Das Buch der Sünden von Axel S. Meyer

Buchvorstellungund Rezension

Das Buch der Sünden von Axel S. Meyer

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Das Buch der Sünden“,, 784 Seiten.ISBN 3-499-25380-1.

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Kurzgefasst:

Im Jahre 845 bringen die Normannen den Tod nach Paris. Die Mörder kommen über die Flüsse: Am Morgen besetzen 120 Drachenboote die Seineinsel, am Abend sind die Straßen mit Leichen übersät. Brandgeruch liegt in der Luft. Hilflos muss der junge Odo mit ansehen, wie sein Vater getötet und seine Mutter verschleppt wird. Er schwört Rache. Jahre später fällt ihm im Kloster Sankt Gallen eine Schrift in die Hände: Das Buch der Sünden. Es prophezeit den Untergang der heidnischen Welt sobald die sieben Todsünden gesühnt sind. Besessen von der Idee, dieses Werk zu verrichten, macht sich Odo auf den Weg nach Norden. In die gottlose Stadt der Wikinger, nach Haithabu …

Das meint Histo-Couch.de: „Odos Rache“82

Rezension von Birgit Borloni

Paris im Jahre 845: Der junge Odo erlebt den Angriff der Normannen auf Paris und verliert dadurch beide Eltern. Aufnahme findet er in einem Kloster und erfährt schließlich von einem geheimnisvollen Buch, „Die wahrhaftige Offenbarung“, das ihm einen Weg zur Rache eröffnet: Wenn er es schafft, die sieben Todsünden zu vernichten, dann wird er nicht nur Gottes Reich auf Erden errichten, sondern auch den Tod seiner Eltern sühnen. In Haithabu beginnt er mit seinem Rachefeldzug, denn gerade die „Barbaren“ verkörpern für ihn die Dämonen der Todsünden.

In Haithabu lebt auch Helgi, der Sohn des Schmiedes Einar, der wenig Interesse für das Handwerk seines Vaters zeigt, aber dafür umso mehr für die Sklavin seines Nachbarn, auch wenn diese vom Gesetz her für ihn tabu ist. Nach und nach wird er in die Ereignisse um Odo mit hereingezogen und sein Leben nimmt einige unerwartete Wendungen …

Eine Reise in die Zeit der Wikinger

Axel S. Meyer ist mit seinem Erstling Das Buch der Sünden ein interessanter, spannender und informativer Roman gelungen. Besonders Odo ist eine sehr faszinierende Persönlichkeit, denn auch wenn er durch seine grausamen Rachetaten der eigentliche Bösewicht der Geschichte ist, so weiß man doch als Leser, warum er diesen Weg eingeschlagen hat und es ist fesselnd mitzuverfolgen, wie er immer tiefer in seinen Wahn hineingerät und langsam alles Menschliche verliert. Helgi, dem zweiten Protagonisten, ist eindeutig die Rolle des „Guten“ zugedacht und die erfüllt er auch vollkommen. Rasch gewinnt er die Sympathien des Lesers und man folgt ihm gerne durch die Geschichte, allerdings hätten ihm ein paar Ecken und Kanten mehr gut getan. So bleibt er ein wenig blass und immer wieder hat man das Gefühl, ihn nicht richtig greifen zu können. Zudem wirkt er ab und an etwas unbeholfen und erweckt ein paar Mal den Eindruck, eher durch die Abenteuer zu stolpern, als sich aktiv am Geschehen zu beteiligen.

Gut gelungen ist die Darstellung des religiösen Konflikts zwischen dem aufkeimenden Christentum und dem alten Götterglauben. Meyer zeigt seinen Lesern, wie zerstörerisch religiöser Fanatismus sein kann, was Hass, Vorurteile und Unverständnis auslösen können, aber auch, dass ein friedliches Miteinander und sogar Freundschaften zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens mit Toleranz und Interesse am anderen problemlos möglich sind. Interessant und informativ ist auch das tägliche Leben der damaligen Zeit beschrieben, man bekommt als Leser einen guten Einblick in die täglichen Sorgen und Nöte der Menschen und in den Stellenwert der Religion und des Glaubens an Odin. Stutzig macht allerdings die Erwähnung von Baumwollwäsche, denn diese war zu der Zeit in dem Kulturkreis noch nicht verbreitet.

