Das Zeichen des Sieges von Bernard Cornwell

Buchvorstellungund Rezension

Das Zeichen des Sieges von Bernard Cornwell

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Azincourt“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 560 Seiten.ISBN 3805208782.Übersetzung ins Deutsche von Karolina Fell.

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Kurzgefasst:

Sie suchten den Sieg. Sie fanden die Unsterblichkeit.

England, Anfang des 15. Jahrhunderts. Der junge Nicholas Hook, Sohn eines mittellosen Schäfers, hat eine außerordentliche Gabe: Jeder Pfeil, den er abschießt, trifft sein Ziel. Um der Armut seiner Heimat zu entkommen, tritt er der Armee Henry V. bei, die sich zum Kampf gegen die Franzosen rüstet. Doch das Soldatenleben ist hart und gefährlich. Als vor Harfleur die Ruhr ausbricht, sterben die Krieger wie die Fliegen. Nick überlebt mit knapper Not – mit Hilfe der schönen Melisande, die ihm beweist, dass nicht alle Franzosen Feinde sind.

Schließlich bereitet sich Henry V. auf die letzte Schlacht vor. Bei Azincourt stehen nur noch 6000 Engländer einer überwältigenden Übermacht von 30.000 französischen Rittern gegenüber – eine aussichtslose Lage. Doch die Angreifer lassen einen unaufhörlichen Pfeilhagel auf ihre Feinde niederprasseln. Und auf dem schlammigen Acker an der französischen Kanalküste wird Nick Zeuge eines Wunders.

Das meint Histo-Couch.de: „Eine großartige Legende erwacht zum Leben“96Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Nicholas Hook ist in seinem Dorf ein kleiner junger Nichtsnutz, der sich gerne kleine Unverschämtheiten herausnimmt und der mit seiner Familie einend Kleinkrieg mit der Familie Perrill pflegt. Aber Nicholas ist auch der beste Bogenschütze weit und breit, und so wird er von den Landesoberen aus dem Verkehr gezogen, indem er zum Heer König Henrys V. geschickt wird. Dort setzt er im Jahr 1415 mit vielen anderen Langbogenschützen nach Frankreich über.

Henry V. erhebt Anspruch auf die Krone Frankreichs und will mit einem glorreichen Feldzug das Land des ewigen Feindes erobern. Doch schon die Belagerung der Hafenstadt Harfleur gerät für Henrys Truppen zum Fiasko. Durch Krankheiten und zu wenig Proviant wird das Heer immer schwächer, während die Franzosen in Harfleur die Burg wohl noch ewig halten können. Durch einen Zufall können sie jedoch die Stadt erobern, und nachdem sie dort wenig ruhmreich eingezogen sind, geraten die Pläne durcheinander.

Sie reiten Richtung Westen, nach Calais um von dort aus weitere Pläne zu schmieden. Henrys Sieg und der Zustand seines Heeres sind mehr als peinlich, und so reiten sie geschwächt, von den Franzosen beobachtet, gen Westen. Sie plündern nicht einmal Dörfer, sondern wollen nur über die Somme setzen, was von den Franzosen am anderen Ufer verhindert wird. So landeinwärts getrieben, finden sie schließlich eine Furt, die nicht von Franzosen bewacht ist. Sie setzen über und rasten am nächsten Hügel. Auf der anderen Seite wartet jedoch bereits das komplette französische Heer mit sechsmal soviel Soldaten, einer scheinbar unschlagbaren Übermacht. Die kommende Schlacht wird eingehen in die englische Geschichte als die Legende von Azincourt.

