Avi Primor

Der israelische Diplomat und Publizist Abraham „Avi“ Primor wurde 1935 in Tel Aviv geboren. Seine Mutter Selma Goldstein emigrierte drei Jahre zuvor von Frankfurt nach Tel Aviv in Palästina, ihre gesamte Familie wurde während des Holocaust ermordet. Avis Vater, ein niederländischer Einwanderer, war Diamantschleifer und blieb dies auch in Palästina.

Von 1952 bis 1955 studierte Primor Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Während seines Wehrdienstes in den folgenden zwei Jahren wurde er als Panzersoldat während des Suezkrise verwundet. Von 1957 bis 1959 studierte er weiter am City College New York und an der Sorbonne in Paris.

Nach seinem Abschluß trat er 1961 in den Diplomatischen Dienst ein und war zunächst im Jerusalemer Außenministerium tätig. Schon bald begann er seine Karriere in verschiedenen Positionen in afrikanischen Ländern wie der Elfenbeinküste und Benin, wo er mit 27 Jahren der bis dahin jüngste Botschafter Israels wurde. 1970 wurde er Gesandter Israels in Frankreich.

Nach mehrere Stationen in der Jerusalemer Ministerialbürokratie war er von 1987 an gleichzeitig Botschafter Israels in Brüssel bei der EU, in Belgien und in Luxemburg. 1991 ließ er sich in Brüssel beurlauben, um Vizepräsident der Hebräischen Universität in Jerusalem zu werden. Dort gründete er das Institut für Europa-Studien, das 1995 in Helmut-Kohl-Institut umbenannt wurde. Im November 1993 wurde Primor schließlich Botschafter Israels in Bonn. Erst kurz zuvor begann er, am Goethe-Institut Deutsch zu lernen und veröffentlichte später einige Sachbücher, zumeist auf deutsch. In dieser Zeit wurde er eine der wichtigsten Stimmen im deutsch-israelischen Dialog.

Er beendete seine diplomatische Karriere Ende 1999 altersbedingt und kehrte nach Israel zurück und wurde Vizepräsident der Universität in Tel Aviv. Seit 2004 ist er an der Privatuniversität Interdisciplinary Center Herzliva (IDC) tätig, wo er das trilaterale Zentrum für Europäische Studien (zusammen mit Palästina und Jordanien) gegründet hat. Er ist zudem Mitglied im Hochschulrat der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und des Beirats der Atlantischen Initiative. Seit 2010 ist er Vorsitzender der Israelischen Gesellschaft für Auswärtige Politik. 2012 erhielt der in Frankfurt am Main den Friedenspreis der Geschwister-Korn-und-Gerstenmann-Stiftung.

Avi Primor ist verheiratet und Vater dreier Kinder, darunter erwachsene Zwillinge. Primor spricht fliessend Hebräisch, Französisch, Englisch und Deutsch und hat seinen ersten Roman Süß und ehrenvoll auch in deutsch verfasst. Der Roman erschien 2013, im selben Jahr erhielt er auch den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück, zusammen mit dem palästinensischen Politiker Abdallah Frangi.

Historische Romane von Avi Primor: