Des Teufels Mörder von Bastian Ludwig

Buchvorstellungund Rezension

Des Teufels Mörder von Bastian Ludwig

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Des Teufels Mörder“,, 342 Seiten.ISBN 3839218195.

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Kurzgefasst:

1863: In dem kleinen Rhöndorf Solkers treibt der Legende nach ein Riesenwolf sein Unwesen. Ist ihm jetzt auch der Bürgermeisterknecht Jakob zum Opfer gefallen? Everd Edinger, seines Zeichens Privatdetektiv, kann dies nicht so recht glauben. Das mysteriöse Verschwinden des Mannes muss eine natürliche Ursache haben. Everd macht sich an die Aufklärung des Falls. Zur Seite steht ihm dabei die findige und bezaubernde Ella. Doch bald schon ergeben sich neue Schwierigkeiten durch eine Sturzflut und eine seltsame Epidemie unter den Dorfbewohnern.

Das meint Histo-Couch.de: „Gibt es zweibeinige Wölfe?“65

Rezension von Jörg Kijanski

Vor über einem Jahr wurde die Tochter eines Industriellen in Frankfurt entführt und anschließend eine fünfköpfige Gruppe der Tat verdächtigt. Zu dieser gehörte auch Everd Edinger, ein Privatdetektiv, der zu Unrecht beschuldigt wird. Der wahre Täter konnte inzwischen gefasst werden, doch jetzt, im September 1863, kommt es zum Prozessbeginn und so werden die damaligen Geschehnisse seitens der Presse wieder aufgerollt. Dadurch gerät auch Everd erneut in Bedrängnis und nimmt daher dankbar das Angebot seiner Bekannten Ella an, die in dem kleinen Dorf Solkers in der Rhön ein Wirtshaus übernommen hat. Dort, fernab der Großstadt, kann Everd untertauchen bis der Prozess abgeschlossen ist.

In Solkers angekommen finden Ella und Everd eine aufgebrachte Menschenmenge vor, denn Jakob, der Knecht des Bürgermeisters, ist seit nunmehr zwölf Tagen verschwunden. Der Bürgermeister will die Suche bereits aufgeben, da präsentiert Ella den Privatdetektiv als die Lösung. Er könne aufgrund seiner Erfahrung helfen, Jakob zu finden. Der örtliche Leutnant ist alles andere als begeistert, hier auf dem Land löst man seine Probleme selber. Und auch Everd ist verärgert, denn schnell wird ihm klar, dass er von Ella hintergangen wurde. Diese wollte ihn nur nach Solkers locken, damit er die Suche nach Jakob übernimmt. Widerwillig machen sich die beiden ans Werk und stoßen bald auf die Spur eines Wesens, dass eine Mischung aus Mensch und Wolf zu sein scheint. Doch es geschehen noch weitere seltsame Dinge, die Ella und Everd in Gefahr bringen&

Von historischer Atmosphäre nicht viel zu spüren

Des Teufels Mörder von Bastian Ludwig ist ein durchaus spannender Fall, der vor allem mit dem Aberglauben der Menschen spielt. Ein riesiges Wesen, das aussieht wie ein Mensch, jedoch am ganzen Körper behaart ist, was mag das sein? Schnell werden alte Geschichten lebendig. Everd versucht den verschwundenen Jakob zu finden, doch nicht alle Dorfbewohner sind von fremden Menschen angetan. Sie wollen ihre Ruhe und sich nicht von anderen reinreden lassen. Nur mühsam kommt Everd voran und schließlich einem Verbrechen auf die Spur, welches wiederum mit der Unkenntnis der Menschen zusammenhängt.

Der Plot ist anfangs etwas sperrig, die Vorgeschichte, jene Entführung der Industriellentochter, will erst einmal aufgedröselt werden. Nach der Ankunft im (fiktiven) Solkers geht es jedoch temporeich weiter. Mehrere Dorfbewohner werden scheinbar vergiftet, eine plötzliche Sturzflut fordert ein Menschenleben. Alles Zufall oder hängen die verstörenden Ereignisse zusammen? Insgesamt liest sich Des Teufels Mörder angenehm in einem Rutsch, wenngleich ein Teil der Auflösung recht früh angedeutet wird. Ein weitaus größeres Manko ist hingegen für alle Freunde „historischer“ Krimis, dass genau hier einiges im Argen liegt. Denn das die Handlung im Jahr 1863 spielt, erfährt man nur durch den Hinweis des Autors, will sagen, man fühlt sich nicht in die damalige Zeit versetzt. Zwar wird die dörfliche Atmosphäre mit all ihren speziellen Eigenheiten gut eingefangen, aber dass der Roman Ende des 19. Jahrhunderts spielt, merkt der Leser kaum. Wer sich daran nicht stört, mag dem jungen Autor durchaus eine Chance geben. 

