Der Turm der Welt von Benjamin Monferat

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Der Turm der Welt“,, 704 Seiten.ISBN 3805250932.

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Kurzgefasst:

Oktober 1889: Die Pariser Weltausstellung geht dem Ende zu. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt, um Zeuge des Spektakels zu werden. Die brisante internationale Lage scheint für einen Augenblick vergessen. Und doch würde gerade hier, im bunten Gewimmel der Nationen und Interessen, ein Funke genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen. Ausgerechnet da werden zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes tot aufgefunden – sie waren einer Verschwörung auf der Spur. Was niemand weiß: Die Zukunft Europas ist mit dem Schicksal einiger Besucher der Ausstellung eng verknüpft: Eine französische Adelige – Königin der Pariser Salons – fürchtet um ihr Geheimnis: dessen Enttarnung würde weit mehr als nur einen gesellschaftlichen Skandal bedeuten. Ein deutscher Offizier, unterwegs in einer sehr persönlichen Agenda, wird zum Spielball der Großmächte. Ein junger Fotograf schließt einen folgenschweren Pakt, um das Herz seiner großen Liebe zu gewinnen. Ist die bildschöne Kurtisane in Wahrheit eine Spionin? Schließlich versammelt sich alles, was Rang und Namen hat, an der Spitze des Eiffelturms, um das Abschlussfeuerwerk zu bestaunen. Wann wäre der Zeitpunkt für einen Anschlag besser gewählt, um die Welt im Chaos versinken zu lassen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: zu Lande, zu Wasser – und in der Luft ...

Das meint Histo-Couch.de: „Spannender Roman um die Weltausstellung 1889 in Paris“96Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Oktober 1889. Die Weltausstellung in Paris geht ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Tage, und die größte Industrieschau der Welt schließt ihre Tore, und was hat sie dem Publikum nicht alles geboten. Vor allem natürlich den großen stählernen Turm, der von Gustave Eiffel konstruiert wurde und den man schon von weitem sehen konnte. Für das Finale der Weltausstellung kommen noch einmal viele Leute nach Paris, um einer versprochenen riesigen Überraschung beizuwohnen.

Gekrönte und ungekrönte Häupter, privat und offiziell, sind geladen, um um Mitternacht am 31.10. auf der oberen Plattform wohl nicht nur ein berauschendes Feuerwerk zu erleben. Eigentlich ein perfekter Moment für einen Anschlag, wenn man es denn darauf anlegen würde, vor allem in der brisanten Situation Europas, wo es zwischen Frankreich, Deutschland und England gerade brenzlig ist.

Und tatsächlich werden ein paar Tage vor dem Finale zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes tot aufgefunden, eine Vorwarnung? Kurze Zeit spät wird noch eine Prostituierte gefunden, dann noch ein Zuhälter. Zufall? Der alte kongeniale ehemalige Agent Marais wird zurückgeholt, um die Morde aufzuklären und den Anschlag auf die Weltausstellung, wo auch immer dieser stattfinden soll, zu verhindern. Doch wird er es schaffen, zweieinhalb Tage vor dem großen Feuerwerk? Währenddessen droht die Stadt an mehreren Ecken aus den Fugen zu geraten …

Flirrende Atmosphäre

In Benjamin Monferats Roman Der Turm der Welt flirrt es vom ersten Satz an. Dies liegt nicht nur daran, dass jedem Kapitel der Stand eines Countdowns als Überschrift vorangeht, beginnend mit „Zündung in 59 Stunden, 51 Minuten“, dann dem Ort der Handlung, Datum und reale Uhrzeit. So weiß der Leser von Anfang an, dass auch er gewisse Spannungen ertragen wird müssen, da die Uhr gnadenlos tickt und auch auf die jeweilige Lesegeschwindigkeit keine Rücksicht nimmt.

Die Spannung in dem Roman wird aber nicht nur durch den Countdown erzeugt, sondern vor allem auch durch seine verschiedenen Handlungsstränge. Zu Beginn ist es etwas verwirrend, all den verschiedenen Geschichten zu folgen, die zwar in sich auch eine gewisse Spannung haben, aber von so großer Zahl sind, dass man droht, den Überblick zu verlieren. Da steht ein Hotel, das Vernet, kurz vor dem Konkurs, obwohl es trotz der Weltausstellung nicht genügend Profit erwirtschaften konnte, damit auch das Personal kurz vor der Kündigung. Die Legende Agent Marais wird aus dem Ruhestand zurückgeholt, um mit seinem Kollegen, dem Grünschnabel Pierre Trebut den Fall seines Lebens lösen soll. Der britische Nachfolger des Thronfolgers soll inkognito in der Stadt sein, ein deutscher Diplomat ist auf der Suche nach seiner eigenen Herkunft und eine Prostituierte versucht, ihr Hurenhaus am Leben zu erhalten. Diese und noch weitere kleinere Geschichten bestimmen das Geschehen des Romans, während die Uhr gnadenlos tickt und der Leser lange nicht weiß, woran er eigentlich ist und wann und wie sich die kleinen Geschichten endlich miteinander verbinden.

Der Countdown läuft …

Dies gestaltet Monferat allerdings sehr geschickt und er weiß, wie er den Leser in seinen Bann ziehen und bei der Stange halten kann. Das tut er auf der Basis des Zeitgeistes, der zu dieser Zeit das Leben bestimmt. Die Welt ist im Aufbruch, Maschinen beginnen, die Welt zu beherrschen. Fotografien überschwemmen das Volk, Elektrizität ist fast selbstverständlich geworden, Automobile beginnen mehr und mehr, die Straßen zu beherrschen, also Kutschen, die ohne Pferde fahren. Niemand weiß, wohin die technische Entwicklung die Menschheit bringen mag, und genau diesen Zeitgeist, diese Stimmung weiß Monferat einzufangen und dem Leser nahezubringen. Der technische Fortschritt ist an jeder Straßenecke zu spüren, die Luft ist zum Zerschneiden angespannt, die Welt schaut auf Paris.

Mehrere Geschichten steuern auf die Katastrophe zu

Erst allmählich verwebt Monferat die kleinen Geschichten miteinander, und der Leser beginnt zu grübeln, welches denn die große Katastrophe sein würde, auf die das Ganze hinstrebt, und diese soll natürlich nicht verraten werden und auch das Drumherum nicht, denn es ist ein fantastische Lösung, bis zu der der Autor seine Leser bis kurz vor Ende des Romans auf die Folter spannt, und er zieht alle Register, von Elektrizität bis zu bewegten Bildern, die damals noch im Endwicklungsstadium waren, bis hin zu Maschinen riesigen Ausmasses, die aber eben auch zu einer Weltausstellung passen.

Neben dem britischen Thronfolger Edward ist der Maler Henri de Toulouse-Lautrec tatsächlich der einzige historisch verbürgte Charakter in dem Roman, und fast mag man meinen, am Ende noch Jules Verne um die Ecke schauen zu sehen, beinahe ein Frevel, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, aus ihm und seinen Ideen einen Roman zu machen.

Konzentration gefordert

Wer diesen Roman liest, sollte damit rechnen, dass ihm höchste Konzentration auf den Roman abverlangt wird. Die schnellen Szenenwechsel und das große Personal verlangen, dass man unbedingt bei der Stange bleibt, weil man sonst schnell droht, den Faden zu verlieren. Und das wäre schade, denn der Roman besticht durch eine hohe Spannungsdichte und legt von Beginn an ein hohes Tempo vor. Und wer will trotz allem nicht wissen, was um Mitternacht geschieht. Angesichts dessen, was zur letzten Jahrhundertwende alles möglich war und was sich seitdem in den letzten 130 Jahren getan hat, wo der Mensch ins All fliegt, sich schnell auf Schienen bewegt und Roboter baut, die den Menschen streckenweise ersetzen können, mag man sich kaum ausmalen, was alles in weiteren 100 Jahren möglich sein wird. Andererseits, wenn man sich vorstellt, dass man es woanders nicht mal schafft, einen einfachen Flughafen zu bauen&

Eine Karte von Paris mit den entscheidenden gekennzeichneten Spielorten jeweils im Einband und ein äusserst lesenswertes Nachwort ergänzen einen gelungenen, temporeichen und spannenden Roman, bei dem man unbedingt dranbleiben sollte und nicht viel mehr nebenher machen darf. Benjamin Monferat beweist, dass er ein Meister des historischen Spannungsromans ist, der hervorragend recherchiert und weiß, wie man eine flirrende Atmosphäre schafft und den Leser durch seine gut ausgetüftelte Dramaturgie an den Roman fesselt. Ein Roman, der gerade wegen seines Finales nachhallt und dem Leser erst nach der letzten Seite Zeit zum Durchatmen gibt. Puuh. Mehr davon.