Der Leser ist mittendrin statt nur dabei

Bernard Cornwell hat mit seinem großartigen Roman Das Zeichen des Sieges ein Werk vorgelegt, das an Dramatik, Spannung und teilweise auch Humor kaum zu überbieten ist. Als Meister der Erzählkunst nimmt er den Leser mit in eine Zeit, in der das Kämpfen für König und Vaterland der größte Segen auf Erden war und in der das eigene Leben selbstverständlich in Diensten seines Herrn gestellt wurde. Anhand des Bogenschützen Nicholas Hook wird einer der unwahrscheinlichsten und unglaublichsten und daher größten Schlachtensiege der Engländer über die Franzosen dargestellt, und Cornwell tut dies mit einer Präzision, so dass man denkt, man steht mit auf dem Feld.

Cornwells Erzählweise ist klar und verständlich, er baut die Spannung langsam auf und läßt den Leser mit verzweifeln und mit siegen und verlieren. Dieses Mal hat Cornwell nicht die Perspektive eines Ich-Erzählers gewählt, wie er das sonst häufig tut, aber das ermöglicht so einen groberen Blick auf das Schlachtgeschehen, als es nur durch die Augen eines Menschen hätte geschehen können. Cornwells großes Plus ist hierbei die Aufschlüsselung der Taktik, mit der die Engländer, im Endeffekt wohl eher ungewollt, gegen die Franzosen den Sieg davontrugen.

Anhand der Gruppe der Langbogenschützen wird der Roman erzählt und das Geschehen erklärt. Dabei geht Cornwell dramaturgisch geschickt vor und läßt den Leser mit einer gehörigen Prise Humor mit durch den Schlamm waten und nimmt ihn mit in das Getümmel vor Ort. Bis in die kleinste Nebenfigur wird alles gut aufgeschlüsselt, sodass es immer verständlich ist. Ob es nun Freunde oder Feinde sind, jeder ist nie nur schwarz-weiß gezeichnet, wodurch sich Cornwells hervorragende Beobachtungsgabe zeigt. Das liest sich gut und intensiv, und man mag kaum glauben, wie schnell man das Buch – leider, mag man sagen – durch hat.

Rundum detailverliebt, aber nie langweilig

Die Darstellung der Schlachten mag für manchen Leser sehr brutal sein, vielleicht zu brutal, aber wer ein Buch über eine Schlacht liest, der weiß, worauf er sich einlässt. Cornwell schönt nichts, und durch die minutiöse Aufschlüsselung der Abfolge des Schlachtgeschehens wird auch nicht nur gekämpft, sondern man blickt sozusagen auch hinter die Kulissen eines Heeres. Und das nicht nur aus der Sicht der Langbogenschützen mit Nicholas Hook, sondern auch der Gefangenen, der Reiterei und der anderen Heerkämpfer.

Natürlich flicht Cornwell auch eine kleine Liebesgeschichte um Nicholas und seine Melisande ein, eine Französin, gegen deren Familie er kämpfen muss, und auf dem Feld trifft er natürlich auch seine verhassten Perrills aus seinem Dorf wieder, die allerdings auf derselben Seite kämpfen wie er. Auch seinen Bruder Michael trifft Nicholas im Heer wieder, aber nicht jede Begegnung mit Bekannten ist von Erfolg gekrönt. Da geraten Tunnelbauten schnell zur Falle, und es ist für manche Überraschung gesorgt.

Drei Karten und ein ausführliches Nachwort des Autors runden einen Roman ab, der gelungener nicht sein könnte. Wer bereits Shakespeares Drama Henry V. kennt, der wird sich in diesem Buch sehr wohl fühlen, jeder andere Leser aber auch. Das ist großartige Literatur, spannend geschrieben und für jeden, der noch nie ein Buch von Bernard Cornwell gelesen hat, auf jeden Fall eine Entdeckung wert. Wir freuen uns auf die nächsten Romane des britischen Erfolgsautors. Mehr davon!

Zum Interview mit Bernard Cornwell zum Roman geht es hier!

