Der sterbende König von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Death of Kings“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 512 Seiten.ISBN 3-499-25903-6.Übersetzung ins Deutsche von Karolina Fell.

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Kurzgefasst:

Der König stirbt. Das Reich soll leben. Zum Ende des neunten Jahrhunderts droht England erneut im Chaos zu versinken. Uhtreds Herr, König Alfred, ist ein todkranker Mann. Krieg liegt in der Luft. Alfred will, dass sein Sohn Edward ihm auf dem Thron folgt. Doch die Krone begehren viele, Sachsen und heidnische Wikingerfürsten. Ist es für den Krieger Uhtred nun an der Zeit, das ihm geraubte Land im Norden wiederzuerobern? Nein. Denn auch wenn ihn kein Eid an den schwachen Königssohn bindet: Uhtred wird nicht zusehen, wie Alfreds Traum von einem starken England in Blut und Brand versinkt.

Das meint Histo-Couch.de: „Packende Weiterführung der Sachsen-Saga“85Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Wessex im Winter 898. König Alfred ist schwer krank und wird nicht mehr lange leben. Alle anderen englischen Könige warten auf seinen Tod, um anschließend in Krieg über die Königreiche auszubrechen. Alfreds treuester, wenn auch nicht überzeugtester Kämpfer ist immer noch Uhtred von Bebbanburg, der sich im Land viele Feinde und viel Respekt verschaffen hat. Von Alfreds Sohn und Nachfolger Edward bekommt er den Auftrag, zu König Eohric zu gehen, um einen Friedenvertrag auszuhandeln.

Immer wieder kreuzt Sigurd seinen Weg, den er ein einer vorherigen Schlacht am Leben gelassen hat, was er seitdem bereut. Wegen des Friedensangebots wittert er eine Falle, und tatsächlich wollen Sigurds Truppen ihn überfallen. Sigurd hatte von der Zauberin Ælfadell gesagt bekommen, Uhtred würde sterben, und so sucht er die Zauberin selber auf, bekommt aber etwas ganz anderes gesagt.

Uhtred deckt ein Komplott auf und geht sicherheitshalber an den Hof des sterbenden Königs Alfred. Dieser ringt ihm das Versprechen ab, seinem Sohn und Nachfolger Edward den Treueeid zu schwören, und da dies sein letzter Wille ist, schwört Uhtred Edward den Eid. Doch damit beginnen die Probleme erst, denn nach Alfreds Tod bringen sich viele Feind in Position, um die Machtverhältnisse zu verschieben. Und darunter befinden sich auch Blutsverwandte wie Edwards Cousin Æthelwold …

Schachereien im Hintergrund

Bernard Cornwell hat mit Der sterbende König den sechsten Teil seiner Sachsen-Saga vorgelegt, in dem Uhtred immer noch der Held ist und aus dessen Ich-Perspektive die Geschichte der fünf vorherigen Bände nahtlos weitererzählt wird. Doch steht Uhtred selbst nicht so sehr im Fokus der Erzählung, jedenfalls geht es nicht um seine persönliche Geschichte, die ihn dazu treibt, seinen Onkel von der Bebbanburg zu vertreiben. Hier steht König Alfred im Mittelpunkt, beziehungsweise liegt er, denn er hat sein Sterbebett schon lange nicht mehr verlassen und wird dies auch nicht mehr tun.

Man wird nicht zu viel verraten, wenn man erwähnt, dass Alfred tatsächlich ziemlich genau in der Mitte des Buches stirbt und die verschiedensten politischen Parteien sich außerhalb der Burg in Stellung bringen, um sich gegenseitig zu bekriegen. So kann der Roman getrost in die zwei Teile vor und nach Alfreds Tod unterteilt werden. Und man stellt tatsächlich fest, dass der erste Teil der schwächere der beiden ist, wenngleich im zweiten eigentlich mehr passiert.

