahre Sympathieträger machen. Und weil es der Autor jedes Mal aufs Neue schafft, Richard Sharpe und seinen Rifles neue Seiten zu verleihen, ohne sich dabei in Widerspruch zu setzen und gleichzeitig einfach spannend erzählt, hat der Leser auch hier seinen Spaß.

Geschickte Verflechtung von Historie und Fiktion

Nicht zuletzt das Nachwort der Geschichte beweist dem geneigten Leser einmal mehr, wie elegant und geschickt Bernard Cornwell Fiktion und Geschichte zu verweben weiß. Wo andere ein komplette Geschichte erfinden, an der sie ihre Figuren mitwirken lassen, oder andere sich auf die historischen Persönlichkeiten beschränken, begibt sich Cornwell auf den Mittelweg und nutzt die Lücken in der Geschichtsschreibung, um sie mit seinen Figuren zu füllen. Mit welchem Respekt der Autor dabei vorgeht, kann der Leser auch dieses Mal am Ende der Geschichte nachlesen – und im Nachhinein steigert es noch den Lesegenuss.

Sharpes Zorn weiß schon wie seine Vorgänger auf allen Linien zu überzeugen. Mit Sicherheit gibt es Werke von größerer Raffinesse oder anspruchsvollerem Stil – aber das ist nicht das Ziel der Sharpe-Romane. Bernard Cornwell will unterhalten, mitreißen und glänzt dabei. Dem Himmel sei Dank – Richard Sharpe und Pat Harper marschieren weiter!

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