Im hellen Licht des Todes von Barbara Pope

Buchvorstellungund Rezension

Im hellen Licht des Todes von Barbara Pope

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Cézanne's Quarry“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 421 Seiten.ISBN 3-548-60832-9.Übersetzung ins Deutsche von Lisa Kuppler.

»Im hellen Licht des Todes« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

Kurzgefasst:

Aix-en-Provence, 1885. An einem heißen Augusttag wird eine junge Frau tot in einem Steinbruch gefunden. Der unerfahrene Richter Bernard Martin ermittelt, so gut er kann. Auch der Maler Paul Cézanne gerät in Verdacht, denn er hat vor Jahren einen Mord gemalt – an einer Frau, die der Toten zum Verwechseln ähnlich sieht. Um ihn zu überführen, braucht Martin allerdings einen handfesten Beweis ... 

Das meint Histo-Couch.de: „Alter Haudegen trifft auf unerfahrenen Beweissammler“87Treffer

Rezension von Bettina Weiß

Ein schauerlicher Mord in der flirrenden Hitze der Provence und der Künstler Paul Cézanne mitten im Geschehen. Aix-en-provence im heißen August des Jahres 1885: Im Steinbruch wird die schöne, junge Solange Vernet ermordet aufgefunden. Die älteren Richter und Staatsanwälte sind im Urlaub, so dass die Aufklärung des Mordes dem jungen, unerfahrenen Richter Bernard Martin zufällt. An seiner Seite der altgediente Inspektor Albert Franc. Solange lebte mit einem undurchsichtigen Geologen, dem selbsternannten Professor Charles Westerbury, zusammen und unterhielt einen Pariser Salon, in dem Westerbury vor allem Frauen durch Vorträge und Exkursionen in die Geheimnisse der örtlichen Geologie einführen wollte.

Die Tatverdächtigen beschränken sich schnell auf den Westerbury und Paul Cézanne, der zum Malen in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist und der bereits vor Jahren den Mord an einer jungen Frau gemalt hat, die der Toten wie aufs Haar gleicht. Der altgediente Polizist drängt auf eine schnelle Verhaftung, aber Bernard Martin will sich Zeit lassen und akribisch Beweise sammeln. Wird es dem unerfahrenen Richter gelingen den Mörder zu fassen? Und welche Rolle wird Emile Zola, ein enger Freund Paul Cézannes, bei der Aufklärung innehaben?

Gekonnte Verbindung von historischen und
fiktiven Personen

Der Autorin ist ein ruhiger, aber zugleich sehr ansprechender Erstlingsroman gelungen. Die Charaktere, insbesondere die weiblichen Personen, sind mit viel Tiefe und Gespür für Empfindungen gezeichnet. Die Handlungen und Motive werden dadurch nachvollziehbar und sind weiterhin mit viel Empathie geschildert. Die Verbindung von historischen und fiktiven Personen gelingt der Autorin sehr gut, so dass kein Bruch entsteht und die Figuren glaubhaft bleiben. Der Leser kann mit Bernard Martin die Sorge um die Aufklärung teilen und das Bestreben, diesen ersten wichtigen Fall seiner Karriere zu lösen.

Die stimmungsvollen Schilderungen der Landschaft und der Örtlichkeiten lassen den Leser mit den Personen durch Aix und Umgebung streifen und scheinbar am Geschehen teilhaben. So begleiten wir Professor Westerbury bei seinen geologischen Exkursionen und schauen Paul Cézanne bei der Entstehung seiner Gemälde über die Schulter. Der Leser begleitet Richter Martin auch bei seinen Nachforschungen und spinnt seine Gedanken fort.

Der Roman lebt von den detailreichen Beschreibungen auch der Nebenhandlungen und den Beobachtungen, die der Leser machen kann. Der Autorin gelingt es, die Spannung der Geschichte ohne großen Aufwand zu forcieren – und dies bis zum überraschenden Ende. Der Roman kommt ohne großes Blutvergießen und Brutalität aus. Die schmerzvollen Szenen werden wie nebenbei geschildert, ohne Anteilnahme einzubüßen. Die Sprache ist leicht und flüssig zu lesen, ohne je banal oder seicht zu werden. Sie mutet zuweilen ein bisschen altertümlich an und passt sich so der Zeit des Romangeschehens an.