Leichte Schwächen in der ersten Romanhälfte

Zwar wird im ersten Teil wieder geschlachtet und gemetzelt, aber irgendwie schwebt über allem der sterbende König, und die Könige und Herrscher aller britischen Länder warten nur darauf, damit man sich in Stellung für weitere Kriegstaten geben kann. Da wird geschachert und um Bündnisse gefeilscht, mit Dänen paktiert oder auch nicht, und Uhtred ist wie gewohnt Herr der Lage und durchschaut, wenn auch knapp, die Intrigen, die hinter seinem Rücken und gegen Alfred und seinen Sohn und Thronfolger Edward geschmiedet werden.

Das ist zwar spannend, und Fans von Cornwell kommen durchaus auf ihren Geschmack, aber irgendwie fehlt ein gewisser Fluss in der Erzählung. Ein bisschen hölzern kommt die Erzählung daher, man vermisst gelegentlich einen gewissen Tiefgang, und so richtig wird man mit den Charakteren auch nicht warm. Vielleicht mag es auch an der Übersetzung liegen, denn es fällt schon auf, dass bei einigen englischen Redewendungen versucht wurde, ein entsprechendes deutsches Pendant zu finden, was aber nicht immer geglückt ist. Immerhin gibt es aber einige neue und alte Personen, die man wiedertrifft oder die man kennen lernt, wie die Zauberin Ælfadell, die zwar einen prominenten Platz in der ersten Hälfte des Romans bekommt, letztlich aber doch nicht so entscheidend für den weiteren Verlauf der Handlung sein wird.

Und der Gegner greift nicht an

In der zweiten Hälfte des Romans, als Edward die Krone übernimmt und Uhtred ihm den Treueschwur geleistet hat, formieren sich die Gegner des neuen Königs, der vorhat, das Erbe seines Vaters anzutreten und letztlich ein geeintes Britannien, vor allem ohne Dänen, zu schaffen. Uhtred selber entwickelt sich nicht großartig weiter, aber dafür umspannt der Roman auch nicht genügend Zeit. Gerade mal drei Jahre vergehen auf den etwas mehr als 500 Seiten, und in der zweiten Hälfte findet der Erzähler wieder zu seiner alten, gewohnten Stärke. Es wird nicht so viel herumgeschlachtet, und das wundert selbst Uhtred, denn er würde an Stelle seiner Feinde anders vorgehen. Doch gerade hierin liegt die Spannung, dass er nicht weiß, was sein Gegner planen und wie sie vorgehen. Sie sind in der Überzahl, und es müsste ihnen ein leichtes sein, Uhtred und seine Mannen zu schlagen, aber sie greifen nicht an. Hinzu kommt, dass man sich nie sicher sein kann, wer Freund ist und wer Feind, und nur gelegentlich kommen Boten mit Nachrichten von anderen Fronten, und erst langsam kristallisiert sich heraus, was sich da auf britischem Boden überhaupt abspielt.

Cornwell vermischt gekonnt altbekanntes aus seinen Romanen, vor allem das Personal, mit neuen Aspekten und bringt auch einige vergnügliche verbale Scharmützel mit. Amüsant sind vor allem immer wieder sein Unverständnis der Kirche gegenüber, mit der er immer noch nicht viel anfangen kann, und dem damit verbundenen ewigen Zwist mit den Göttern des Nordens. Wie man mit einer handvoll Broten und Fischen zehntausend Menschen ernähren konnte, ist ein gefundenes Fressen für einen sarkastischen Kommentar. Neu ist, dass Uhtred noch nie einen Löwen gesehen hat und sich auch nicht vorstellen kann, wie so einer denn wohl aussehen mag – das ist immer wieder für einen Schmunzler gut. Cornwell versteht es, selbst im dreckigsten Kampf seinen Helden Humor einzugeben, der dann auch nicht unpassend ist.

