Die Zeppelin-Verschwörung von Antje Windgassen

Buchvorstellungund Rezension

Die Zeppelin-Verschwörung von Antje Windgassen

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Die Zeppelin-Verschwörung“,, 246 Seiten.ISBN 383922019X.

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Kurzgefasst:

Nach seiner Karriere in der Armee widmet sich Graf Ferdinand von Zeppelin seinem Traum vom Fliegen. Er plant, ein Luftschiff zu konstruieren, das sich manövrieren lässt. Während er dafür von vielen nur belächelt wird, zeigt sich Kaiser Wilhelm II. interessiert. Zeppelin legt ihm die Konstruktionspläne vor und erhofft sich, den Kaiser als Geldgeber zu gewinnen. Doch dessen Prüf-Kommission findet Unstimmigkeiten in den Berechnungen. Der Graf ist sicher: Jemand muss die Pläne sabotiert haben. Aber wer?

Das meint Histo-Couch.de: „Die Anfänge der Luftschifffahrt“70

Rezension von Carsten Jaehner

Man schreibt das Jahr 1863, als Leutnant Ferdinand von Zeppelin in Washington eintrifft, um als Beobachter am Amerikanischen Bürgerkrieg teilzunehmen. Hierfür durch Abraham Lincoln persönlich autorisiert, wird er der Potomac-Armee der Nordstaaten zugeteilt und erlebt seinen ersten Aufklärungsflug mit einem Heißluftballon. Dieses Ereignis lässt ihn zeitlebens nicht mehr los, jedoch findet er ein Fluggerät, das nicht steuerbar und nur windabhängig ist, keine gute Lösung.

Fortan sind seine Militärlaufbahn und seine Luftschiffforschung seine beiden Lebensinhalte. Doch militärisch hat er auch seine eigene Meinung, die bei Vorgesetzten nicht immer gut ankommt, und so beendet er 1891 seine Militärkarriere selbst, bevor es andere tun. Noch zu jung für den Ruhestand, hat er nun, auch auf Anraten seiner Frau, nur noch ein Lebensziel: Den Bau eines manövrierfähigen Luftschiffes.

Dass der Plan neben Freunden und Gönnern auch Neider und Konkurrenten auf den Plan ruft, liegt auf der Hand. Eine kleine Gruppe Verschwörer hat sich zum Ziel gesetzt, Zeppelins Pläne zu durchkreuzen – am besten mittels eines Spions in den engsten Reihen Zeppelins. Erst nach und nach wittert man am Bodensee Betrug. Wird irgendwann einmal ein Luftschiff unfallfrei durch die Luft fahren?

Nicht wirklich ein Krimi

Pünktlich zum 100. Todestag von Ferdinand Graf von Zeppelin, der am 8. März 1917 in Berlin starb, erscheint mit Die Zeppelin-Verschwörung ein Roman aus der Feder von Antje Windgassen, der dem geneigten Leser die Geschichte des Grafen näherbringt. Untertitelt als „Historischer Kriminalroman“ kann man sich um beide Begriffe vielleicht streiten, denn ein ausgemachter Krimi mit Mördern und dergleichen liegt nicht vor, und die Sache mit dem „ab wann ist ein Roman historisch“ lassen wir mal lieber unbesprochen.

Gerade der Beginn des Romans, der Zeppelins Zeit in der Amerikanischen Armee zeigt, dürfte für die meisten Leser von besonderem Interesse sein, zeigt er doch die eher unbekannte Seite Zeppelins, die die meisten Leser über ihn nicht kennen dürften. Seine Militärlaufbahn verlief recht erfolgreich, wie es damals oft Adeligen widerfuhr, doch machte man sich nicht nur Freunde, gerade wenn man in höherer Laufbahn ist und bereit sein muss, Untergebene zu befehligen, was nicht immer gut ankommt – wenn man in eine Schlacht geführt wird und diese vielleicht nur verletzt oder auch gar nicht überlebt. All das spielt im weiteren Verlauf des Romans noch eine Rolle.

Verschwörung gegen Zeppelins Pläne

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wird Zeppelin von seiner Frau Isabella unterstützt und motiviert, sich nun endgültig mit der Erfindung eines steuerbaren Luftschiffes zu beschäftigen. Der Roman erzählt von den Plänen des Luftschiffes, von der Errichtung einer Werft im Bodensee und wie man sein Team zusammenstellt, ohne auch nur daran zu denken, dass vielleicht jemand darunter sein könnte, der manipulative Gedanken hat. Auch die eigene Familie wird in Mitleidenschaft gezogen, und die Familie gerät nach einigen publikumswirksamen Niederlagen auch gesellschaftlich immer mehr ins Abseits. Hier spielt bald nur noch die Familie eine Rolle und nicht mehr, ob es gelungen ist, dass Luftschiff windunabhängig steuern zu können.

Tatsächlich gab es bei den ersten Versuchen Zeppelins einige Pannen. Die Autorin Windgassen versucht in ihrem Roman, diese durch ein manipulatives Element zusammen zu bringen, was allerdings am Ende nicht konsequent gelingt. Da der Leser schon früh weiß, wer da aktiv seine Finger im Spiel hat, allerdings nicht, wer die Auftraggeber sind, liegt die Spannung eher darin, ob der Schurke gefasst wird und wer die Hintermänner sind und aus welchen Motiven sie Zeppelins sprichwörtlichen Absturz fordern.

Ein bisschen steif

Die Szenen in Amerika sind zwar historisch sehr interessant, dennoch wirken diese Passagen emotionslos und nur erzählt, um damit Zeppelins Neigung zu Fluggeräten zu begründen. Es ist ein bisschen steif formuliert und als Leser findet man nicht den rechten warmen Zugang, den man gerne zum Einstieg hätte. Da bleibt im Hinterkopf immer der Verdacht eines zum Roman umfunktionierten Sachbuchs, gerade wenn viel mit Daten und Fakten um sich geworfen wird. Das allerdings wird im Laufe des Romans besser, wenn man in deutschen Landen ist und das eigentlich Projekt der Luftschiffe endlich seinen Lauf nimmt.

Wer einen Einstieg in die Thematik der Luftfahrtschiffe und der Technischen Revolution um die Jahrhundertwende haben möchte, wird mit diesem Roman einen guten Griff tun. Der Krimi-Aspekt ist vorhanden, wenngleich nicht wirklich der spannungsgebende Aspekt des Romans. Das sich nachher alles in Wohlgefallen aufgelöst hat, steht in den Geschichtsbüchern. Ein solider Roman, kein großer Wurf, aber gut lesbar und mit hohem Wissenswert.

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