Ihre Meinung zu »Benjamin Monferat: Der Turm der Welt«

Sagota zu »Benjamin Monferat: Der Turm der Welt«26.01.2017
"Der Turm der Welt" von Benjamin Monferat erschien (HC, gebunden) im Wunderlich-Verlag (Rowohlt) 2016 und ist nach dem Début "Welt in Flammen" der zweite Roman des Autors, der sich als Schriftsteller der Geschichte verschrieben hat und dessen Romanaufbau und -handlung auch hier als brillant beschrieben werden kann:

"Oktober 1889: Die Pariser Weltausstellung nähert sich ihrem großen Finale. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt, um Zeuge des Spektakels zu werden. Die brisante internationale Lage scheint für einen Augenblick vergessen. Und doch würde, im bunten Gewimmel der Nationen, ein Funke genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen" (.....)
(Quelle: Buchrückentext, Auszug)

Zu diesen Millionen Besuchern zählt auch der illustre Kreis der Hauptprotagonisten: In einer Schlüsselrolle Friedrich von Straten, Angehöriger einer preußischen Geheimdienstabteilung mit 'besonderem Auftrag', der zur Weltausstellung beordert wird; Madeleine Royal, ihres Zeichens Königin der Kurtisanen von Paris; Basil Fitz-Edwards (der auch in "Welt in Flammen" zum Personal zählt) und hier Begleiter des britischen Thronfolgers Edward, genannt Eddy, Duke of Clarence and Avondale ist (letzterer neben Henri Toulouse-Lautrec, dem weltberühmten Maler die einzige historisch authentische Figur); Monsieur Longueville, ein französischer Staatssekretär; Albertine de Roquefort mit Tochter und Nichte, die aus der Picardie zum Pariser Stadtpalais aufbrechen, um auf Einladung von Tourteuil die Weltausstellung zu besuchen; Berneau, dem genialen Erfinder und der geheimnisvollen "Frau über den Dächern von Paris", die hier ebenso wie Friedrich von Straten eine Schlüsselrolle inne hat sowie der legendäre Agent des Deuxième Bureau (eine Sektion des französischen Geheimdienstes) Alain Marais und Pierre Trebut, die im Verlaufe des Romans versuchen werden, aufzuklären, wer hinter dem Attentat steckt, dem zwei weitere Agenten des Deuxième Bureau auf brutale Weise zum Opfer fielen....

Vor dem Auge des Lesers lässt Benjamin Monferat sehr geschickt die Zeit der Exposition Universelle 1889 in Paris wieder aufleben, die als Machtdemonstration Frankreichs in einer Zeit 'gegenseitiger Belauerung' stattfand und zu einer Zeit zahlreicher industrieller Erfindungen und technischen Neuerungen, wo man sich suchte, gegenseitig zu überbieten. Die Anspannung dieses Zeitgeistes ist von der ersten bis zur letzten Seite nacherlebbar, was ich persönlich als fantastisch gelungen erachte.

Die zahlreichen Hauptprotagonisten sind sehr gut ausgeleuchtet, das Geflecht der Beziehungen untereinander, das Misstrauen gegenüber anderen Nationen sehr gekonnt dargestellt; der Autor wählt stilistisch relativ kurze Abschnitte: Es entsteht ein Personenwechsel und dadurch ein Perspektivwechsel in kurzer Abfolge, der dem Leser eine hohe Konzentration (durch die Personaldichte) abverlangt. Hierin liegt ein kleines Manko dieses ansonsten genialen Romans, der fiktiv angelegt ist, jedoch einem für heutige Begriffe realistischen Maßstab nicht entbehrt: Durch die sehr zahlreichen Hauptfiguren, die durch den Romanverlauf führen, ist der Leser gezwungen, eine hohe Konzentration aufzubringen; es ist vergleichsweise wie bei einem 15-fädigen Zopf, dessen lose Enden zum Romanende hin sich zwar finden, jedoch durch die sehr kurzen Perspektiv- und Personenwechsel etwas anstrengend nachzuverfolgen sind: Geduld und Ausdauer, besonders im ersten Drittel, sollte der Leser daher neben dem Interesse an der Historie schon mitbringen.
Letztendlich geht es auch um den Segen und den Fluch jeglicher menschlicher Erfindung, die sich durchaus, wie wir alle wissen und teils (mit)erleben mussten, auch gegen den Menschen richten kann, das 21. Jahrhundert im digitalen Zeitalter zeigt dies bestens auf....

Fazit:

Ein zeithistorischer Roman, ja eigentlich ein Schmöker, der an Umfang und Inhalt sowie sprachlicher Versiertheit und Virtuosität seinesgleichen sucht. Auch wenn ich mir hier und da ein wenig gewünscht hätte, dass 'wenig auch mehr' sein kann, gelingt es m.E. dem Autor, das Zeitgefühl dieser politisch unruhigen Zeit sehr gut widerzuspiegeln. Dafür und für die Romanidee sowie deren Umsetzung ein großes chapeau von meiner Seite!

Im Nachwort (das sehr berührt, besonders auf der letzten Seite) merkt der Autor an,"dass es ein ziemlich ekliges Gefühl sein kann, wenn die Geschichte einen einholt". Gemeint sind die Terroranschläge des IS im November 2015 in Paris, denen 130 Menschen zum Opfer gefallen sind: Hier ergibt dieser sehr lesenswerte Roman (mit Geduld und Ausdauer des Lesers) auch eine aktuelle, leider zeitlos gewordene politische Brisanz wieder, deren letzten vier Worten des Autors ich mich nur anschließen kann:

"Ihr-werdet-nicht-gewinnen". Mit einem großen Dank an den Autor und den Rowohlt-Verlag vergebe ich 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Orange zu »Benjamin Monferat: Der Turm der Welt«30.09.2016
Mit „Der Turm der Welt“ liegt nun der zweite Roman des Autors Benjamin Monferat vor.
Hauptschauspielplatz der Handlung ist die Pariser Weltausstellung 1889, deren „Überbleibsel“ wir alle kennen – den Eiffelturm.
Die politische Lage ist hochexplosiv, die Nationen beäugen sich misstrauisch und taktieren um Bündnisse.
Dann werden zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes auf dem Gelände der Weltausstellung tot aufgefunden, aufgespießt auf die Berneau'sche Uhr. Sie waren einer Verschwörung auf der Spur. Die Legende des Deuxième Bureau Alain Marais und der Jungspund Pierre Trebut beginnen zu ermitteln. Und was haben der Fotograf Lucien, die Kurtisane Madeleine, die Vicomtesse, der deutsche Offizier Friedrich von Straten. Der Brite Basil und die Hotelbesitzerin Celeste mit all dem zu tun?
Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, die verschiedenen Personen und Handlungsstränge auseinander zu halten, weil sie offenbar nichts miteinander zu tun haben. Doch dem Autor gelingt es, diese geschickt zusammenzuführen und den Leser so mitzunehmen. Am Ende konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Ein übriges tut der Sprachstil.
Das Cover ist wunderschön gestaltet und passt perfekt zum Inhalt des Buches. Auf den Innenseiten ist ein Stadtplan von Paris mit den Handlungsorten eingearbeitet, der den Leser die Orientierung erleichtert. Der Roman gliedert sich in acht Teile und umfasst den Zeitraum vom 29. – 31.Oktober. Jedes der Kapitel beginnt mit einen Countdown, der zum großen Finale führt.
Das Nachwort des Autors rundet den Roman perfekt ab.
dorli zu »Benjamin Monferat: Der Turm der Welt«08.09.2016
Paris im Jahr 1889. Es ist Oktober, die Weltausstellung neigt sich ihrem Ende zu. Nur noch wenige Stunden bis zum großen Abschlussfeuerwerk und der Präsentation der letzten Schöpfung des genialen Erfinders Berneau.
Als zwei Agenten, die einer Verschwörung auf der Spur waren, in der Galerie des Machines ermordet aufgefunden werden, befürchtet man einen Anschlag größeren Ausmaßes – ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…

In seinem historischen Roman „Der Turm der Welt“ nimmt Benjamin Monferat den Leser mit auf eine Reise in das ausgehende 19. Jahrhundert nach Paris zur Exposition Universelle und hat die Besonderheiten rund um diese eindrucksvolle Ausstellung mit einer facettenreichen fiktiven Handlung zu einer spannenden Geschichte verknüpft.