Trotz allem packend und spannend

Cornwell gelingt es, sich dramaturgisch nicht zu wiederholen, allerdings kommen die Gedanken an das Kämpfen im Schildwall doch recht oft vor, und auch als jemand, der erstmals einen Cornwell-Roman in der Hand hält, dürfte man feststellen, dass es mit dieser „Schildwall-Romantik“ vielleicht ein wenig übertrieben wurde. Man ist auch geneigt zu sagen, dass man mit all den Namen, die mit „Æ“ beginnen, wie Æthelwold, Æthelflaed, Æthelred, Æthelstan und Ælfadell (letztere ist die Zauberin und nicht mit den anderen, Alfreds Familie, verwandt) schon durcheinander kommen kann, da aber die Familienmitglieder tatsächlich so geheissen haben, muss man da einfach durch und sich im Zweifelsfall des Stammbaums bedienen, der am Beginn des Romans steht.

Eine Karte, das Ortsnamenverzeichnis, der Stammbaum und ein hochinteressantes Nachwort ergänzen den Roman, der für die Hauptperson keine Entwicklung zeigt, wohl aber eine entscheidende Schnittstelle in der Geschichte Britanniens präsentiert und diese dem Leser trotz allem spannend und packend erzählt. Mag dieser Roman auch nicht der stärkste in der Reihe der Sachsen-Saga sein, so ist einem ein „schwächerer“ Cornwell doch immer noch lieber als einiges andere auf dem Büchermarkt, das weniger Tiefgang und wenig Spannung zwischen zwei Buchdeckel bringt. Warum der Titel Der sterbende König gewählt wurde, bleibt fraglich, denn der Originaltitel Death of Kings, also „Tod von Königen“ trifft viel mehr zu, denn es werden noch mehr Könige außer nur Alfred die letzte Seite des Romans nicht lebend erreichen. Das Mittelalter war eben blutig, gewalttätig, voller interessanter Geschichten und unheimlich spannend. Und so warten wir mit Freude auf den siebten Teil, den der Autor bereits angekündigt hat.

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«

M.Reinsch zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«11.04.2016
Wessex im Jahr 899… König Alfred stirbt und übergibt sein Erbe Edward, seinem Sohn. Darüber ist nicht nur Alfreds Neffe unglücklich, auch die reichen Aldermänner von Cent sehen ihre Chance, Ihrer Region einen König zu geben und sich aus dem Griff Wessex zu lösen. Auf der anderen Seite stehen zwei große Dänische Heere und der verschlagene König von Ostanglien, die sich gerne Teile von Cent und Wessex einverleiben möchten.
In den Jahren 899 bis 903 gab es nicht viel an Kämpfen in England, so kann Bernhard Cornwell nur auf den letzten 20 Seiten eine große Schlacht (auf die wohl immer alle seine Leser warten) beschreiben. Sicher kommt man hier wieder wunderbar auf seien Kosten, aber davor liegen gut 480 Seiten, die sich „hinziehen“. Der Schreibstil ist wie immer angenehm und leicht zu lesen. Verwirrend ist die Namensvielfalt der Aldermänner, Priester, Dänen… Zwar hilft eine Karte, ein Städtenamensverzeichnis und der Stammbaum der Königsfamilie von Wessex ein gutes Stück weiter, aber ich sah mich leider öfter gezwungen Seiten zurück zu blättern, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Dieses wilde Gemisch, von Verträgen, gebrochenen Versprechen und Zusammenschlüssen, zehrt an der Geduld der Leser und der dünne „Rote Faden“, den Uthred mit sich bringt, hilft nicht immer, gegen den fast völlig fehlenden Spannungsbogen. Zwar gibt Cornwell am Ende (in seinem Nachwort) noch einmal sehr interessante und informative Beschreibungen dieser Zeitspanne ab, aber im Roman kommt es zu einigen Längen. Sicher ist dieser Band ein wichtiger Übergangsband, der zu erneuten großen Schlachten führen wird, aber für den verwöhnten „Sachsen-Saga-Leser“ ist er zu weit gefächert und ruhig.
Fazit: Der bisher schwächste Band, der „Uthred-Saga“, auch wenn er durch die beschriebene Zeit kaum anders geschrieben werden konnte. Detailreich und informativ, aber kein „Reißer“, wie so mancher Vorgängerband.
Stefan83 zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«07.07.2014
Liest man sich die vielen doch arg negativen Rezensionen zum sechsten Band der „Sachsen“-Saga mal so durch, könnte man auf den Gedanken kommen, dass sich dessen Titel viel mehr auf seinen Autor (hinsichtlich der Schilderung des brutalen dunklen Mittelalters für mich ungekrönter König im Bereich historischer Unterhaltung) bezieht, als auf Alfred den Großen, dessen letzte Tage der Regentschaft das diesmalige Handlungskorsett bilden. Langweilig, langatmig oder uninspiriert sind da noch die nettesten Bezeichnungen mit denen Cornwells Werk dabei bedacht wird. Doch auch zu Recht? Fakt ist sicherlich: „Der sterbende König“ ist alles andere als ein typisches Buch des englischen Autors, der mit seinem Hang für Dramatik und drastische Szenen Bekanntheit erlangt und noch jedes Mal für ein großes, blutiges Schlachtengemenge gesorgt hat. An seiner statt überwiegen diesmal jedoch Dialoge und ruhige Passagen, entspinnt sich der rote Faden in einem bedächtigen Tempo. Das mag gewöhnungsbedürftig sein, passt aber zur beschriebenen Epoche und der politischen Lage am Ende von Alfreds Herrschaft, weshalb ein Abgesang auf Cornwell und die Reihe im Allgemeinen mir hier eindeutig zu früh kommt. Doch dazu später mehr.

