Der Gottesschrein von Barbara Goldstein

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Der Gottesschrein“,, 672 Seiten.ISBN 3-404-16363-X.

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Kurzgefasst:

Im Auftrag des Papstes sucht die florentinische Buchhändlerin Alessandra d’Ascoli in Jerusalem einen Papyrus, der aus dem Vatikan geraubt wurde. Sie weiß nicht, dass der Dieb sie verfolgt und ihr nach dem Leben trachtet. Den päpstlichen Archivar, der das wertvolle Dokument in den Gewölben des Vatikans beschützen sollte, hat der Tempelritter bereits getötet. Im Labyrinth unter dem Tempelberg greift er nun auch sie an. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt. Alessandra bleiben nur wenige Stunden, um zu finden, wonach seit Jahrhunderten vergeblich gesucht wird: die verschollene Bundeslade – den Schlüssel zu unermesslicher Macht. Wird der geheimnisvolle Papyrus, eine codierte Schatzkarte der Templer, sie zum Gottesschrein führen?

Das meint Histo-Couch.de: „Indiana Jane – Jägerin des verlorenen Schatzes“91Treffer

Rezension von Volker Faßnacht

Fortsetzung der Krimireihe um Alessandra d’Ascoli

Barbara Goldstein legt mit Der Gottesschrein den zweiten Roman mit der Hauptfigur Alessandra d’Ascoli vor. Man muss den ersten Teil Der vergessene Papst nicht unbedingt gelesen haben. Beide Bücher sind in sich abgeschlossene Romane, wobei natürlich schon der eine oder andere Bezug genommen wird. Das stört aber keinesfalls.

Die Suche nach der Bundeslade – ein Mythos, um den sich drei Weltreligionen schlagen

Alessandra d’Ascoli, Buchhändlerin und Vertraute des Papstes muss feststellen, dass ein Freund – der Mönch Leonardo – sterben musste, weil er in den Besitz eines Schriftstückes gelangt war, das offensichtlich von einem Tempelritter gesucht wird. Alessandra wird beauftragt, nach Jerusalem zu reisen, um zu rekonstruieren, was es mit dem geheimnisvollen Papyrus auf sich hat und weshalb dafür ein Mensch sterben musste. Mit Hilfe des Büchleins mit den Aufzeichnungen Leonardos gelingt es Alessandra und ihrem Begleiter Tayeb schnell auf eine Spur zu kommen, die sich als interessant und gefährlich herausstellt, denn auch der Mörder und Dieb hat durch das gestohlene Schriftstück Kenntnisse, die es ihm ermöglichen, seinerseits Rückschlüsse zu ziehen. Er heftet sich an ihre Fersen und versucht immer wieder, sie umzubringen.

Glücklicherweise finden sie in dem Juden Yared einen Verbündeten, der ihnen dank seiner Position als Stadthalter ein Beschützer und Freund wird und im Falle von Alessandra auch eine neue Liebe entsteht. Dadurch wird sie aber auch eine Bewährungsprobe für ihn, da er eigentlich zum Islam übertreten muss (die Stadtverwaltung liegt in den Händen der muslimischen Herrscher) und die Liebe zu ihr, dies unmöglich macht. Ein politischer Umstand, der alle Beteiligten in eine unmögliche Lage bringt und die Gefahr durch den Tempelritter fast schon zu einem kleinen Problemchen verkommen lässt. Aber dann spitzt sich die Lage zu …

Eine vielschichtige, detailgetreue und spannende Geschichte

Scheinbar mühelos streut die Autorin die geschichtlichen Erkenntnisse und Mythen um die Bundeslade in ihren Roman ein. So ist beispielsweise die Untersuchung des unterirdischen Gängesystems des Tempelbergs verboten. Die großen Religionen streiten sich noch heute um Jerusalem, für die es eine heilige Stadt ist. Gerne hätte jede Religion die Bundeslade, die Gottes Gebotstafeln enthalten soll, für sich. Alle drei Religionen nehmen in ihren heiligen Büchern Bezug auf die Bundeslade. So gilt die Bundeslade als Garant für Gottes Gegenwart und als Symbol für den Bund mit Gott bei den Juden. Die Christen waren in Gestalt der Tempelritter ebenfalls immer hinter dem Mythos her. Wenig verwunderlich, wenn man dem Koran glauben mag, der ebenfalls von der Gegenwart des Allmächtigen berichtet, besonders im Krieg, wo die Bundeslade als Garant für göttliches Einwirken steht.

Der Charakterzeichnung der Hauptfiguren nimmt sich Barbara Goldstein liebevoll an. Alessandra d’Ascoli ist durch den Verlust eines geliebten Menschen einsam und in Trauer. Ein Arbeitstier, das sich in die Arbeit stürzt, um abgelenkt zu sein. Yared, der die unbekannte Schöne in Sicherheit bringt und sich selbst damit in größte Gefahr begibt, denn auch er kann nicht einfach vertuschen, dass Menschen im Höhlensystem unter dem Tempelberg waren. Er ist auf das Wohlwollen der islamischen Herrscher angewiesen, die ihm zwar wohlgesonnen sind, er aber im Gegenzug zum Islam konvertieren soll. Kann er das noch, nachdem er sich in die schöne Forscherin Alessandra d’Ascoli verliebt hat? Man nimmt ihm seinen inneren Kampf ab, weil die Zwickmühlen gut dargestellt sind und man als Leser oft genug froh ist, seine Entscheidungen nicht treffen zu müssen.

Der Roman ist in Ich-Form der beiden Protagonisten Alessandra und Yared geschrieben. Ihre Geschichte wechselt sich von Kapitel zu Kapitel ab. Natürlich mag der eine oder andere Leser diese Erzählform nicht lieben, hier aber passt sie ausgezeichnet, denn sie ermöglicht eine größere Nähe zu den beiden Akteuren, zu deren Gedankenwelt, zu der Sehnsucht einer Alessandra d’Ascoli oder der inneren Zerrissenheit eines Mannes, wie Yared, der sich zwischen Macht und Liebe entscheiden muss. Wenn er sich aber für die Liebe entscheidet, so könnte er beides verlieren, während, wenn er sich für die Macht entscheidet, er sie mit Sicherheit verliert.

Aber es gibt ja auch immer noch die eigentliche Geschichte: Ein spannender Kriminalroman, eine tolle Abenteuergeschichte, ein Wettlauf um die sagenumwobene Bundeslade. Ein Mörder, der frei herumläuft. Wird er sein Ziel erreichen oder kann Alessandra die Bundeslade finden und für den Papst sichern?

Wer auf diese Frage eine Antwort möchte, sollte dieses Buch nicht ungelesen lassen. Lohnenswert ist es allemal!

 

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