Das Sündenbuch von Beate Maly

Buchvorstellungund Rezension

Das Sündenbuch von Beate Maly

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Das Sündenbuch“,, 480 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Eine junge Frau auf einer gefährlichen Reise von Prag nach Lissabon. An ihrer Seite: der Arzt Conrad. Ihr Gegner: geheime Mächte innerhalb der Kirche. Jana und Conrad sind die Hüter eines besonderen Schatzes; eines Manuskriptes mit brisantem Inhalt. Für die Kirche ist es das Sündenbuch. Noch fehlt ihnen der Schlüssel, um das Geheimnis des Buches zu enträtseln. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihn suchen. Eine gefährliche Jagd quer durch das Europa des 17. Jahrhunderts beginnt.

Das meint Histo-Couch.de: „Abenteuerliche Reise von Prag nach Lissabon“87Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Warum musste ihr Vater im fernen Deutschland plötzlich sterben? Jana, die im 17. Jahrhundert bei ihrem Onkel in Prag lebt, will nicht daran glauben, dass ihn eine heimtückische Krankheit so unerwartet aus dem Leben gerissen hat. Nicht nur, weil sie die Wahrheit ergründen möchte, sondern auch, weil Jana alles lieber täte, als den ihr zugedachten Bräutigam zu heiraten, macht sie sich auf eine gefährliche Reise. Kurz vor seinem Tod hatte ihr Vater ihr ein ungewöhnliches Schmuckstück sowie geheimnisvolle Schriften zugesandt. Letztere solle sie einem Gelehrten übergeben, der bereit ist, das Geheimnis der Schriften zu ergründen, ohne sich daran persönlich zu bereichern. Jana vertraut sich dem jungen Arzt Conrad an, der seit einigen Wochen im Haus ihres Onkels in Prag lebt. Wie schon Janas Vater entdeckt auch Conrad, dass das Manuskript nur Teil eines Ganzen ist und mindestens zwei weitere Teile in Jesuitenklöstern in Dijon und Bordeaux versteckt sind. Jana und Conrad ist bewusst, dass ihre Suche nach den fehlenden Teilen den Jesuiten ungelegen kommt.

Geglücktes Konzept

Obwohl der Roman einen Hauch der klassischen Indiana-Jones-Abenteuer mitbringt, wirkt Das Sündenbuch weder zu stark konstruiert noch wie ein Abklatsch der berühmten Abenteuer-Geschichten. Beate Maly erzählt temporeich und mit einem guten Gespür für die Situation. Bevor sich in einer Szenerie auch nur eine Spur von Überdruss breit machen könnte, wechselt die Autorin den Schauplatz. Dadurch hält sie ihr Publikum stets auf Trab, präsentiert ihnen immer wieder neue Ausgangslagen, neue Entwicklungen und neue Personen. Dies aber in einer Dosierung, die es möglich macht, dem Geschehen zu folgen, ohne davon überfordert zu werden. Das Konzept, dem Beate Maly folgt, ist gut durchdacht. Die Protagonisten sind glaubwürdig, wenn auch Jana vorerst etwas zu distanziert bleibt und erst im Laufe der Reise richtig auftaut. Spannend ist auf jeden Fall die Figur von Conrad, der sein kleines Geheimnis hütet und dem Janas Wunsch, den Spuren des Manuskripts zu folgen, sehr entgegen kommt. Etwas zu stark ins Gut-Böse-Schema gepresst sind vor allem Janas Widersacher. Hier hat Beate Maly auf klare Grenzen gesetzt, was die „Bösen“ leider etwas zu konturlos erscheinen lässt. Die Ecken und Kanten, mit denen sie die beiden Protagonisten ausstattet sein ein eindrücklicher Beweis, dass die Autorin sehr wohl in der Lage ist, differenzierte Figuren zu schaffen.

Gut beobachtet

Eine Stärke von Beate Maly ist die Präsentation der einzelnen Schauplätze. Sie zeichnet sich als gute Beobachterin aus und nimmt dadurch ihr Publikum auch optisch mit auf eine spannende Reise durch Europa. Die vielen Details, die oft als kleine, nebensächliche Schilderungen eingefügt sind, verleihen der Geschichte schillernde Facetten. Damit lässt sie die Leserinnen und Leser teilhaben an den Erlebnissen von Jana und Conrad. Sehr schön beschreibt sie etwa die Desillusionierung Janas, als sie sich mit ihren Begleitern einer Gruppe von Gauklern anschließt. Die harte Realität, die Jana dort kennen lernt, wird gut aufgefangen und wiedergegeben. So bekommen die Leser einen unvermittelten Eindruck von ganz alltäglichen Situationen. Der Mix zwischen Abenteuer und Alltagsgeschehen verleiht dem Roman Das Sündenbuch eine angenehme Spannung und bereitet einen soliden Boden für die Geschichte an sich.

Beate Maly präsentiert mit Das Sündenbuch einen gut aufgebauten historischen Roman, der das Europa des 17. Jahrhunderts optimal präsentiert und die Leser dazu einlädt, in ein tempo- und facettenreiches Abenteuer einzutauchen.

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