Kurz zum Plot: Den Anfang nimmt das Buch im Jahre 898, womit es einige Monate nach „Das brennende Land“ spielt und auch in vielerlei Details auf die dort beschriebenen Ereignisse näher eingeht. Alfred der Große ist noch König von Wessex, Cent und Teilen Merciens, konnte aber nach der Schlacht von Beamfleot nur einen äußerst brüchigen Frieden mit den Dänen erwirken, dem vor allem Uhtred, das Schwert der Sachsen, nicht traut. Während Alfreds Kirchenmänner schon den Sieg über die in ihren Augen heidnischen Nordmänner feiern, bleibt der in die Jahre gekommene Krieger skeptisch. Für ihn ist der Frieden nicht mehr als eine Atempause, die Ruhe vor dem Sturm, welche vor allem der Feind nutzen wird, um an Stärke zu gewinnen. Neue Bündnisse werden geschmiedet, alte Eide gebrochen. Unruhe keimt in den Grenzregionen auf, in denen man Wessex' Vorherrschaft nicht ohne Widerspruch hinnehmen will. Und auch in Alfreds eigener Familie fehlt es an Einigkeit. Den Thronanspruch seines Sohnes Edward unterstützen nicht alle. Selbst Uhtred hadert mit einer Entscheidung, trägt sich mit dem Gedanken endlich gen Bebbanburg zu ziehen, um sich sein Erbe zurück zu erkämpfen und die Sachsen sich selbst zu überlassen.

Als Alfred schließlich stirbt endet damit nicht nur eine Dynastie – es ist auch gleichzeitig das Fanal für den vermeintlich letzten und entscheidenden Angriff der Dänen...

