Kreuzblume von Andrea Schacht

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel „Kreuzblume“, , 736 Seiten. ISBN 3-7645-0220-7.

Kurzgefasst:

Seit 1560 ruht die Baustelle, doch nun, an der Schwelle zum 19. Jahrhundert, soll der Dom zu Köln vollendet werden. Die Baupläne der Zwillingstürme sind jedoch verschollen, und nach dem Willen mächtiger Männer soll dies auch so bleiben. Aber Antonia, deren Leben mit den alten Zeichnungen eng verwoben ist, überlebt mit Mut, Klugheit und Energie die Wirren der napoleonischen Zeit und entdeckt dabei nicht nur die Baupläne des Doms, sondern findet auch die Liebe ihres Lebens…

Antonia wächst als Junge verkleidet in der chaotischen Zeit der napoleonischen Kriege auf. Erst mit dem Tod ihrer Ziehmutter in der Schlacht von Jena erfährt sie ihre wahre Herkunft. Auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter zieht sie nach Köln. David, ein junger Leutnant, dem sie das Leben gerettet hat, gibt ihr den entscheidenden Hinweis. Sie findet ein neues Heim im Haus des Domherrn Hermann von Waldegg und begegnet hier dem ehemaligen Kettensträfling Cornelius, der sanften Bürgerstochter Susanne und der intriganten Gesellschaftsdame Charlotte. Während Antonia zur eigenwilligen jungen Dame der Gesellschaft heranreift, drängt es sie, die Geschichte der Mutter und das Schicksal ihres Vaters zu erfahren – nicht ahnend, wie eng beide mit den verschollenen Plänen der Westfront des Kölner Doms verknüpft sind. Unwissentlich gerät Antonia in einen Strudel aus Korruption, Verrat und Intrige. Und an einen mächtigen Feind – Jakobiner und Stadtmagistrat Kay Friedrich Kormann, dem der Dom als Symbol des finsteren Mittelalters gilt und dessen Fertigstellung er mit allen Mitteln verhindern will. Notfalls auch mit einem Mord…

Das meint Histo-Couch.de: „;Kölner Dom mal anders“;

von Vanessa Brinker

In Zeiten der Not sind Frauen schon oft über sich selbst hinausgewachsen und haben Dinge vollbracht, die ihnen unter normalen Umständen niemand zugetraut hätte. Nun neigen die Menschen jedoch dazu, sich möglichst nicht in Situationen zu bringen, die ihnen persönlich nur zum Nachteil gereichen. Was aber tun, wenn ein Krieg vor der Tür steht und der Mann auszieht, seine Heimat zu verteidigen und unter Umständen niemals wieder über die heimische Schwelle treten wird?

Der lange Arm der Franzosen

Genau dieser Frage muss sich Elisabeth Dahmen im Jahr 1794 stellen, als ihr Mann den Bescheid bekommt, mit seiner Einheit das heimische Köln zu verlassen um die ferne Stadt Mainz vor den Übergriffen der Franzosen zu schützen. Sie bringt es nicht über sich, ihren Mann alleine in eine ungewisse Zukunft zu schicken und verlegt sich auf dasw was sie am besten kann: aus allen Situationen das Beste machen. So geschieht es, dass aus ihrer Tochter Antonia, die gerade mal vier Jahre alt geworden ist, ein Junge wird, damit dem Kind im Tross des Kölner Heers, dem sie sich als Marketenderin anschließt, nichts Böses geschieht und es bestmöglich geschützt sein wird …

Zur selben Zeit, ebenfalls in Köln, muss sich der junge Cornelius von der Leyen eingestehen, dass sein bisheriges Leben alles andere als von Erfolg gekrönt war. Nachdem er aus der Universität ausgeschieden ist ohne seinen Abschluss gemacht zu haben, wird er von seinem Vater verstoßen. Und so beschließt er, sich seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen – allerdings durch Mittel, die nur dazu nützlich waren, ihn an den Ort zu bringen, wo er sich nun mit brennender Schulter wieder findet – am Pranger von Köln mit Blick auf die große Baustelle, wo der Kölner Dom entstehen soll …

Die Geschichte des Kölner Doms aus einer anderen Perspektive

Andrea Schacht hat sich mit diesem Roman zur Aufgabe gemacht, den Leser auf eine Reise durch die Zeit mitzunehmen, hin zu einem fantastisch anmutenden Unternehmen, dem Bau des Kölner Doms. Dieses faszinierende Bauwerk gotischer Kunst schlägt noch heute viele Beobachter in seinen Bann und seine Entstehungsgeschichte ist in der Tat sehr interessant.
1248 mit dem Bau begonnen, erfährt der Dom über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Neuerungen an seinem Erscheinungsbild. Um 1540 herum wird der Dombau eingestellt, erst wegen mangelndem Interesse am Bau, später auch weil die finanziellen Mittel einfach nicht mehr reichen. 300 Jahre lang beherrschte der Kran auf dem unvollendeten Südturm des Doms das Stadtbild Kölns.

Durch die Französische Revolution und die darauf folgenden Koalitionskriege wurden viele Reliquien und Kirchenschätze aus den größeren Klöstern und Kirchen evakuiert und an anderen Orten versteckt. Diese wertvollen Transporte, auf denen neben Reliquien und sonstigen Wertgegenständen auch Bücher gerettet werden sollten, wurden nicht selten Opfer von Räubern und Wegelagerern. So kam es, dass auch die Originalen Baupläne für die Domfassade verschwanden.