Ihre Meinung zu »Bastian Ludwig: Des Teufels Mörder«

tassieteufel zu »Bastian Ludwig: Des Teufels Mörder«15.02.2017
In Solkers, einem kleinen Rhöndorf wurde angeblich ein Riesenwolf gesichtet. Jakob, der Knecht des Bürgermeisters, der das Tier zur Strecke bringen wollte, ist schon seit Tagen verschwunden und die Leute im Dorf suchen seither nach ihm. Everd Edinger, seines Zeichens Privatdetektiv in Frankfurt, wird in die Sache verwickelt, nachdem einen Fall gehörig in den Sand gesetzt hat. Die Suche nach einem angeblich entführten Mädchen, das Edinger retten konnte, entpuppt sich als heimtückische Intrige, in der Edinger am Ende als Entführer da steht. Zwar wurde er von allen Anklagepunkten frei gesprochen, doch mit Prozeßbeginn gerät Everd erneut in Bedrängnis, da sämtliche Ereignisse wieder aufgerührt werden. Da kommt ihm die Einladung seiner alten Freundin Ella, die in Solkers ein Gasthaus führt gerade recht, um dem Trubel in Frankfurt zu entfliehen. Doch in Solkers angekommen, muß Everd feststellen, dass Ella nicht ganz uneigennützig war, denn sie stellte Everd als Ermittler vor, der Jakob finden könnte. Doch das verärgert nicht nur Everd, auch der örtliche Polizeileutnant ist alles andere als begeistert von dem privaten Ermittler und so begibt sich Everd nur widerwillig auf Spurensuche.

Die zu Grunde liegende Idee des Buches ist durchaus gelungen und spielt geschickt mit dem Aberglauben und den Vorurteilen der Menschen. Ein großes behaartes Wesen, das aufrecht geht wie ein Mensch wurde gesichtet und schnell brodelt die Gerüchteküche, das kann nur ein Riesenwolf sein und je mehr die Geschichte erzählt wird, um so mehr Details kommen dazu, der verschwundene Knecht heizt die Gerüchte weiter an. Eigentlich eine interessante Ausgangslage, aber anfangs ist der Einstige ins Buch etwas zäh und langatmig, denn der Leser wird zunächst mit Everd Edinger konfrontiert und dessen etwas unschöner Vorgeschichte in Frankfurt. Dabei verschachtelt der Autor Edingers verpatzten Fall, denn man liest Seite um Seite ohne überhaupt zu wissen, worum es geht. Auch Edingers Bekanntschaft mit Ella, die plötzlich auftaucht und ihn nach Solkers einlädt, bleibt zunächst recht undurchsichtig. Erst nach und nach erfährt der Leser was bei dem Entführungsfall schief lief. Das Ganze ist nicht uninteressant, hat aber mit dem Riesenwolf gar nichts zu tun und hätte somit deutlich gestrafft werden können.
Kaum in Solkers angekommen überschlagen sich die Ereignisse dann aber förmlich. Edinger beobachtet Nächtens eine merkwürde Gestalt, die im Ort herumschleicht und am nächsten Tag fallen mehrere Dorfbewohner scheinbar grundlos in eine Art Koma. Ab hier beginnt die Geschichte dann wirklich spannend zu werden, die Ereignisse bleiben weiterhin undurchsichtig und die Ermittlungen von Ella und Everd führen nach und nach zu einer recht gelungenen Auflösung, hier hat der Autor doch ein recht originelles Ende gefunden, das mir gut gefallen hat. Ein wenig irritiert hat mich allerdings der Epilog, der wieder in Frankfurt spielt und scheinbar Everds berufliche Rehabilitation darstellen soll, für mich aber ziemlich zusammenhanglos wirkt.
Leider hat das Buch nach dem etwas zähen Einstieg und dem sprunghaften Epilog noch ein weiteres Manko und das ist der fehlende historische Hintergrund. Zwar wird die angespannte Atmosphäre im Dorf Solkers ganz gut zum Leser transportiert, aber wenn nicht am Anfang die Jahreszahl 1863 gestanden hätte, dann hätte der Fall auch zu einer gänzlich anderen Zeit spielen können. Von einem historischen Krimi erwarte ich neben einem spannenden Fall eben auch einen dichten historischen Hintergrund, der die entsprechende Zeit aufleben läßt und der fehlt hier leider völlig.

FaziT: die Grundidee des Krimifalles ist auf jeden Fall originell und wird vom Autor auch recht spannend in einem flotten Schreibstil erzählt, allerdings fehlt für einen historischen Krimi das zeitgemäße Ambiente und insgesamt sind Anfang und Ende zu zäh und unausgewogen um am Ende wirklich zu begeistern.
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