 

Ihre Meinung zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«

M.Reinsch zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«13.06.2012
Eigentlich beschreibt Cornwell in seinem Buch 3 Schlachten, bzw. 2 Städtebelagerungen die Auswirkungen auf Azincourt hatten (Soissons, Hafleur).
Wie in fast allen seinen Büchern begleitet der Leser einen „einfachen Mann“ und erlebt Alles aus Dessen Sicht.
Hier heißt der Protagonist Thomas Hook, der seinem „Vorgänger, Thomas von Hookton“ doch sehr ähnlich ist (Dieser wird auch kurz erwähnt, als Bogenschütze, der zu Geld gekommen ist).
So ist leider auch der Kern der Geschichte wieder bekannt, bis hin zu dem „Glaubenskrieg“, den Cornwell wohl immer mit sich aus ficht (guter gegen bösen Priester). Wobei Diesmal die Ausführungen zu Kirche selbst eher harmlos sind und sogar manch angenehm zu lesende Passagen hat. Wie immer sind das Leben und Leiden der einfachen Bevölkerung (auf beiden Seiten des Kanals) sehr lebhaft und bildhaft beschrieben und vermitteln dem Leser ein rundes Bild des frühen 15.Jahrhunderts.
Worin B.Cornwell ein wahrer Meister ist, sind seine Schlachtszenen! Für manche Leser zu brutal, spiegeln sie für mich doch das Damalige Geschehen auf dem Feld wieder. Wenn die Männer aufgestachelt nur noch an das eigene Fortbestehen denken und mit jedem Angriff nur ans „Ausschalten des Gegners um jeden Preis“ denken. Nur um sich dann später zu bemitleiden, weil ja gefangene vielleicht ein Lösegeld eingebracht hätten. Die ganze Stimmung und der Fortgang der Kämpfe sind wieder einmal hervorragend niedergeschrieben und man wähnt sich mitten im Kampfgeschehen. Auch der Detailreichtum zu Waffen und Rüstungen zeigt wieder einmal die exzellente Recherche Arbeit von Hr.Cornwell. Hier sei besonders die Passage, in der Sir John seine komplette Plattenrüstung mit Hilfe seines Junkers anlegt, erwähnt!
Neben einem ausführlichen Nachwort (fast einer Nachbesprechung), finden sich im Buch auch 3 recht detaillierte Karten, die einem den Weg von Henrys Armee und die beiden wichtigsten Orte nahebringen.
Fazit: Wieder ein wunderbares Geschichtsbuch, des wohl bekanntesten „Geschichtenerzählers“ Großbritanniens
Susannah zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«22.01.2011
England, im 15. jahrhundert. Nicholas Hook ist ein Taugenichts, ein Unruhestifter - doch im Umgang mit dem Bogen einmalig. Seine Kunst rettet ihm das leben, denn anstatt für den Angriff auf einen Priester gehängt zu werden, verlässt er England Richtung Frankreich. Den Henry V., in seinen Augen legitimer Herrscher von Frankreich, will sich das nehmen, was ihm zusteht. Und dazu braucht es Bogenschützen. Hook begibt sich auf eine Odysee aus Krieg, Krankheit und Elend. Doch am Ende sollten die Bogenschützen der englischen Armee auf einem unbedeutenden Fleckchen Erde namens Agincourt die entscheidende Rolle spielen ...

Bernard Cornwell wird häufig als einer der neuen Meister des historischen Romans bezeichnet. Mit Sicherheit hebt er sich von der Masse ab: denn bei ihm stehen keine Frauen in Männrkleidern ihren Mann, keine Töchter von Wanderhuren kämpfen gegen die Ungerechtigkeit. COrnwells Werke sind in erster Linie Poitraits großer Schlachten, und das bedeutet in erster Linie Blut. Jede menge Blut, dass in seinen Sachsen-Chroniken ebenso fließt wie hier in Agincourt. Und doch wäre es unfair, Cornwell auf seine großartige Schlachteninszenierung zu beschränken. Denn er erweißt sich darüber hinaus als genauer Kenner der Historie mit einem Gespür für Menschen, Sprache und Sitten. Das mittelalterliche ENgland wird greifbar, wirkt lebendig. Hook, zunächst ein echter Anti-Held, wächst dem Leser immer mehr ans Herz - und als er auf dem Schlachtfeld von Azincourt steht, bangt man sogar um den Helden, der doch gar keiner sein wollte.

