Das letzte Evangelium von Barbara Goldstein

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Das letzte Evangelium“,, 528 Seiten.ISBN 3-404-16615-9.

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Kurzgefasst:

1453, eine verlassene Abtei in den verschneiten Abruzzen. Sie ist verletzt, erinnert sich an nichts. Nicht einmal an den Menschen, der ihr am nächsten stehen sollte: ihren Ehemann, der sich liebevoll um sie bemüht. Doch Alessandra traut ihm nicht, läuft vor ihm davon. Als sie auf ein Grab mit ihrem Namen stößt, beginnt für sie eine Reise in die Vergangenheit – eine Reise in die Hölle. Wer ist sie? Warum ist sie hier? Schatten huschen nachts durch die Abtei. Was suchen sie? Und wer ist der Tote, der in der Kapelle aufgebahrt liegt?

Das meint Histo-Couch.de: „Spannende und mitreißende Geschichte um eine Superfrau“75

Rezension von Birgit Borloni

Italien 1453: Allessandra d’Ascoli durchlebt einen Albtraum: Sie erwacht in einem einsamen, fast völlig eingeschneiten Kloster in den Abruzzen und kann sich an so gut wie gar nichts mehr aus ihrem bisherigen Leben erinnern. Noch nicht einmal an ihren Namen. Und wer ist der Mann, der sich liebevoll um sie kümmert und behauptet, mit ihr verheiratet zu sein? Kann sie ihm trauen? Und was ist ein Mandylion bzw. wo ist es und warum sucht sie es? Und wer sucht es noch? Fragen über Fragen, die sich teilweise nur schwer aufklären lassen …

Spannung pur

Das letzte Evangelium ist der mittlerweile vierte Band um die Protagonistin Alessandra d’Ascoli. Doch auch wenn man die vorherigen Bücher nicht gelesen hat, ist es kein Problem, der Geschichte zu folgen, denn die wichtigsten Ereignisse werden zusammenfassend erwähnt.

Geschickt erzeugt Barbara Goldstein bereits ganz am Anfang ein hohes Maß an Spannung, indem sie ihre Protagonistin das Gedächtnis verlieren lässt. Dadurch steht nicht nur Alessandra vor einem Rätsel, sondern auch der Leser, der auch nicht mehr weiß. Damit wird der Spannungsbogen auch kontinuierlich über den ganzen Roman gehalten, denn die Aufklärung erfolgt mosaikartig, wenn Alessandra nach und nach immer mehr Erinnerungsfetzen wieder einfallen. Zudem werden geschickt einige überraschende Wendungen eingebaut, die immer wieder alles in einem anderen Licht erscheinen lassen und man sich schließlich fragt, was denn nun Tatsachen und was falsche Erinnerungen oder Wahnvorstellungen sind bzw. sein könnten.

Insgesamt entsteht so eine spannende Geschichte mit teilweise rasantem Tempo, die es versteht, den Leser mitzureißen. Längen gibt es somit kaum und die paar wenigen sind leicht zu verschmerzen.

Definitiv nicht frei von Anachronismen

Doch trotz der gut konzipierten Geschichte an sich, wird das Buch nicht auf ungeteilte Begeisterung stoßen, denn es gibt auch ein paar Kritikpunkte: Zum einen die Hauptfigur Alessandra an sich. Sie ist eine Art „Überfrau“, besonders, was ihre körperlichen Fähigkeiten angeht. Bereits am Anfang der Geschichte erschöpft und verletzt, ist es sehr erstaunlich, was sie noch alles an Strapazen bestehen kann und welche Kämpfe sie noch bestreiten kann. Hier wäre weniger teilweise deutlich mehr gewesen.

Sympathisch ist sie definitiv und man folgt ihr gerne durch die Geschichte, doch sind ihre Ansichten und ihre Handlungen teilweise recht modern. Ebenso wie ihre Ausdrucksweise, da tummeln sich einige Anachronismen. Überhaupt ist die ganze Sprache des Buchs sehr modern, teilweise flapsig zu nennen. Das gibt der Geschichte zwar zusätzlich Schwung und sorgt für einige humorvolle Szenen, aber es ist eben in historischen Romanen nicht jedermanns Geschmack und wirkt teilweise auch einfach fehl am Platz.

Insgesamt ist das Das letzte Evangelium ein solider Roman mit Thriller-Elementen, der fast durchgehend spannend und mitreißend geschrieben ist. Doch liegt das Augenmerk dieser Geschichte eindeutig eher auf der Spannung und nicht auf der historischen Seite. Wer einfach einmal eine gut geschriebene Geschichte lesen möchte und auch eine modernere Ausdrucksweise hinnehmen kann (die nämlich durchaus ihren Reiz hat!) und nicht immer hochkomplexe Charaktere braucht, der wird mit diesem Buch sehr viel Spaß haben. Alle anderen sind vermutlich mit diesem Roman nicht gut beraten.

Ihre Meinung zu »Barbara Goldstein: Das letzte Evangelium«

Herbert Richter zu »Barbara Goldstein: Das letzte Evangelium«06.12.2014
Tasächlich ist das Sujet des Buches
spannend(Grabtuch Jesu)und die
Autorin zeigt größte historische Be
-lesenheit.Dem steht gegenüber
-einmal abgesehen von dem sehr
schweren Anachronismus,daß nie-
mals im ausgehenden Mittelalter
eine Frau(mag sie noch so sehr aus dem italienischen Hochadel stammen)eine derartige offizielle
Stellung im Vatican hatte-ein sehr
verworrener Erzählstil plus die bil-
lig anmutende thrillerhafte Ver-
wendung von Fragen,die zwar Spannung induzieren,aber irgendwann auf die Nerven fallen.
Bernhard Rüther zu »Barbara Goldstein: Das letzte Evangelium«05.06.2012
Ich bin absolut enttäusscht. Die ständigen Wechsel zwischen Gegenwart/Realität und der Vergangenheit/dem vermutlich Erlebten stehen z.T. im Widerspruch zu den zeitlichen Angaben. Die Vermengung von Traum und Wirklichkeit ist schwerlich auseinander zu halten. Nur ein Beispiel: Kapitel 19 - 21.12.1453 um ca. 17.30 bewegt sich die Hauptdarstellerin in den Anlagen der Abtei. Glockengeläut aus dem Tal läßt wieder Visionen der Schlacht (vom..?) in ihr aufkommen. Das folgende Kapitel 20 handelt dann nur von dieser Schlacht. Hier sind dann aber Orts- und Zeitangabe sehr verwirrend. Diese Rückblicke/Visionen hätten m.E. mit richtiger Zeit-/Ortsangabe versehen werden können. Der Roman hätte dadurch nicht verloren und mancher Leser würde sich besser zurechtfinden - mindestens ich.
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