Sharpes Flucht von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Sharpe's Escape“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 576 Seiten.ISBN 3-404-16737-6.Übersetzung ins Deutsche von Irene Anders.

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Kurzgefasst:

1810. In den Hügeln von Buçaco trifft das 50.000 Mann starke portugiesisch-britische Heer auf den Feind Frankreich. Mittendrin: Richard Sharpe. Die drohende Invasion Portugals ist allerdings nicht dessen einzige Sorge. Während die Schlacht von Buçaco ihren blutigen Lauf nimmt, zwingt ein portugiesischer Schurke Sharpe zu einem wahnwitzigen Duell – und nur der Sieger wird überleben.

Das meint Histo-Couch.de: „Ein Krieg, der auf der Kippe steht“93Treffer

Rezension von Christina Wohlgemuth

Portugal, 1810. Die Truppen des französischen Kaisers unter dem Kommando von Marschall Masséna stehen kurz davor, dem bereits geschwächten Portugal den Todesstoß zu versetzen. Zwischen dem endgültigen Sieg Napoléons und dem letzten Widerstand stehen nur noch die Truppen unter Arthur Wellesley – unter ihnen Richard Sharpe und seine Rifles. Mit mehreren kleinen Schlachten und einer Kriegspolitik der verbrannten Erde sollen die Franzosen zermürbt werden. Und als wäre das nicht genug, muss Sharpe noch um eine Führungsrolle bei seinen Rifles kämpfen und sich mit zwei portugiesischen Brüdern auseinander setzen …

Im mittlerweile zehnten Band um Richard Sharpe, der zunächst in Indien diente und seit dem vierten Band auf dem europäischen Kontinent gegen Napoléon kämpft, sieht sich Sharpe massiven Problemen gegenüber. Neben der üblichen Auseinandersetzung mit dem Feind aus Frankreich steht Sharpe dieses Mal einer persönlichen Fehde gegenüber – und begegnet ihr mit der üblichen Heldenhaftigkeit, der trotzdem ihre Makel innewohnen.

Beständigkeit – Risiko und Erfolgsrezept zugleich

Wer einen Sharpe-Roman liest, weiß, was ihn erwartet. Sharpe startet in einer gewissen, bedrohlichen Situation, erleidet mehrere Rückschläge, kämpft meist in einer ausweglosen Situation gegen persönliche und berufliche Feinde, nur um am Ende zu obsiegen. Wer auf beeindruckende Plottwists hofft oder spannende Wendungen in der Charakterzeichnung erhofft, wird enttäuscht werden. Doch wer sich auf die Rückkehr lieb gewonnener Charaktere freut und gerne weitere Charakterzüge insbesondere Nebencharaktere kennenzulernen, der wird, wie üblich, eine spannende Geschichte erleben.

Bernard Cornwell hält sich an sein bewährtes Erfolgskonzept, das ihm die Treue seiner Fans sichert. Das mag manch einer für altmodisch oder scheu halten, jedoch gibt der Erfolg dem Autor Recht. Und trotz allem Festhalten an alten Mustern, schafft es der Autor jedes Mal aufs Neue, den Leser mit seiner Geschichte zu fesseln und ihn mit seinen Schlachtenszenen in seinen Bann zu ziehen.

Helden, die erst als Antihelden an Profil gewinnen

Cornwell gönnt sich den Luxus, seine Figuren auch mal scheitern zu lassen, seinen Figuren negative Eigenschaften zuzuschreiben. Was bei manchen Autoren dazu führt, dass den Lesern das Identifikationspotenzial abhandenkommt, führt hier nur dazu, dass der Leser sich Sharpe, Harper und den Rifles verbunden fühlt. Die Geschichte überzeugt und wird getragen von Helden mit Ecken und Kanten. Das trägt zur Glaubwürdigkeit der Figuren bei und macht die Geschichte in sich lebendiger

Mit Sharpes Flucht unterhält Bernard Cornwell gemeinsam mit seinem Anti-Helden Richard Sharpe auf konstant hohem Niveau und bindet den getreuen Leser, ohne Neulinge auszuschließen. Wer spannende Abenteuerromane in der Napoléonischen Epoche sucht, die den Leser mitnehmen, ist bei Bernard Cornwell bestens aufgehoben.

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Sharpes Flucht«

M.Reinsch zu »Bernard Cornwell: Sharpes Flucht«28.06.2016
Portugal im Jahr 1810. Napoleon unternimmt den dritten Versuch Portugal zu erobern und die verhassten Engländer ins Meer zurück zu drängen. Während die gemischte Armee aus Engländern und Portugiesen immer weiter zurück gedrängt werden und dabei die Strategie der „verbrannten Erde“ nutzen, werden Richard Sharpe und ein Teil seiner Leute in dem Städtchen Coimbra von der Truppe abgespalten. Bald liegt Coimbra weit hinter den Frontlinien und Sharpe verssucht eine verzweifelte Flut aus den besetzten Gebieten um sich Wellington erneut an zu schließen…
Dies ist wohl der vermutlich letzte Roman aus der Sharpe-Serie, den Cornwell schreibt (immerhin 2006). Man merkt schnell, das dieser Roman ein „Später“ ist, da sowohl Schreibstil, als auch Ablauf wesentlich flüssiger und detaillierter sind. Noch einmal knüpft er an den Beginn der Rückeroberung an, die über Portugal lief. Auffällig ist an diesem Roman, das nicht nur Sharp, sondern zur Abwechslung auch einmal Pat Harper eine Freundin an die Seite gestellt bekommt. Der Rest ist neben ein paar sehr guten Schlachtszenen, leider nur ein etwas besserer Sharp-Roman. Der Held kommt einer Verschwörung auf die Spur, ärgert sich neben einem brutalen Hauptgegner mit einem neuen Vorgesetzten (bzw. Protegé seines Vorgesetzten) herum. Er rettet seine Freunde aus verschiedenen Gefahrensituationen, wird zusammengeschlagen, kämpft aber mutig weiter. Sharpe ist halt nicht klein zu kriegen! Sehr hilfreich und interessant ist das Nachwort des Autors, wo wieder einmal sehr viele Fakten zum eigentlichen Geschehen aufgeführt werden und der Leser so den historischen Überblick bekommt, den er im „Schlachtenlärm“ schnell verliert. Wer historische Abenteuerromane mag, die auch einen realen geschichtlichen Bezug aufweisen, wird hier (wie immer gut bedient).
Fazit: Einer der wirklich besseren Sharp-Romane, der zwar einige Ungereimtheiten (und Lektoren Fehler) enthält, aber Sharp auch mal etwas aus dem Mittelpunkt nimmt.
karo zu »Bernard Cornwell: Sharpes Flucht«25.07.2013
wer männer wie Sharpe liebt, kann sich freuen über die jüngsten abenteuer unseres helden. es ist erstaunlich, wie der autor es auch in diesem roman es wieder schafft, die spannuung hochzuhalten und den leser zu fesseln. dabei kann jeder das verhalten unseres helden nachvollziehen. ich freue mich schon auf die nächsten abenteuer in einem hoffentlich folgenden buch!
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