Das Blut des Kaisers von Andreas J. Schulte

Buchvorstellungund Rezension

Das Blut des Kaisers von Andreas J. Schulte

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Das Blut des Kaisers“,, 280 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

„Es gibt keinen größeren Schurken auf der ganzen Welt als den Franzosenkönig.“ (Maximilian von Habsburg in einem Brief im Jahr 1477) 

Im Winter 1477/78 kämpfen Habsburg und Burgund um die Vorherrschaft in Europa. Maria von Burgund, Alleinerbin des Herzogs, gerät zwischen die Fronten in einem heimtückischen Krieg. Die junge Prinzessin, die ihr erstes Kind erwartet, muss sich gegen Spionage, Bestechung und Verrat zur Wehr setzen. Im fernen Andernach, unter dem persönlichen Schutz von Konrad von Hohenstade, wähnt ihr Gatte sie in Sicherheit. Aber die beiden ahnen nichts von der Gefahr, die in den Gassen der Stadt lauert. Der Feind ist ihnen längst dicht auf den Fersen und auch vor Mord schreckt er nicht zurück ... Wird es Konrad gelingen, das Blut des Kaisers zu schützen?

Das meint Histo-Couch.de: „Der Kampf um das Herzogtum Burgund geht weiter“75

Rezension von Jörg Kijanski

1477/1478. Maximilian von Habsburg und Maria, Herzogin von Burgund, haben geheiratet; der Kampf um das Land des Herzogtums geht indes weiter. Frankreichs König Ludwig XI. gibt nicht auf und will unter allen Umständen verhindern, dass die schwangere Maria ihr Kind zur Welt bringt. Daher beauftragt der König nach dem „Schnitter“ nun den „Allgegenwärtigen“, den besten Auftragsmörder seiner Zeit. Nachdem zuvor zwei Mordanschläge auf Maria eher zufällig scheiterten, fordert Maximilian die Hilfe von Konrad von Hohenstade ein, der ihm selbst schon einmal in Andernach das Leben rettete.

„Zwei Mal! Zwei Mal stand sie bereits mit einem Fuß in der Gruft und ist es geglückt? Nein! Warum? Habt Ihr dafür eine vernünftige Erklärung? Natürlich habt Ihr keine. Weil es nur eine einzige Erklärung gibt: Ich bin umgeben von unfähigen Trotteln, die ihr Gemächt nicht mal mit zwei Händen finden. Wie schwer kann es sein, eine Prinzessin zu vergiften? Warum darf sich ein Stümper mit einer Armbrust Jäger nennen, wenn er sein Wild nicht einmal auf zehn Schritte Entfernung trifft? Dabei war es noch nicht einmal ein scheues Reh, es war eine verdammte burgundische Herzogin, die auf einem Seidenkissen herumlag.“

Konrad, der gerade Johanna geheiratet und sich mit seinem Vater versöhnt hat, bringt Maria zunächst in einem Wirtshaus in Andernach unter. Doch dann geschehen kurz nacheinander zwei Morde und Konrad muss mit Hilfe seiner schlagkräftigen Freunde Jupp und Heinrich den Mörder zu Fall bringen …

Auch der vierte Band der Reihe gefällt

Ursprünglich sollte es wohl eine Trilogie werden, aber dann stellte sich heraus, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Es wäre aber auch zu schade gewesen, wenn der ständig fluchende Pastor Heinrich und sein nicht minder kampflustiger Freund Jupp von der Bildfläche verschwunden wären. Und auch die Beziehung zwischen Konrad und Johanna verdiente noch eine Auflösung, die nun in Form der absehbaren Heirat erfolgte.

Wer die bisherigen Bücher nicht kennt oder deren Handlung nicht mehr präsent hat, sollte mit der Lektüre des Romans auf Seite 246 (!) beginnen. Hier erfährt man in einer kurzen Zusammenfassung, was bisher geschah. Wenngleich die Gliederung des Buches mitunter gewöhnungsbedürftig ist, so wäre beispielsweise das Personenregister vor Beginn der Handlung wünschenswert gewesen, ist dennoch der insgesamt knapp vierzig Seiten umfassende Anhang wieder sehr gelungen und verdient besondere Erwähnung. Vor allem die mitgelieferten historischen Hintergrundinformationen sind lesenswert.

Der Roman selbst umfasst rund 240, großzügig gedruckte Seiten und ist schnell gelesen. Einige wenige Sequenzen stellen den politischen Hintergrund vor, ansonsten nimmt die eigentliche Geschichte ihren Gang. Viele bekannte Figuren tauchen erneut auf und so geht es unter anderem wieder in zahlreiche Gasthäuser. Das Leben im beschaulichen Andernach zur damaligen Zeit wird kurzweilig und unterhaltsam eingefangen, woran die Figur des stets lästernden Pastors („Dreck, Pest und Ziegenarsch, hab ich Hunger.“) gehörigen Anteil hat. Es ging halt damals deftig zu. Der Spannungsbogen ist ordentlich, wenngleich die Auflösung den Leser vermutlich weniger überraschen dürfte als Konrad, der erst eine entscheidende Anmerkung von Johanna benötigt, um den Täter zu durchschauen. Wem die bisherigen Bände gefallen haben, wird hier erneut gerne zugreifen und auf einen weiteren Band hoffen. 

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