"Das Zeichen des Sieges" ist ein spannender, bildgewaltiger historischer Roman, der den Vergleich mit den großen der Liga nicht scheuen muss - und der, wenn man sich darauf einlässt, einen entführen und berühren kann.
Stefan83 zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«18.11.2009
Er ist zurzeit der wohl erfolgreichste Autor historischer Romane: Bernard Cornwell.

In einem Genre, das in erster Linie von Wanderhuren, Weberinnen und Porzellanmalerinnen beherrscht wird, sticht er mit seiner ganz eigenen Stimme und einem unvergleichlichen Stil heraus. Wie kaum ein anderer vermag es Cornwell, historische Schlachtfelder auf dem Papier lebendig werden zu lassen, weshalb es nun auch wenig verwundern dürfte, dass er sich für seinen neuesten Roman "Das Zeichen des Sieges" eine Auseinandersetzung erwählt hat, die auch nach fast 600 Jahren immer noch tief im kollektiven Bewusstsein der Briten als größter englischer Sieg der Militärgeschichte verankert ist: Die Schlacht von Azincourt. Und wie auch schon in seiner Gralsserie, welche die frühe Epoche des hundertjährigen Krieges um den Thron Frankreichs behandelt, lässt er uns dieses historische Ereignis aus der Sicht eines Langbogenschützen erleben, wobei erneut vorneherein deutlich gemacht werden muss: Leser mit schwachen Nerven und übermäßig Zartbesaitete sollten diese Lektüre mit Vorsicht oder gleich gar nicht genießen, denn Cornwell beschreibt den Schrecken des Krieges bis ins kleinste, oftmals widerliche Detail.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang im Winter 1413. Nicholas Hook, Förster und Mann aus einfachen Verhältnissen, gilt im weiten Umkreis als bester Bogenschütze und wird von den Wilderern, die er im Auftrag seines Herrn Lord Slayton in den Wäldern jagt, dementsprechend gefürchtet. Hooks Ruf ist dennoch nicht der Beste, da eine alte Familienfehde mit den nachbarlichen Perrills schon desöfteren für böses Blut gesorgt hat. Als er gegenüber dem verdorbenen Priester Sir Martin (Sergeant Hakeswill aus der "Sharpe"-Reihe lässt grüßen), unter dessen Schutz die Perrills stehen, handgreiflich wird, muss er als Geächteter seine Heimat verlassen. In Frankreich wird er zum Söldner in burgundischen Diensten und eine Wache auf den Zinnen der Stadt Soissons. Als diese durch Verrat an die Franzosen fällt, wird er Zeuge eines grausamen Gemetzels, dem er gemeinsam mit der schönen Französin Melisande nur knapp entkommen kann. Zurück in England schließt er sich nun der Armee um den jungen König Henry V. an, die in die Normandie übersetzt, wo sie die Stadt Harfleur über Wochen hinweg erfolglos belagert. Nach einer langen Zeit aus Hunger, Krankheit und Tod, fällt diese schließlich, und die geschwächten Überbleibsel der englischen Streitmacht (sechstausend Mann, davon fünftausend Bogenschützen) schleppen sich durch den Norden Frankreichs, wo sie schließlich bei Azincourt vom fünffach überlegenen französischen Ritterheer zum Kampf gestellt werden. Die Lage scheint aussichtslos, doch dann lassen Nick und seine Kameraden ihre Pfeile auf den Feind regnen...

