Sharpes Festung von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1999unter dem Titel „Sharpe's Fortress“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 448 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Joachim Honnef.

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Kurzgefasst:

Indien, 1803. Richard Sharpes Beförderung zum Offizier erweist sich als zweifelhafte Ehre. Die anderen Offiziere verachten ihn wegen seiner niederen Herkunft. Am größten jedoch ist der Hass seines alten Erzfeindes Obadiah Hakeswill. Als Sharpe einen Verrat Hakeswills aufdeckt, gerät er in einen Hinterhalt und überlebt nur mit knapper Not. Sharpe sinnt auf Rache. Doch der schmierige Hakeswill hat sich in der indischen Bergfestung von Gawilghur verschanzt, die von den britischen Truppen belagert wird. Beim Sturm auf die Festung ist Sharpe ganz vorn mit dabei, um dem Verräter ein für alle Mal das Handwerk zu legen.

Das meint Histo-Couch.de: „Sharpes Abschied aus Indien“94Treffer

Rezension von Christina Wohlgemuth

Indien, 1804. Nachdem Sharpe seinem Kommandeur das Leben gerettet hat, wird er in den Offiziersstand erhoben. Doch das Leben als Ensign ist bisher eine einzige Enttäuschung für Richard „Dick“ Sharpe: die Offiziere erkennen ihn nicht an, weil er ein Emporkömmling ist. Seine Freunde aus den Mannschaften neiden ihm seinen Aufstieg. Sharpe fühlt sich nirgendwo zugehörig – da kommt ihm die Gelegenheit, ein paar alte Rechnungen zu begleichen, gerade recht. Denn nicht nur der Verräter Dodd hat sich in der Festung Gawilghur verschanzt, sondern auch Sharpes Nemesis, der scheinbar unsterbliche Seargent Hakeswill. Und so macht sich Sharpe mit daran, die Festung einzunehmen, die als uneinnehmbar gilt …

Ein Anti-Held zwischen zwei Welten

Nach seinem großen Erfolgserlebnis am Ende des letzten Bandes – Sharpe wurde befördert, nachdem er Arthur Wellesley das Leben rettet – stellt sich zu Beginn von „Sharpes Festung“ schnell Ernüchterung ein. Unter seinen Offizierskollegen nicht akzeptiert, ist der Anti-Held Sharpe mürrischer denn je. Der Leser ist nun im bereits dritten Band eng mit ihm vertraut, kennt seine Geschichte ebenso wie seine Stärken und Schwächen.

Auch andere Bekannte tauchen wieder auf – Sharpes alte Freunde ebenso wie seine Feinde. Denn der nicht tot zu kriegende Hakeswill sinnt auf Rache, und Sharpe kommt nur knapp mit dem Leben davon. Da kommt dem frischgebackenen Ensign die Gelegenheit, die uneinnehmbare Festung Gawilghur zu erobern, gerade recht. Die Wiederkehr alter Bekannter erleichtert nicht nur den Wiedereinstieg auch nach langer Pause – sie schafft auch ein behagliches Gefühl, alte Freunde und Feinde wiederzusehen.

Taktisch und militärhistorisch stark – immer wieder empfehlenswert

Erneut legt Cornwell großen Wert auf taktische und militärische Details. Von der Organisation der Armee über verschiedene Angriffstaktiken hat er alles auf Lager. Das mag manchen Leser ermüden – doch wer sich für diese Thematik interessiert, der wird auch mit diesem Sharpe-Band viel Freude haben. Denn Cornwell hat das große Talent, im Vorbeigehen große Geschichte zu erzählen. Er muss nicht die Geschichte unterbrechen, um dem Leser Details zu vermitteln. Er flicht sie kunstvoll in die Romanhandlung ein, so dass die Wissensvermittlung quasi nebenbei geschieht.

Stilistisch gilt, was für Cornwell im Allgemeinen auch gilt: anspruchsvolle Literatur sucht man vergebens, doch trivial sind die Geschichten um Sharpe deshalb noch lange nicht. Wer unterhaltsame und spannende Abenteuerliteratur mit einem nicht ganz alltäglichen Helden sucht und Interesse an Militärgeschichte mitbringt, der ist bei Cornwells Sharpe wunderbar aufgehoben.

Und auch die Zukunft verspricht Spannung: denn nun zieht es Sharpe nach Europa zurück, wo ein ehemaliger Korporal korsischer Abstammung sich anschickt, ganz Europa zu unterjochen …

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Sharpes Festung«

wampy zu »Bernard Cornwell: Sharpes Festung«02.03.2016
Buchmeinung zu Bernard Cornwell – Sharpes Festung

Die Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel „Sharpe's Fortress“, die deutsche Ausgabe erstmals 2009 in der Übersetzung von Joachim Honnef bei Kübler. Ich habe die ungekürzte Lesung von Torsten Michaelis als Download des Kübler Hörbuchs gehört, die 2010 erschienen ist. Dies ist vom zeitlichen Handlungsablauf der dritte Band.

