Die Zeichenkünstlerin von Wien von Beate Maly

Buchvorstellung

Die Zeichenkünstlerin von Wien von Beate Maly

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Die Zeichenkünstlerin von Wien“,, 400 Seiten.ISBN 3-548-28194-X.

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Kurzgefasst:

Wien 1421. Die junge Jüdin Sarah Isserlein soll einen strengen Rabbi heiraten, dabei würde sie viel lieber den ganzen Tag zeichnen und malen. Da sieht der Steinmetz Mathias Rock, der am Bau des Stephansdoms mitarbeitet, eine ihrer Zeichnungen und bittet sie heimlich um Hilfe bei einem Entwurf. Trotz der Gefahr, sowohl Juden als auch Christen gegen sich aufzubringen, kann Sarah nicht widerstehen.

 

Ihre Meinung zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«

Corinna zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«13.03.2012
Beate Maly entführt uns mit dem Buch „Die Zeichenkünstlerin von Wien“ in die österreichische Hauptstadt des Jahres 1421.

Sarah Isserlein soll für das wohl ihrer Familie einen befreundeten Rabbi heiraten. Allerdings findet sie Aaron eher abstoßend und da dieser ihr auch ihre Lieblingsbeschäftigung, das Zeichnen, verbietet, stimmt sie der Heirat nur widerwillig zu. Doch dann gerät Sarahs Leben auf einmal ins Wanken, als sie zusammen mit ihrem Vater den christlichen Steinmetz Mathes Rockh bittet, eine Truhe nach ihrer Zeichnung zu fertigen. Aber die Stimmung der Christen gegenüber Juden ist dort bereits alles andere als gut...


Ich lese ja eher selten historische Romane und wenn mich einer in den Bann zieht, dann freut mich das immer sehr.
Dieses Buch gehört auf jeden Fall zu denen, die ich sofort empfehlen würde. Beate Maly hat einen so packenden Schreibstil, der mich auch in den Lesepausen immer wieder gedanklich zum Buch zurückkehren lies.

Außerdem bietet Sarahs Geschichte durchaus mehr, als man auf den ersten Blick vermuten dürfte. Denn es geht nicht nur um eine Liebe die nicht sein darf, sondern auch um die Stadt Wien im Aufbau und um den Starken Hass der Christen gegenüber den Juden, der zur damaligen Zeit sehr ausgeprägt war. Allein schon wie die Lage sich immer weiter zuspitzt und wie dies alles ausgeht ist sehr erschreckend und lässt stellenweise an die deutsche Vergangenheit denken. Das es sich dann auch noch um eine Wahre Vergangenheit (geschichtlich gesehen, nicht die der Hauptpersonen) handelt, macht dieses Buch nur noch spannender.
anyways zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«26.08.2011
Seit Jahren sind die Schicksale des Christen Rockh und der jüdischen Familie Isserlein durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden. Davon weiß Sarah Isserlein freilich nichts, als sie das erste Mal den Steinmetz Mathes Rockh begegnet. Denn eigentlich soll dieser ihr, nach ihrem eigenen Entwurf, eine Hochzeitstruhe anfertigen. Mathes ist von Sarahs Talent so begeistert, dass er sie zu überreden versucht, ihm bei der Zeichnung für das Taufbecken, an dem er gerade arbeitet, zu helfen. Geschmeichelt ob soviel Lob und Anerkennung willigt sie nach einigem Zaudern ein. Da sie bald heiraten wird und weder ihr Verlobter noch ihr Vater viel von Sarahs Zeichenkunst halten ist es umso schöner in Mathes einen Bewunderer ihrer Kunst gefunden zu haben. Und irgendwann stellt sich fataler Weise auch das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch ein. Aber eine Verbindung zwischen diesen Beiden scheint unmöglich auch und gerade weil die Juden und ihr Vermögen für den Krieg gegen die Hussiten geopfert werden sollen.





Ein sehr spannender und geschichtlich interessanter Roman, der sich bis auf ein paar kleine schriftstellerischen Freiheiten auch an historische Fakten hält. Beate Maly erzählt uns ihre Version der Geschichte der Judenvertreibungen und Judenhinrichtungen im Wien des 15. Jahrhunderts. Der eigentliche Auslöser dieser so grauenvollen Bluttat ist bis heute nicht eindeutig geklärt aber so wie er hier im Buch beschrieben wird ist es höchstwahrscheinlich auch geschehen. Die Autorin orientiert sich hier an den wahrscheinlichsten Auslöser- Geld. Deutlich schildert sie die Unterschiede zwischen Juden und Christen in der damaligen Zeit. Selbst die Ausbildung zum Arzt ist für beide Religionen extrem unterschiedlich. Während die Juden schon erste anatomische Kenntnisse und chirurgische Feinheiten durch das sezieren von Leichen erhalten haben und einige sehr nützliche Dinge der Hygiene beherrschen, ist dies bei den Christen noch lange nicht der Fall.

Eine wundervolle Liebesgeschichte die selbst so unterschiedliche Religionszugehörigkeit überwindet, ein einfühlsamer, detailverliebter und auch spannender Schreibstil runden das Ganze ab.
KimVi zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«11.08.2010
Wien im Jahre 1421

Die junge Jüdin Sarah Isserlein führt ihrem Vater, dem Geldverleiher David Isserlein, den Haushalt. Besonders talentiert ist sie in diesem Bereich nicht, denn ihre Koch- und Backkünste lassen stark zu wünschen übrig. Sarahs Begabung ist das Zeichnen. Jede freie Minute verbringt sie damit. Ihre Zeichnungen sind wahre Meisterwerke. Doch schon bald wird Sarah ihre Lieblingsbeschäftigung aufgeben müssen, denn das Zeichnen und Malen ist den Männern vorbehalten. Sarahs zukünftiger Ehemann, ein angesehener Rabbi, wird auf keinen Fall dulden, dass Sarah weiterhin dieser sinnlosen Beschäftigung nachgeht. Um etwas guten Willen zu zeigen, erlaubt der Rabbi Sarah, einen Entwurf für ihre Aussteuertruhe zu zeichnen und diese dann von einem Handwerker anfertigen zu lassen.

Mit dem fertigen Entwurf suchen David und Sarah Isserlein den Steinmetz Mathes Rockh auf. Dieser ist für seine hervorragenden Arbeiten bekannt. Er ahnt schnell, wer die Truhe gezeichnet hat und ist von von der jungen Frau und ihrem Talent beeindruckt. Heimlich bittet er sie um Unterstützung bei einem seiner Entwürfe. Denn Mathes soll die Taufkrone für den Stephansdom fertigen. Sarah ist sich bewusst, welche Gefahren das Angebot birgt. Sie kann nur hoffen, dass niemand entdeckt, dass eine jüdische Frau an einer christlichen Taufkrone arbeitet. Doch bald überschlagen sich die Ereignisse, denn Herzog Albrecht und sein Kanzler benötigen dringend Geld. Deshalb beginnt eine Hetzjagd auf die Juden....

Meine Meinung

Beate Malys Roman entführt den Leser in das historische Wien. Durch die detaillierten, aber keinesfalls langatmigen, Beschreibungen der damaligen Sitten und Gebräuche, gelingt es ihr eine lebendige Hintergrundkulisse für die Protagonisten zu erschaffen. Sie verdeutlicht die Abgrenzung zwischen den Juden und den Christen. Denn die Juden lebten damals nicht mitten unter den christlichen Bürgern der Stadt, sondern in einem streng abgeteilten Judenviertel. Das Tor zu diesem Viertel wurde zur Sperrstunde verschlossen und erst wieder am nächsten Morgen geöffnet. Durch die Jüdin Sarah erfährt man einiges aus dem ganz normalen Alltagsleben zur damaligen Zeit. Auch die Vorbereitungen, die zu den jüdischen Festtagen getroffen werden mussten und die Festtage selbst, werden beschrieben.

Einen Einblick in das Leben im christlichen Teil der Stadt erhält man durch den angesehenen Steinmetz Mathes Rockh. Durch ihn erfährt man von der Hierachie in den Handwerkszünften und dem geschäftigen Treiben beim Bau des Stephansdoms. Die Unterschiede zwischen den beiden Religionen werden dem Leser noch einmal vor Augen geführt. Ausserdem beschreibt die Autorin mit welchen Übergriffen Juden rechnen mussten, wenn sie sich in das christliche Viertel der Stadt wagten.

Die beiden Hauptprotagonisten, Sarah und Mathes, wirken sympathisch. Sarahs Bemühungen im Haushalt lassen sie sehr lebendig wirken. Es fällt leicht, sich die verschiedenen Persönlichkeiten vorzustellen und ihre Handlungen nachzuvollziehen. Die Liebesgeschichte zwischen Sarah und Mathes wirkt nicht zu überladen oder übertrieben romantisch. Sie lässt genug Raum für den historischen Anteil dieser Erzählung und die Intrigen der Bösewichte, die in diesem Schmöker natürlich auch nicht fehlen dürfen. Der Schreibstil ist flüssig, sodass man mühelos in die Handlung eintauchen und ihr problemlos folgen kann. Einige schicksalhafte Wendungen wirken zwar vorhersehbar, doch das trübt das Lesevergnügen nur geringfügig.

Insgesamt gesehen hat mir dieser historische Roman gut gefallen, da man in das Geschehen eintauchen und den Alltag beim Lesen vergessen konnte. Obwohl ich diesen Roman innerhalb kürzester Zeit durchgelesen habe, gebe ich keine Höchstwertung ab. Für mich persönlich hatten die Protagonisten manchmal einfach etwas zu viel Glück und ausserdem erschienen mir einige Wendungen zu vorhersehbar. Dennoch habe ich mich gut beim Lesen unterhalten und kann diesen lebendig geschriebenen Roman gerne weiterempfehlen
HexeLilli zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«08.08.2010
Die Geschichte spielt 1421 in Wien. Sarah Isserlein eine Jüdin und begabte Zeichenkünstlerin verliebt sich in den Steinmetz Mathes. Da der Herzog Geld braucht, beschafft er es sich von den Juden. Er lässt sie aus ihrem Viertel vertreiben. Sie werden gefoltert und getötet. Sarah kann sich retten. Gibt es ein Happy End?
Ich kann das Buch nur jedem historischem Bücherfreund empfehlen. Es lässt sich sehr gut lesen, ohne langweilig zu wirken. Die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung und die Sitten und Gebräuche der Juden wurden sehr anschaulich dargestellt. Die Liebes-u. Familiengeschichte spielt vor einem geschichtlichem Hintergrund (Judenverfolgung in Wien).
Würde mich über eine Fortsetzung freuen.
Nati zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«20.07.2010
Das mittelalterliche Wien
Beate Maly entführt uns in ihrem historischen Roman ins mittelalterliche Wien des 15. Jahrhunderts. Durch die Stadt verläuft eine Mauer, die das Judenviertel von der christlichen Bevölkerung trennt.
Wir lernen die Familie des jüdischen Geldverleihers David Isserlein kennen, seine Frau Elza verstarb vor einem Jahr, seine Tochter Sarah, die lieber zeichnet als sich um den Haushalt zu kümmern und seinen Sohn Elias, den Medicus und Leiter des jüdischen Hospitals mit seiner Familie. Von David Isserlein und Simon Blümlein, den größten Geldverleihern des Judenviertels, wurde schon vor Jahren vereinbart, dass ihre Kinder Sarah und Aaron heiraten sollen und nun wurde der Termin festgelegt. Der größte Wunsch von Sarah ist eine Kleidertruhe nach eigenem Entwurf. Ihr Vater und ihr zukünftiger Ehemann Aaron wollen ihr diesen Wunsch erfüllen unter der Bedingung, dass sie nach der Hochzeit nie wieder zeichnet und keinem erzählt, dass die Entwürfe von ihr stammen. Der Steinmetz Mathes Rockh, der beim Bau des Stephansdom arbeitet, soll den Entwurf der Truhe realisieren. Mathes ist von Sarahs Entwürfen so begeistert, dass er sie bittet, ihm bei seinem Entwurf der christlichen Taufkrone zu helfen. Aus der heimlichen Zusammenarbeit wird Liebe, aber beide wissen, dass sie keine gemeinsame Zukunft haben.
Doch dann wird in Wien das Geld knapp und so beschließt Herzog Albrecht und sein Kanzler sich dieses von den Juden zu holen. Eine Hetzjagd auf die jüdische Bevölkerung setzt ein.
Von Beginn an ist man von der Geschichte gefesselt. Sehr lebendig und bildhaft beschreibt Beate Maly das Geschehen in Wien. Die gut recherchierten historischen Fakten wurden verwoben um eine spannende Geschichte. Die Lebensgewohnheiten der Bevölkerungsschichten des Mittelalters, die Sitten und Gebräuche der Juden und Christen werden sehr gut dargestellt. Auch die Liebe zwischen Sarah und Mathes wird mit ihren Höhen und Tiefen erzählt ohne kitschig zu wirken.
Ich kann nur jedem diesen historischen Roman empfehlen, da er interessant, spannend und Atmosphärisch sehr dicht geschrieben ist.
bonomania zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«12.07.2010
Im Jahre 1408 werden der Bürgermeister von Wien und 2 angesehene Ratsherren öffentlich hingerichtet.
Kurz davor kann Ratsherr Hans Rockh aus weiter Ferne noch ein letztes Mal einen Blick auf seinen Sohn Mathes werfen, bevor dieser sich in eine ungewisse Zukunft als Steinmetz, mit seinem besten Freund Alfred Klayndl, auf den Weg macht.

13 Jahre später im Jahre 1421:
Sarah Isserlein ist eine begabte junge Frau, die lieber den ganzen Tag vor dem Zeichenblock steht und zeichnet, als sich um häusliche Aufgaben zu kümmern. Sehr zum Leidwesen der Familie. Der Vater hat mit den ersten Anzeichen von Alzheimer zu kämpfen.
Rachel, die Frau Ihres Bruder Elias (ein jüdischer Medicus) macht seine Familie schlecht wo sie nur kann. Sie haben eine gemeinsame Tochter Miriam, die von Elias abgöttisch geliebt wird.

Sarah's andere Schwester Judith hat vor Jahren einen Christen geheiratet und wurde deshalb vom Vater David und der Familie verstoßen. Um die Familienehre wieder herzustellen, soll sie daher den von Judith verschmähten Rabbi Aaron ehelichen.

Als Sarah auf den Steinmetz Mathes Rockh trifft, ist er der einzige, der ihre Fähigkeiten bewundert und Ihr einzigartiges Talent erkennt.
David und Sarah suchen ihn auf, weil sie sich für Ihre Hochzeit als Aussteuer eine geschnitzten Holztruhe nach Ihren Entwürfen wünscht. Mathes lehnt diese Bitte ab, auch weil Sarah ihm nicht zu erkennen gibt, wer die Entwürfe gezeichnet hat.
Im Gegenzug bittet er Sarah, ihm bei zwei fehlenden Szenen für seine Taufkrone zu helfen. Sie war ein Meisterwerk der Schnitzkunst und Sarah gefiel ganz besonders, dass keine entrückten Heiligen und überirdische Wunder darauf abgebildet sind, sondern ganz normale Menschen, die mitten im Leben stehen.
Beide kommen sich dadurch so langsam näher und schon bald kann sich Sarah ihrer Gefühle für Mathes nicht mehr erwehren, obwohl sich beide Anfangs dagegen sträuben.
Denn Sarah ist Jüdin und Mathes Christ, der noch dazu im Wiener Stephansdom als Steinmetz arbeitet.
Die sich langsam anbahnende Liebe zwischen Sarah und Mathes wird sehr überzeugend dargestellt, nie trivial oder kitschig.

Meister Rötel hat noch eine alte Rechnung mit Steinmetz Mathes offen und Ritter Wolkenstein will sich von seinem Todfeind befreien.

Herzog Albrecht und sein Domprobst Andreas Plank planen mit allerhand Intrigen die verhassten Juden aus Wien zu vertreiben. Sie haben einen mörderischen Plan zur Vertreibung der Juden aus Wien.

Das alles sind die Zutaten, aus denen die Autorin meisterhaft versteht, eine spannende Geschichte zu weben.
Ich fühlte mich auf 460 Seiten bestens unterhalten und empfehle diesen Roman gerne weiter.

Sehr nachdenklich machte mich die Aussage des Romans, dass doch alle Menschen an den gleichen Gott glauben und trotzdem dieser Hass zwischen Juden und Christen besteht.

Ein Nachwort, in dem die Autorin Fiktion und historische Fakten erklärt, runden den Roman ab.

Auch der 2. Roman von Beate Maly hat mich wieder restlos überzeugt!
Carmen Vicari zu »Beate Maly: Die Zeichenkünstlerin von Wien«12.07.2010
In ihrem zweiten Buch beschreibt Beate Maly die Geschichte der Jüdin Sarah und des Steinmetz Mathias. Im Wien des 15. Jahrhunderts stoßen die beiden Welten aufeinander und ehe sie es sich versehen, hängen sie voneinander ab.

Beate Maly schafft es mit ihrer lebendigen und farbigen Erzählweise den Leser regelrecht an das Buch zu fesseln. Die rund 460 Seiten sind viel zu schnell vorbei.
Nebst der historischen Geschichte, wird auch der Konflikt zwischen Christen und Juden deutlich. Der Leser leidet mit Sarah und ihrer Familie mit.

Sehr empfehlenswert und natürlich hoffe ich - wie schon beim ersten Buch - auf weitere Werke der Autorin.
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