Nichts für schwache Nerven

Die Geschichte an sich ist gut durchdacht und wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf, auch wenn einige Male doch der Zufall zu Hilfe kommen muss, damit auch alle Protagonisten die eine oder andere Situation überleben und somit im weiteren Verlauf weiter agieren können, bis zum spannenden Finale, das allerdings nur knapp daran vorbeikommt, übertrieben zu wirken.

Zartbesaitete Leser seien an dieser Stelle gewarnt, denn es geht durchaus blutig zur Sache. Bereits auf den ersten Seiten, auf denen die Schlacht um Paris tobt, geht es deutlich zur Sache und es fließen Ströme von Blut. Auch im weiteren Verlauf kommt es zu Schlachten und Odos Rachefeldzug mit dem Töten der Dämonen ist alles andere als ein unblutiges Vergnügen. Doch die Zeiten waren nun einmal rau und, um den Autor selbst zu zitieren, „sie haben sich nicht mit Laub beworfen“. Demzufolge schildert Meyer die Geschehnisse in einer deutlichen und schonungslosen Sprache, ohne dabei in billige Effekthascherei zu verfallen, und das Buch besteht ja auch nicht nur aus Gemetzel.

Insgesamt ist Das Buch der Sünden eine spannende, komplexe Geschichte, die beim Lesen Spaß macht und allen Freunden des historischen Romans, die auch mal deftigere Szenen mögen und sich für die Zeit der Wikinger interessieren, vorbehaltlos empfohlen werden kann.

Abgerundet wird dieses Werk durch ein sehr schönes Cover, bei dem sich der Rowohlt-Verlag wirklich Mühe gegeben hat, einer dem Buch vorangestellten Karte und einem Nachwort des Autors sowie die den einzelnen Abschnitten vorangestellten Zitate aus der Offenbarung des Johannes.

Ihre Meinung zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«

Bernd Schaarschmidt zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«01.10.2011
Ich hatte mir, dem Klappentext nach,
viel mehr von dem Buch versprochen!
Ich wollte auch einfach mehr über Haithabu erfahren, weil ich Geschichte sehr spannend finde!
Nach ganz gutem Beginn wird die
Geschichte immer leider immer spannungsärmer und voraussehbar.
Die Figuren sind allesamt nicht sehr
sympatisch, sie interssieren eigentlich nicht wirklich.
Das Mittelalter war sicherlich eine
brutale, wohl auch menschenverachtende Zeit, aber was sich in dem Buch an Blutrünstigkeiten
abspielen, ist wohl kaum zu toppen und schreckt schließlich einfach nur ab!
Insgesamt völlig enttäuschend!
Silky zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«12.07.2011
Man verfolgt nicht nur das Leben des Priesters Odo, sondern auch die Geschichte des Schmiedes Helgi. Was die Beiden verbindet, wird nicht verraten.
Das Dorfleben im 9. Jahrhundert, sowie verschiedene Kulturen mit samt ihren Göttern und das schwere Leben der Sklaven werden einem sehr nahe gebracht. Durch den flüssigen Schreibstil und die zunehmende Spannung las ich das Buch auch gerne zu Ende.
Das Buch hat mich gut unterhalten, aber richtig berühren konnte es mich nicht.
maupe zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«22.03.2011
Entgegen dem Klappentext geht es nicht um Odo allein. Der dort angegebene Inhalt ist in kurzer Zeit erzählt. Dann begleiten wir Helgi, den Sohn eines Schmieds aus Haithabu. Irgendwann kreuzen sich die Wege Odos und Helgis und dort beginnt die eigentliche Erzählung.

Wir folgen also diesen beiden Charakteren durch historisch belegte Orte. Dass sich der Autor nicht immer an die Biographie (von real existierten Persönlichkeiten) oder an die Historie hält, ist für mich kein Abzugspunkt. Das erläutert er auch offen im Nachwort.

Die Geschichte wird zwar flüssig erzählt aber sie hat es leider nicht geschafft mich richtig zu packen. Ich folgte der ganzen weil sie halt nicht stockte, aber ein Gefühl habe ich für einen Charakter nicht aufbauen können.