Politische Ränkespiele, diplomatische Friedensmissionen, ein sesshaft gewordener Uhtred? Wie bereits oben erwähnt, müssen sich Kenner der Reihe doch erst einmal ein wenig auf die neuen Gegebenheiten einstellen, welche sich so frappant vom sonstigen Tenor der „Sachsen“-Serie unterscheiden. Geschuldet sind sie aber schlicht und einfach dem historischen Kontext, den Cornwell zwar in seinen Büchern immer mal wieder biegt und erweitert, aber nie gänzlich unter den Tisch fallen lässt. Wenn man also dem Leser nicht eine Lücke von mehreren Jahren zwischen den einzelnen Bänden zumuten will, muss man sich dem zeitlichen Ablauf der Geschichte beugen. Und das wiederum heißt: Frieden und eben kein Krieg, den Cornwell wie kein anderer Autor in all seinen Facetten auf Papier zu bringen vermag. Und ja, da müssen wir ganz ehrlich sein, darunter leidet dann letztlich auch der Spannungsbogen. „Der sterbende König“ ist somit das Luftholen vor der eigentlichen Schlacht, die Einleitung zum Kampf, der in den kommenden Büchern nicht nur um den Thron, sondern auch um die Einheit aller Sachsen ausgefochten werden wird. (Nur so nebenbei: All dies geschah in erster Linie im Süden Englands, was wiederum der Grund ist, warum Cornwell bisher darauf verzichtet hat, Uhtred den Weg in die Heimat antreten zu lassen.)

Wer nun Angst hat, dass Band sechs der Saga nur so dahinplätschert, der kann aber beruhigt werden, da sich auch diese Lektüre äußerst kurzweilig verschlingen lässt. Das liegt nicht zuletzt an der knackig-knappen Schreibe und dem schwarzen Humor. Im Besonderen verkörpert von dem Hauptprotagonist (und gleichzeitig rückblickend erzählenden) Uhtred, der mit dem Alter zwar keine Weisheit erlangt hat, dafür aber in Punkto Kriegskunst inzwischen fast jeden Braten riecht und immer wieder für eine Überraschung gut ist. Das müssen auch diesmal wieder seine Gegner erfahren, unter denen der Respekt vor dem Schwert der Sachsen immer mehr wächst. Ansonsten passiert – und auch das ist typisch Cornwell – was die Weiterentwicklung der Figur angeht, nicht wesentlich viel. Zudem ist Uhtred mit Mitte 40 für damalige Verhältnisse bereits fast im Greisenalter, was, angesichts des hohen Anspruchs an geschichtlicher Authentizität, seine führende Rolle in jedem Schildwall langsam etwas unglaubwürdig macht. Da der Autor in dieser Reihe die Werdung Englands in Gänze abbilden will und bis zu Æthelstans Wirken noch fast 25 Jahre vergehen, sollte sich dieser langsam etwas einfallen lassen bzw. die Rolle Uhtreds seinem fortgeschrittenem Alter anpassen. Oder wird seine große Enttäuschung, der bibelfeste, Psalmen singenden Sohn gleichen Namens gar doch noch zum wackeren Krieger?

Trotz fehlender Dramatik und dem nicht durchgängigen Spannungsbogen: Auch „Der sterbende König“ ist wieder eine äußerst packende, weil unheimlich plastisch und nachvollziehbar geschilderte Geschichtsstunde, in der natürlich trotzdem am Ende wieder die Schwerter für ein (für Cornwellsche Verhältnisse) kleines Gemetzel aus der Scheide gezogen werden. Ein Appetizer auf das hoffentlich kommende Festmahl (Jetzt zieh endlich gen Bebbanburg, Uhtred!), von dem Quereinsteiger aber die Finger lassen sollten. Schon vorher war es schwer sich einfach so in die Reihe reinzulesen – mittlerweile ist es allein aufgrund der vielen Figuren und ihre Verbindungen gänzlich unmöglich.
Manfred Rathunde zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«10.02.2014
www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Uhtred 6 - Der sterbende König“ ,Rowohlt´