Benjamin Monferat zeichnet ein sehr umfassendes und authentisches Bild der damaligen Zeit - neben der politischen Situation in Europa und den damaligen gesellschaftlichen Gepflogenheiten werden auch die Magie der Stadt sowie die Faszination für die technischen Neuheiten und die kulturellen Attraktionen aus aller Welt sehr anschaulich beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann und von der vorherrschenden Atmosphäre schnell eingefangen wird.

Die Figuren bilden eine bunte Mischung. Benjamin Monferat schickt eine Vielzahl interessanter Akteure ins Rennen, als da zum Beispiel wären:
Vicomtesse Albertine de Rocquefort, ungekrönte Königin der Pariser Salons, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.
Friedrich-Wilhelm von Straten, ein junger Offizier, der Teil einer deutschen Gesandtschaft ist und sich auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt.
Celeste Marêchal, Inhaberin des Hôtel Vernet, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt und auf Unterstützung des britischen Thronfolgers hofft.
Lucien Dantez, ein Fotograf, der seiner großen Liebe etwas bieten möchte und deshalb absonderliche Aufträge annimmt.
Madeleine Royal, eine Prostituierte, die von einem Unbekannten zu einem riskanten Diebstahl gezwungen wird.
Alain Marais und Pierre Trebut, Agenten des Deuxième Bureau, die dem Täter in Sherlock-Holmes-Manier auf der Spur sind.
Constable Basil Fitz-Edwards, der als Aufpasser des Sohns des britischen Thronfolgers in Paris ist, unversehens in die vertrackten Geschehnisse hineingezogen wird und das größte Abenteuer seines bisherigen Lebens erlebt.
Sie alle und viele weitere Personen werden vielschichtig dargestellt, wirken echt und handeln glaubwürdig. Selbst Nebenfiguren spielen die ihnen zugedachte Rolle überzeugend und beleben mit ihren Eigenarten die Szenerie. Jeder einzelne in diesem Buch scheint mindestens ein Geheimnis zu haben. Irgendwie hat jeder etwas zu verbergen, ist in einer geheimen Mission unterwegs oder in dunkle Machenschaften verstrickt. Sehr spannend!

Das gesamte Geschehen ist lebhaft und verzwickt. Es gibt zahlreiche, zunächst weitestgehend voneinander unabhängige Handlungsstränge, manche durch winzige Fäden miteinander verbunden. Man kann ganz wunderbar über mögliche Verbindungen grübeln und über das alles umgebende Geflecht aus Heimlichkeiten und Ungereimtheiten spekulieren. Nach und nach werden dann Hintergründe und Zusammenhänge immer deutlicher, doch wie wirklich alles verschnürt und verflochten ist und wie geplant hier von Anfang an agiert wurde, wird erst am Ende des Buches deutlich, als alles in ein spektakuläres Finale mündet. Bis dahin ziehen Antworten weitere Fragen nach sich und geben Lösungen neue Rätsel auf.

Für diesen Roman sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um die vielfältigen Verwicklungen und Verstrickungen zu entdecken und die detailreiche Handlung voll und ganz genießen zu können.

„Der Turm der Welt“ hat mich durchweg begeistert. Eine großartige Zeitreise in das 19. Jahrhundert – ereignisreich, spannend, voller Abenteuer und Geheimnisse. Ein tolles, intensives Leseerlebnis.
Mohnblume zu »Benjamin Monferat: Der Turm der Welt«24.08.2016
Meine Meinung zum Inhalt:



Es ist mein 2. Historischer Roman von Benjamin Monferat , ich habe ihn mit sehr großer Begeisterung gelesen und finde er hat sich selbst damit übertroffen ! Mit toller Recherche und Hintergrundwissen.