Ich fand es nett zu lesen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
M.Reinsch zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«18.11.2010
Es ist vollbracht, nach fast 1 Woche hab eich eben die letzten Seiten gelesen...
Nach den vorhergehenden Rezessionnen war ich voll Spannung und fast schon Gier auf dieses Buch! Vergleiche mit Cornwell wurden da gemacht und Spannung und großes Kino versprochen...
Um so enttäuschter bin ich nun...
Sicher ist sehr gut rechergiert worden und die Geschichte (etwas verbogen) gut wieder gegeben, aber:
- wo ist die versprochene Spannung (auf den letzten 70 Seiten/von fast 800 kam ein Spannungsbogen auf!
- Ist der Vergleich zu Crornwell im abgründigen der damaligen Kirche zu suchen?
- Hier wird eigendlich mehr die Geschichte des Schmiedes Helgi in den Vordergrund gestellt, als die des Priesters Odo!

Im großen Ganzen, kann man das Buch als Historischen Roman lesen, aber ein "Top-Histo" ist es für mich auf keinen Fall!
Sicher sind Geschmäcker verschieden, aber ein "Filesteak" sollte doch eigendlich immer ein "Filetstück" bleiben?!
Lasst Euch nicht abschrecken - ich gebe hier nur meine Meinung wieder! - lest es selbst!
Bei mir kam es noch auf 65°,also ist es guter Durchschnitt (sorry)
TDDS zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«21.10.2010
Tolles Erstlingswerk!!
Historische Romane gibt es wie Sand am Meer. Wirklich gute, sorgfältig recherchierte und spannend aufgebaute historische Romane, die man förmlich verschlingt, sind viel weniger häufig anzutreffen. Um so mehr habe ich mich über "Das Buch der Sünden" gefreut, dessen Handlung mich mitgerissen hat und dessen Schreibstil auf weitere Bücher des Autoren Axel S. Meyer hoffen lässt! Großes Kino!!
Fred Zimmer zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«04.10.2010
Ein langweiliges Werk.
Schreibstil und Story sind dünn, die Geschichte vorhersehbar und ohne Überraschungen.
Ich persönlich bin entäuscht weil ich mir nach der Vorankündigung mehr erwartet hätte, zumal ich Haithabu ganz gut kenne und dies der Grund war, dieses Buch zu kaufen. Wird mit Sicherheit im Bücherschrank als "einmal gelesen" landen.
MM zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«15.09.2010
Unbedingt mehr davon!!

Endlich mal wieder ein wirklich spannender historischer Roman!„Das Buch der Sünden“ hebt sich mit der ungewöhnlichen Geschichte vom jungen Odo, der aufgrund schwerer Schicksalsschläge zum skrupellosen Gotteskrieger wird, von der Fülle geschichtlicher Romane ab, die derzeit den Buchmarkt überschwemmen. Indem er die sieben Todsünden vernichtet, will Odo das Heidentum auf Erden vernichten und persönlich Rache üben.

Realistisch gestaltete Alltagsszenarien aus der Zeit des 9. Jahrhunderts, als die Normannen in Europa wüten, liebevoll ausgemalte Figuren – vom nicht zu perfekten Helden bis zum grausamen Bösewicht – und dazu eine von Anfang bis Ende spannende Story – das nenne ich Lesespaß! Konnte den dicken Wälzer kaum weglegen! Mehr davon, Herr Axel S. Meyer!
Tresor zu »Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden«08.08.2010
Mit dem Buch der Sünden taucht der Leser ein in die Welt des Mittelaters. Schmiede und Kammmacher kämpfen hier um ihren täglichen Verdienst, die Zeiten sind nicht leicht, denn es herrscht Krieg. Mönche versuchen die Bevölkerung zu christianisieren, wilde Normannen plündern und morden allerorts.
Mittendrin Odo, früh von einem Schicksalschlag gezeichnet und nun auf Rache aus, und Helgi, Handwerkersohn.
Axel S. Meyer verknüpft zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Fanatischer Gottesglaube, die erste Liebe, Verlust, Verzweiflung und Freundschaft ziehen sich durch eine Geschichte, die von der ersten Seite an fesselt, und die es schwermacht, Lesepausen einzulegen. Dazu kommt ein klarer, lebendiger und ausdrucksstarker Schreibstil, Anflüge trockenen Humors, interessante historische Bezüge und glaubhaft ausgearbeitete Figuren.
Lesenswert und spannend!
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