Ansprechend gestaltetes Cover für den bibliophilen Leser

Das Buch ist als Taschenbuchausgabe wunderschön mit einem sehr passenden Cover gestaltet und im Anhang mit einem kurzen historischen Abriss ausgestattet. Die einzelnen Tage vom Mord bis zur Aufklärung bilden die größere Einteilung des Romans. Diesen Einteilungen sind jeweils kleine Zitate vorangestellt, die die schöne Gestaltung des Romans abrunden und sich im Anhang als Nachweis der Zitate wiederfinden.

Der Autorin ist ein sehr stimmungsvoller und spannender historischer Kriminalroman gelungen, der ohne die historischen Fakten zu verbiegen eine fiktive Handlung erstehen lässt, die Spaß macht und gute Unterhaltung bietet. Eine echte Leseempfehlung für vergnügliche Lesestunden.

Ihre Meinung zu »Barbara Pope: Im hellen Licht des Todes«

tassieteufel zu »Barbara Pope: Im hellen Licht des Todes«06.09.2008
Aix-en-Provence 1885, an einem heißen Augusttag wird eine junge Frau ermordet in einem Steinbruch aufgefunden, der junge, unerfahrene Richter Bernhard Martin ermittelt so gut er kann, ihm zur Seite steht der etwas zwielichtige Inspektor Franc.
Ziemlich schnell sind zwei Verdächtige gefunden, der Geliebte der Toten, ein englischer Geologe und der Maler Paul Czesanne, der von der Toten scheinbar besessen war.
Insgesamt läßt sich das Buch recht gut lesen, der historische Hintergrund, insbesondere das Leben des Malers Paul Czesanne ist gut recherchiert und auch der Schriftsteller Emile Zola kommt im Buch vor. Interessant fand ich besonders die Konflikte die sich durch die unterschiedlichen Glaubensvorstellungen ergaben, einerseits ist ein großer Teil der Bevölkerung dem stregen katholischen Glauben
verhaftet und Freidenker oder Anhänger der Lehre des Darwinismus werden von vornherein mit Argwohn betrachtet.
Der Richter Bernhard Martin kam mir selbst bald wie eine Romanfigur aus einem der Bücher von Zola vor, aus einfachen Verhältnissen stammend und von reichen Verwandten protegiert, will er einerseits deren Erwartungen erfüllen und etwas aus
seinem Leben machen, andererseits hat er sich während seiner Studien auch radikalen Idealen verschrieben, die in Form seines alten Freundes Merckx wieder auftauchen, als er sie am wenigsten gebrauchen kann. Von dieser Seite her war das Buch ganz interessant, doch der Krimifall an sich plätschert nur seicht vor sich hin,man bekommt zwar Einblicke in die Persönlichkeiten
der verschiedenen Beteiligten aber Spannung wie man sie gemeinhin bei einem Krimi erwartet, kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt auf und die Aufklärung des Mordes fand ich dann doch recht abrupt. Nachdem Martin ewig im Dunkeln herum tappte und dann quasi wie von selbst auf den Täter kommt, hat mich nicht sonderlich zufrieden gestellt. Da waren einfach ein paar Zufälle zuviel im Spiel und
auch das Ende an sich läßt einfach zu viel offen, so daß ich das Buch recht unzufrieden geschlossen habe. Vermutlich werden offene Fragen in einem nächsten Teil geklärt, das scheint jetzt so im Trend zu sein, die Enden schön weit offen für eine mögliche Fortsetzung zu lassen, bleibt nur die Frage ob das den Leser auch wirklich bei der Stange hält.
Fazit: gut recherchiert was die Hintergründe betrifft, aber eindeutig Spannungsarm und mit enttäuschendem Ende, ich persönlich brauche keine Fortsetzung.
Ihr Kommentar zu Im hellen Licht des Todes

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.