Sehr spannend erzählt er von der berühmten Pariser Weltausstellung im Oktober 1889 „ Die Exposition Universelle „ man hat das Gefühl mit ihm und den anderen Besucher über die Ausstellung zu spazieren, und bewundert mit großen Augen die technischen Erneuerungen und die Darbietungen der Fremden Länder dieser Welt. Mit leuchteten Blick bewundert man den gigantischen Eiffelturm. Die Aufregung und Erwartungen sind spür- und greifbar. Die Menschen sind aufgeregt und wie in einem Rausch. Aber auch etwas dunkles und böses ist im Spiel, das den Weltfrieden zerstören könnte. Die Großen Mächte dieser Welt sind bedroht , aber auch diese spielen ein Spiel, in das man den jungen Offizier Friedrich von Straten hineinzieht. Es wird nicht mit offen Karten gespielt. Ein dunkles Geheimnis seiner Herkunft umgibt ihn. England, Frankreich und Deutschland sind sich nicht grün und man beäugt sich Misstrauisch. Das ganze beginnt mit der Bernauischen Uhr auf den 2 Agenten auf den Zeigern aufgespießt sind , und das auf der Ausstellung, aber sie werden Gott sei Dank früh genug entdeckt, so das es keiner der Gäste mit bekommt. Ist das eine Warnung, ein hinwies auf das geplante Attentat, wer steckt dahinter? Hier nimmt die Geschichte an Fahrt auf, es knistert und Sprüht nur so vor Spannung. Da ist die Bildhübsche und Liebenswerte Kurtisane Madeline, die sich geheimnisvoll verhält, die man erpresst, ist sie eine Spionin ? Aber auch sie wird mit dem Tod bedroht wenn sie ihre Aufgabe nicht erfüllt, wer ist dieser Geheimnisvolle unbekannte Mann. Da ist Lucien Dantez der Fotograf , ein Freund von ihr, auch er scheint in etwas verstrickt zu sein. Es begegnen uns viele Personen die wir liebgewinnen und die eine Aufgabe zu erfüllen haben. Zum Beispiel Celeste die Hotelchefin vom Vernet, deren Hotel vor dem aus steht. Die Adelige Albertine Rocquefort, die auch etwas zu verbergen hat, eine Schillernde Figur in der Pariser Gesellschaft, die keinen Skandal gebrauchen kann. Der Agent Marais, ein alter Hase im Geschäft, der mit seinem jungen Partner Pierre Trebut sich auf die Jagd des Attentäters macht, über und unter der Erde. Es ist fünf vor zwölf, sprichwörtlich und jedem Moment kann die Bombe platzen, jeder verdächtigt jeden. Der Schluss ist ein packendes und grandioses Finale, ein Feuerwerk voller überraschender Wendungen


Meine Meinung zum Autor:

Benjamin Monferat, versteht es einem mit seinem packenden, Brillanten, funkensprühenden Schreibstil in den Bann der Geschichte zu ziehen, es ist wie Magie , die einem nicht mehr los lässt, wenn man einmal angefangen hat zu lesen. Von Seite zu Seite steigert sich die Spannung. Es knisterte nur so an allen Ecken und Kanten. Eine historische Geschichte mit geschichtlichem Hintergrund und Tiefgang. Ein Facettenreiches und farbenfrohes Historisches Epos, mit Krimi Charakter. Ich fand das Buch super spannend und mitreißend, es ist wie ein Sog, ein Strudel der einem mitreißt. Sei Erzählstil ist sehr Bildhaft, flüssig , spannend und Kraftvoll. Man hatte das Gefühl Teil der Geschichte zu sein. Die Protagonisten und ihre Charaktere, Emotionen, Gefühle sind sehr gut heraus kristallisiert. Er gewährt uns Einblicke hinter die wahre Maske der Menschen, den nicht alles ist wie es scheint, mancher entpuppt sich zum Gegenteil, man ist überrascht. Ein außergewöhnlicher und intensiver Roman der süchtig macht.


„ Ein funkelnder, brillanter und Facettenreicher Roman“
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