Klappentext:
Indien, 1803. Richard Sharpes Beförderung zum Offizier erweist sich als zweifelhafte Ehre. Die anderen Offiziere verachten ihn wegen seiner niederen Herkunft. Am größten jedoch ist der Hass seines alten Erzfeindes Obadiah Hakeswill. Als Sharpe einen Verrat Hakeswills aufdeckt, gerät er in einen Hinterhalt und überlebt nur mit knapper Not. Sharpe sinnt auf Rache. Doch der schmierige Hakeswill hat sich in der indischen Bergfestung von Gawilghur verschanzt, die von den britischen Truppen belagert wird. Beim Sturm auf die Festung ist Sharpe ganz vorn mit dabei, um dem Verräter ein für alle Mal das Handwerk zu legen.

Meine Meinung:
Ich bin mit hohen Erwartungen an dieses Hörbuch gegangen, da mir die ersten beiden Bände sehr gut gefallen haben. Und auch diesmal sind diese Erwartungen voll und ganz erfüllt worden. Es ist ein Wiedersehen mit alten Freunden und Feinden. Wie bei den kriegerischen Auseinandersetzungen zu erwarten, verlieren einige Figuren ihr Leben, werden jedoch adäquat ersetzt. Allein Richard Sharpe und sein Erzfeind Obadiah Hakeswill scheinen allen Gefahren zu trotzen.
Bernard Cornwell gelingt es militärhistorische Fakten und Vorgänge in die Geschichte einzubinden, ohne dass es störend wirkt. In beeindruckender Weise schildert er die Belagerung und die Erstürmungsversuche einer Bergfestung, die als uneinnehmbar gilt. Die Schlachtenzeichnung ist hart, aber trotzdem ohne unnötige Details. Faszinierend ist auch, wie Cornwell es schafft, den Mörder Richard Sharpe sympathisch erscheinen zu lassen.

Zum Sprecher:
Torsten Michaelis ist ein bekannter Hörbuchsprecher, der in meinen Augen sehr gut zu dieser Abenteuerserie passt. Sein Vortrag ist nahezu perfekt.

Fazit:
Dieser Abenteuerroman ist wie die Vorgänger ein Genuss. Ein ungewöhnlicher Held, eine spannende Geschichte und nebenbei viele militärhistorische Details. Dazu kommt ein überzeugender Vortrag des Sprechers. Von mir gibt es fünf Sterne.(90 / 100).
Hannes zu »Bernard Cornwell: Sharpes Festung«28.01.2016
Es bleibt weiterhin faszinierend wie der Autor die Gestalt Richard Sharpes in die militärische Laufbahn Sir Arthur Wellesleys einwebt. Beide sind, wenn auch auf jeweils anderer Ebene, nicht anerkannt. Beide sind Soldaten durch und durch, auch wenn Scharpe manchesmal alles hinschmeissen möchte. Das ist auch das, wasihn so sympathisch macht.
Die Festung wurde nach der britischen Eroberung nie wieder aufgebaut und gilt heute als Touristenziel. Im Internet gibt es Fotos hierzu, genauso wie eine topografische Karte, die meiner Meinung nach den Handlungsablauf des Buches immens unterstützt.
M.Reinsch zu »Bernard Cornwell: Sharpes Festung«05.04.2011
So, alle Schlachten in Indien sollten nun abgearbeitet sein...
Entweder ich gewöhne mich langsam an die Zeit, oder ide Bücher werden besser.
Sharp als frischer Fähnrich (Ensign) ist Niergends willkommen, was eigendlich auch gut erklärt wird.
Nach einer kurzen Liebschaft geht es ab in die erste Schlacht (Argam) um dann weiter nach Gavilgath zu ziehen.
Wiedereinmal waren die Karten sehr hilfreich,da die Gefechte selbst (sehr hart und gut geschrieben), durch häufigen Szenenwechsel doch sehr verwirren.
Obadaiha Hawskwell ist anscheinend nicht tot zu kriegen, oder Cornwell hat Ihn Ihm seinen Lieblingsgegner für Sharp entdeckt (man wirds sehen).
Auffällig hier: Sharp verliert wiederum einene Teil seines Schatzes (den er sowieso kaum auszugeben wagt).
Ich bleibe bei meiner Aussage, das die Grundstory nach Schema F abläuft - Sharpmehrfach in Gefahr, Liebschaft, Gefangennahme und am Schluss steht er als strahlender Sieger da...
Es ist wohl hauptsächlich der Schreibstyle, der mich immer weiter in die Sharpabenteuer drängt...
Es bleibt ein leicht zu lesender Roman, der einen gut unterhält, aber keine wirkliche Tiefe mit sich bringt. 70°
Micha
Stefan83 zu »Bernard Cornwell: Sharpes Festung«24.09.2009
"Erstaunlich wie kurz 445 Seiten sein können." Das ging mir zumindest nach Beendigung der Lektüre von "Sharpes Festung" durch den Kopf, dem chronologisch dritten Band der Reihe um den Fußsoldaten Richard Sharpe.