Nein, die Zeichnung und Ausarbeitung der Figuren wird wohl nie eine Stärke des britischen Autors werden und ich verstehe diejenigen Leser, die diesem Werk eine mangelnde Tiefgründigkeit vorwerfen. In der Tat wirkt hier der Plot stellenweise wie ein Aufguss der alten Gralsserie, und eine Vielzahl von Nebenfiguren, darunter u.a. König Henry, bleibt blass und ohne Hintergrund. Sie sind meist lediglich Namen auf einem großen Schlachtfeld, das wie sie oft die eigentliche Hauptrolle des Romans einnimmt. In Punkto Authentizität bleibt Cornwell aber ohne Frage ein Meister seines Fachs. Ohne zu verklären oder die Hand vor den Mund zu nehmen, schildert er die Grauen des Schlachtengetümmels, so dass selbst ganz Hartgesottene Leser unwillkürlich nach Luft schnappen werden. Das mag vielen Lesern in der Grausamkeit zu weit gehen, aber Fakt ist, dass sich die Realität der spätmittelalterlichen Kriege wohl so, wenn nicht gar schlimmer, dargestellt hat.

Und dennoch muss man keineswegs kriegslüstern veranlagt sein, um "Das Zeichen des Sieges" genießen zu können, da der Autor ganz nebenbei, und das ist seine Stärke, eine gehörige Portion geschichtliches Wissen vermittelt, das mit dem informativen, fundierten Epilog noch unterfüttert wird. Cornwell stellt ganz deutlich heraus, dass die Schlacht von Azincourt nicht nur aufgrund des Sieges der Engländer etwas besonderes war, sondern nimmt John Keegans Aussage auf, der in seinem Buch "Der Antlitz des Krieges" behauptet: "Es ist ein Sieg der Schwachen über die Starken, des gemeinen Soldaten über den berittenen Edelmann, der entschlossenen Tat über große Reden ... und es ist eine Geschichte von grausamen Schlächtern und unvorstellbaren Gräueln".

Insgesamt ist "Das Zeichen des Sieges" erneut ein lohnenswerter, historisch authentischer Roman, der mit einer spannenden Handlung überzeugt und allen Freunden militärhistorischer Geschichten ans Herz gelegt sei. Die fehlende Tiefe der Figuren fand ich vernachlässigbar, aber das viel zu abrupte Ende hat den abschließenden Leseeindruck doch etwas geschmälert.
maupe zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«07.11.2009
Das Buch ist eine Wucht. Die Schlacht bei Azincourt ist voller Schlamm und Blut. Aber erwartet man etwas anderes bei Bernard Cornwell? ;-)

Schwierig ist es dies Buch für Leser zu beschreiben, welche vielleicht das erste mal ein Buch dieses Autors zur Hand nehmen. Für alle anderen gilt, es ist ein Cornwell Roman durch und durch. Auch wenn ich, man möge mir verzeihen, manchmal das Gefühl hatte, dass ein gewisser anderer Charakter Cornwells in einer Zeitmaschine einige Jahrhunderte zurück gebeamt wurde. Doch der Geschichte tut dies keinen Abbruch.

Wie schon erwähnt, ist der Leser von Beginn an beim Hauptchara und geht mit ihm den Weg nach Azincourt und dort hindurch. Die Schlacht ist nicht ein bloßes Zahlen herunter rattern oder ein Heldenepos. Anhand der Figuren zittert man mit, obwohl man ja ungefähr das Ende kennt.

Zwei Dinge gefallen mir immer wieder an den Büchern Bernard Cornwells. Es findet keine Rosenromanze statt und diese modern gewordenen Romane über emanzipierte Frauen in Männerrollen sind hier auch weit entfernt.