Der Meister hat sich Zeit gelassen, aber jetzt schlägt Uhtred von Bebbanburg mit geballter Kraft wieder zu. Das Jahr 898 auf den britonischen Inseln wird zu einem Schicksalsjahr für Alfred den Großen. Nach Jahren des Kampfes gegen die Dänen und ihren Verbündeten, konnte man Wessex, als sächsische Hochburg sichern. Das Alfred seine Mühe hatte, die Okkupanten im Zaum zu halten, war schon klar. Allerdings steht außer Frage, in seiner Zeit war er ein großer Staatsmann, dessen Herz für ein einiges Sachsenreich (England) schlug. Und mittendrin platziert Bernard wieder seinen Protagonisten, der so viel für den Grundsteinleger dieser Idee getan hat und immer wieder, durch den Einfluss der christlichen Speichellecker des Königs, so wenig entlohnt wurde. Cornwell hat die Leidenschaft einen historischen Roman zu kreieren und die Handlung mit seinen Charakteren zu bevölkern, die ihren Platz neben den überlieferten Figuren einnehmen. Suchtgefahren kann man versuchen zu begegnen, in dem man seinen Arzt und/oder Apotheker aufsucht, nur werden diese einem, genau, selbiges Rezept auf das Auge drücken, weil sie selbst schon abhängig sind. Da Alfred im Sterben liegt, muss die königliche Nachfolge gesichert und somit Edward, der Sohn, gestärkt werden, was Uhtred ein Vergnügen ist, er schläft ja mit dessen Schwester, zum Leidwesen ihres christlichen Vaters und seiner Priesterclique, nur Alfred drückt immer noch ein Auge zu, schließlich hat ihm Uhtred so manchen Sieg gebracht. Und Æthelflaed hat dabei geholfen. Der Heide und der Christ sind unzertrennbar verbunden, keiner von beiden kann es wirklich ändern, zu verquickt sind die Parteien. Immerhin hat es Alfred, mit Hilfe Uhtred´s, geschafft, fast dreißig Jahre, sich die Nordmannen vom Leibe zu halten. Nach Alfreds Tod herrscht ein kristalliner, brüchiger Frieden, aber die Konflikte sind abzusehen. So mancher versucht, seine Macht zu verstärken und Edward den Weg zum Thron zu verstellen. Cornwell packt seine geballten Fähigkeiten des Erzählens, wie ein Barde, in die Waagschale und erntet die Zustimmung des Publikums. Und Uhtred muss einen weiteren Weg gehen, der nicht sein eigentlicher ist. Die Rückeroberung Bebbanburgs muss warten. Aber, solange die Priester rummaulen, ist er zu jeder „Sünde“ bereit. Hat sogar noch Spaß dran, immerhin huldigt er den nordischen Göttern, und die verbieten keine Unterhaltung, wie es angeblich in der „Heiligen Schrift“ steht. Oder besser, wie ihre selbsternannten Pressevertreter auf Erden es predigen. Bernard lässt seinen Helden genau wieder dort einschlagen, wo er die besten Ambitionen hat. Im Kampf um Alfreds Traum, den die dänischen Okkupanten, ihre sächsischen und sonstigen Verbündeten, jetzt nach seinem Tod, zerstören wollen. Und sie wollen Uhtred´s Kopf, als Dreingabe, um ihn als Trophäe an ihren Hausgiebel zu nageln. (MRD)