Bernard Cornwells Geheimrezept zum Erfolg bleibt mir weiterhin verborgen, denn der abermals extrem konstruierte und doch oft sehr ähnliche Handlungsverlauf wird es wohl kaum gewesen sein, der mich wieder einmal über Stunden ans Buch gefesselt hat. Was übt also die Faszination bei diesen Büchern aus? Mit Sicherheit Cornwells detaillierte, bildreiche Beschreibungen, sein unvergleichliches Talent Bewegungen wie Schlachten in einer Art und Weise aufs Papier zu bringen, wie ich es vorher noch nie erlebt hab. So ist es auch egal, dass der Autor das Grundkonzept "Kleine Schlacht - persönliche Probleme - große Schlacht" erneut verwendet, um Richard Sharpes Abenteuer im Indien des Jahres 1803 weiterzuerzählen.

Zwei Monate sind nach der gewaltigen Auseinandersetzung bei Assaye vergangen und die Konföderation der Marathen ist nach dem Sieg der britischen Truppen in Auflösung begriffen. General Arthur Wellesley, späterer Duke of Wellington, treibt den Feind vor sich her und kann ihn Ende November bei Argaum zum ersten Mal stellen. Mitten auf dem von Hirsefeldern durchsetzten Schlachtfeld befindet sich auch Ensign Richard Sharpe, dem seine lang erhoffte Beförderung bisher nur wenig Glück gebracht hat. Die Offizierskollegen des 74. Regiments, allesamt Schotten, meiden ihn wie der Teufel das Weihwasser, die Mannschaften führen nur mürrisch seine Befehle aus. Der Kommandeur "empfiehlt" eine Versetzung nach England zu einem neuen Scharfschützenregiment. Andere versuchen ihn zum Verkauf seines Offizierspatents zu überreden. Bevor Sharpe jedoch auf eines der Angebote eingehen kann, überschlagen sich die Ereignisse. Plötzlich fehlt es an Nachschub und Sharpe, dem man zur Versorgung abgeschoben hat, stellt eigene Ermittlungen an. Bei seinen Nachforschungen stößt er bald auf einen Namen - Obadiah Hakeswill. Die ewige Nemesis Sharpes, scheint mit dem Feind Geschäfte zu machen.

Ehe Sharpe jedoch Meldung machen kann, lockt man ihn in eine Falle. Zur gleichen Zeit, wir haben inzwischen Dezember, marschieren die Truppen Wellesleys nach Gawilghur. Eine indische Bergfestung, in der sich auch der Verräter Colonel Dodd verschanzt hat, und die als uneinnehmbar gilt. Sharpe muss sich seine Freiheit erkämpfen, um beim Sturm auf das Bollwerk an vorderster Front mit dabei sein zu können. Und um endgültig Rache an seinen Feinden zu nehmen...

Was folgt ist einmal mehr eine Kollage des Krieges auf Papier, die so nur Bernard Cornwell zeichnen kann. Unwillkürlich schiebt man selbst den Kopf in den Nacken, von der bildreichen Beschreibung der hoch auf dem Berg liegenden Festung fasziniert, die wahrlich keine Schwäche zu haben scheint. Doch wenn im Kampfeslärm schottische Infanterie zum Angriff einsetzt, ist es eben nicht nur jenes actionreiches Geplänkel das überzeugt, sondern auch die oftmals leisen Töne. Mehr als einmal können wir einen Blick in Sharpes Innenleben werfen, der mit den Folgen seiner Beförderung kämpft und zeigen will, dass er diese verdient hat. So ist der Sturm auf die Feste seine einzige Möglichkeit zur Rechtfertigung, wohl wissend, dass seine Rückkehr nach England, zum Regiment der grünberockten Schützen, bereits beschlossene Sache ist.

Cornwell lenkt hier die Handlung langsam in Richtung napoleonische Kriege, wo Sharpe sich ja mehr als einmal auszeichnen und an der Seite wichtiger Persönlichkeiten große Schlachten schlagen wird. Kleine und größere Schicksalsschläge muss er dafür auch diesmal wieder hinnehmen, wobei besonders die Einnahme Gawilghurs einige bewegende Momente enthält. Literarische Höhenflüge braucht man dafür hier nicht erwarten. Diese sind allerdings auch nicht vonnöten, um eine packende, stetig spannender werdende Geschichte zu erzählen, die historische Genauigkeit mit genau der richtigen Prise an Pathos und Heldentum verbindet.

Insgesamt ist "Sharpes Festung" ein erneut unheimlich lesenswerter, militärhistorischer Roman, der zwar nicht ganz die Klasse des Vorgängers erreicht, aber sich allein vom Setting her wohltuend von den anderen Bänden herausheben wird. Gute, nicht übermäßig tiefgründige Unterhaltung, die Cornwell wie immer mit einem äußerst informativen Nachwort abschließt.
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