Das Buch war ein Genuss von der ersten bis zur letzten Seite.
Wello zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«13.10.2009
Wie macht Cornwell das nur. Er schüttelt seine Feder und heraus tropfen Wörter die sich sofort zu einer Geschichte zusammenfügen die spannender und lebendiger nicht sein kann. Wie in den meisten seiner Romane geht es um Kriege und Schlachten und selbst derbe Sprüche und brutal beschriebene Kämpfe, oder gerade deshalb, können einen vom Lesen nicht abhalten. Man schafft es einfach nicht das Buch zur Seite zu legen und wen doch dann kreisen seine Gedanken immer wieder zurück zu diesen Buch.
Eigentlich müsste auf dem Einband ein Vermerk angebracht werden
„ - Warnung – das lesen dieses Buches macht süchtig“
arthez zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«09.10.2009
Gelungene Beschreibungen über den Krieg, Belagerungen und sonstigen Schlächtereien Anfang des 15. Jahrhunderts. Das Ganze kann allerdings sehr leicht ermüden, denn von Anfang an kann man erahnen was den Helden alles blüht, bis zu den sehr unwahrscheinlichen Zusammentreffen auf dem Schlacht(Matsch)feld.

Versöhnlich gestimmt hat mich das (sympathische) Nachwort, nach der „Galgenfrist“ (die ich abgebrochen habe) werde ich mir in Zukunft sicher nochmal einen Cornwell gönnen.
olympia zu »Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges«20.09.2009
Der Bogenschütze Nicholas Hook, Sohn eines armen Schäfers, ist voll Hass auf die Familie Perill. Die Familienfehde, die schon über zwei Generationen anhält, treibt ihn immer wieder zu unüberlegten Handlungen. Als er gegenüber einem Vertrauten der Perills, Sir Martin, ein scheinheiliger Priester, handgreiflich wird, bleibt ihm nichts anderes übrig als zu fliehen. In Frankreich begegnet er durch Zufall der Nonne Melisande, die seine Wegbegleiterin wird. Als sie auf König Henry V. treffen, hat er die Möglichkeit in die Truppe der Bogenschützen mit aufgenommen zu werden und diese Gelegenheit packt er beim Schopf. Nicht ahnend, auf welche grausames Gemetzel er sich letztendlich einlässt.

Cornwell stellt den Leser von Beginn an mitten auf den Schauplatz und lässt ihm keine Zeit sich zu orientieren. Packend von der ersten Seite an hält er den Spannungsbogen bis zum Schluss straff. Seine Sprache ist geradlinig, kantig und ohne jegliche Rücksicht auf empfindsame Gemüter. Er berichtet über Kriege, Belagerungen und Schlachten wie sie waren, beinhart, brutal und alles andere als schön anzusehen. Er scheut sich nicht die Dinge beim Namen zu nennen und mitunter braucht man als Leser einen guten Magen, ob des vielen Blutes das fließt, die Gedärme die einem entgegenquellen und die Männer die man vor Schmerzen schier schreien hört.
Trotz dieser brutalen Szenen, die zweifelsohne so vorgekommen sind, sind seine Figuren vielschichtig und empathisch gezeichnet. Für den Protagonisten muss man sich erst erwärmen, denn er ist nicht - wie in vielen anderen Romanen so mancher Massenproduktion - von Beginn an der ehrliche und mutige Held, sondern wächst mit den Situationen und seinen Taten. Und letztendlich steht Nick noch jemand zur Seite, der seine ganze Weltanschauung und seinen extremen Hass auf die Perills ordentlich ins Wanken bringt…

Dieses Buch liest man in flottem Tempo, denn man kommt kaum zum Luftholen, so peitscht Cornwell die Geschichte voran. Das Finale ist natürlich Azincourt und diese Schlacht zeichnet Cornwell so authentisch nach, dass man meint einen Film zu sehen.
Ein absolut spannendes und mitreißendes Buch, dessen einziges (kleines) Manko für mich die viele – nicht immer notwendige – beschriebene Brutalität ist.
Aber auf jeden Fall sehr empfehlenswert!
Ihr Kommentar zu Das Zeichen des Sieges

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