ISBN 978-3-499-25903-6 502 Seiten 9,99 € (D) 10,30 € (A)
Stephan Westenberger zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«18.12.2012
Bereits die ersten Seiten bringen den geneigten Leser wieder "zurück" ins Geschehen. Im Verlauf wird dann (subjektives Empfinden meinerseits) viel hin und her gewandert bzw. geritten. Es folgt das ein oder anderen Geplänkel. Ich persönlich war oft nicht ganz so gefangen wie in der ersten Teilen. Jetzt kommt das ABER. Die letzten Seiten sind dann wieder so fesselt wie man es von der Uthred Saga gewohnt ist. Hier kommt es wieder, dieses (für mich) legendäre Abtauchen in die Handlung, das mitten drin sein im Geschehen - fabelhaft!
Ich hoffe die Folgebücher reichen wieder an die gewohnte Qualität heran. Man wird gespannt sein...
ackermann zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«23.10.2012
Mit Spannung erwartetes Folgebuch. Bis jetzt der " flachste Band", aber es soll ja weitergehen. ich hoffe nur nicht wieder ein Jahr warten zu müssen. Wer alle Folgen kennt ist trotzdem auf dem Laufenden. Meiner Meinung nach sollte Uthred endlich mal zum Abschluß kommen; das "Dallassyndrom"(never ending story) macht sich langsam breit.
Es besteht die Gefahr das Interesse zu verlieren,das wäre schade.
Baumfall zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«23.10.2012
Die Tage werden kürzer, der Herbst hält Einzug und mit ihm kehrt auch Uthred von Bebbanburg zurück. Wärend der alte Glaube mehr und mehr dem Vergessen anheim fällt, zeichnet sich die Christenheit Englands als vorherrschende, spirituelle und weltliche Macht ab. Was die beiden Parteien vereint ist das Warten. Warten auf Alfreds Tod. Unterdessen versuchen die üblichen Verdächtigen an die Schätze und fruchtbaren Felder Englands zu kommen sobald Alfred vor seinen Schöpfer getreten ist. Uthred in seiner Rolle als "Schwert der Sachsen" überzeugt auch in diesem Band durch seine bekannten, liebgewonnen Qualitäten. Die geschärfte Klingen werden im 6. Band der Uthred Saga jedoch oft durch mehr oder weniger scharfe Zungen ersetzt. So nämlich, wird vor allem in der ersten Häfte des Buches um Englands Ressourcen gekämpft. Möglich, das es an der Übersetzung liegt, mir jedenfalls schien der Wortwitz, das kommunikative Miteinander der Protagonisten meist eher fahl. Obwohl, das letzte Treffen zwischen Guthred und Alfred in dieser Sache eine Wohltat war. Der Autor lässt ungebrochen eine lebendige Welt entstehen, meisterlich recherchiert und gekonnt beschrieben.
So wie auch Uthred zusehends nervöser wurde als der Frieden unheimlich auf dem Land lastete, so habe auch ich ständig auf die ersten Spähtrupps des Feindes gewartet, in der Hoffnung, den Hügel einer Spannungskurve zu erklimmen. Diese Kongruenz zwischen Uthred und mir mag dem können des Autors zu verdanken sein, oder aber der Möglichkeit, dass er diesen Band vlt. doch etwas lieblos geschrieben hat. Wie dem auch sei, die Seele des Buches ist das Warten. Warten auf Alfreds Tod.
Oli zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«25.09.2012
Ich hab ihn vermisst und habe das Buch verschlungen. Hätten ruhig mehr Seiten haben können. Nun heißt es leider wieder warten. Ich bin gespannt wie es weiter geht und hoffe, es dauert noch einige Bände, bis Uhtred nach Bebbanburg einzieht.Ein muss für jeden, der die anderen Bände kennt. Es kommt keine Langeweile auf.
Falk Heinrich zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«07.09.2012
Ich finde mein Lieblingsautor hat diesen Teil etwas lieblos heruntergeschrieben. Zu wenig Spannungsbogen. Eine oberflächliche Charaktertiefe. Keine neuen Ideen. Natürlich ist der Erzählstil weiterhin sehr flüssig und die Geschichte super recherchiert und interessant.
Trotzdem nur! 76
Was bleibt ist die Hoffnung auf eine bessere Fortsetzung
Raineraus Bremen zu »Bernard Cornwell: Der sterbende König«28.08.2012
Uhtred ist zurück und man wieder mit ihm in den Schildwall. Der Krieger ist gewitzter geworden und die Klinge sitzt immer noch locker.
Alle üblichen Verdächtigen sind mit dabei und garantieren für den Lesespass. - Und die Fortsetzung ist auch angekünfigt.

Glänzend recherchiert, lebensnah und spannend erzählt. 95°
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