Verloren und gefunden

Auf die verschwundenen Dombaupläne setzt Andrea Schacht das Hauptaugenmerk ihres aktuellen Romans. Die junge Antonia stolpert auf ihren Streifzügen durch die verschiedenen Orte, in denen der Tross Halt macht, in einer verlassenen Köhlerhütte über Teile von diesen Kirchenschätzen – natürlich ohne zu ahnen welch einen Fund sie hier gemacht hat. Das geht ihr erst sehr viel später auf, als sie durch Zufall einen blinden Mönch kennenlernt. Und noch ahnt sie nicht, dass es neben dieser Entdeckung noch weitere dunkle Geheimnisse in ihrem jungen Leben gibt.

Es gelingt Andrea Schacht immer wieder den gewonnenen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Zum Einen durch die vielen kleinen und großen Geheimnisse ihrer Protagonisten, zum Anderen auch durch die Vielzahl der Figuren, die diesen Roman beleben. In kurzen Kapiteln steht immer wieder eine andere Hauptfigur im Vordergrund, bis sich nach und nach alle ihren Platz in dieser raffiniert ausgearbeiteten Geschichte gesichert haben. Um nicht den Überblick zu verlieren, befindet sich im Anhang des Buches ein Glossar, in dem die wichtigsten Personen mit ihren Eigenschaften aufgeführt werden, was durchaus sehr hilfreich ist.

Jeder einzelne Charakter ist so vielschichtig in seiner Persönlichkeit und so natürlich in seinem Tun, dass man zu keiner Zeit die Handlungen der einzelnen Personen in Frage stellt. Nachvollziehbar und sympathisch beschreibt Andrea Schacht die Kölner Bürger, deren Schicksal und Leben mehr oder weniger direkt mit der halben Bauruine des großen gotischen Gotteshauses verwoben sind. Und sie alle haben ihren Anteil daran, dass letzten Endes das Werk vollbracht wird, das 1248 mit der Grundsteinlegung des Kölner Doms seinen Anfang nahm.

Ihre Meinung zu »Andrea Schacht: Kreuzblume«

Berthold Heil zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 22.02.2012
In der Tat, die Rechtschreibe-, Grammatik- und Druckfehler wären einem guten Lektorat nicht durchgeschlupft. Praktikanten sind halt billiger.
Mit gefällt der Schreibstil durchaus, ich bezweifele aber, das dessen Duktus einer sprachhistorischen Analyse standhalten würde.
Was die Freimaurer und deren Rituale betrifft: Fast getroffen ist auch daneben!
Yuina zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 29.07.2011
Ich habe mir einige der vorherigen Kommentare durchgelesen und entdeckte Aussagen wie: Ich hatte meine Probleme den Personen zu folgen, weil es so viele sind. Und so. Das mag sein, aber ich für meinen Teil kam gut damit zurecht und kam nicht einmal auf die Idee ins Register zu schauen.
Sehr empfehlenswert.
Michi zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 29.07.2011
Die meisten Bücher liest man einmal und dann nicht mehr, doch "Kreuzblume" habe ich vier mal gelesen und würde es jederzeit wieder tun, denn die Geschichte ist jedesmal wieder spannend. Es ist so schön geschrieben und es macht Spaß dem Handeln von Antonia und ihren Freunden und Begleidern zu folgen.
Purzelina zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 15.06.2010
Meiner Meinung nach ein atmosphärisch dichter und gut erzählter Roman über einen größeren Zeitraum, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Ist hier besser geglückt als bei den anderen Andrea-Schacht-Romanen außerhalb der Serien. Die Haupt-Figuren sind sympathisch.
Witzig sind die versteckten Anspielungen/Querverbindungen zu den Beginen-Romanen, viel Spass beim Entdecken!
Dani P. zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 28.03.2010
Ich fand diese Buch leider nicht so toll! Der Einband versprach Spannung und diese hab ich leider nicht wirklich gefunden. Mir war es zu langatmig und ausschweifend - habe mich zeitweise auch gelangweilt. Das bin ich von Andrea Schacht nicht gewohnt!! Aber es ist ja auch geschmacksache... manche Bücher leben von Atmosphäre und einige Leser lieben sowas. Ich eben nicht von daher kann ich das Buch jetzt nicht empfehlen.
Sabine zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 22.07.2009
Wie ich schon an anderer Stelle sagte, lese ich die Bücher von Andrea Schacht wirklich gern. Mir gefällt der augenzwinkernde Humor, ich mag die unverwechselbaren Personen und die immer wieder spannenden Entwicklungen.
Hier aber wurde alles ein bißchen viel. Zu viele Personen, zu viele Verwicklungen, zu viele wundersame Begebenheiten. Sehr märchenhaft und phantastisch, das Ganze. Klar habe ich es bis zum Schluss gelesen, aber so richtig toll fand ich es leider nicht.
MariaAmalia zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 20.07.2009
Auf dem Rückcover und im Klappentext dieses Buches wird eine fesselnde Geschichte um die verschwundenen Baupläne des Kölner Domes angekündigt, verbunden mit der Geschichte einer mutigen jungen Frau, die auf der Suche nach eben diesen Plänen in einen Strudel von Intrigen und Verbrechen gerät. Diese Angaben auf dem Rückcover des Buches sind wieder einmal ein Paradebeispiel dafür, dass man Inhaltsangaben und Klappentexte nicht so ernst nehmen sollte, weil sie mit der Geschichte an sich nicht viel gemein haben.

Die Erzählung ist überwiegend in unterschiedliche Handlungsstränge geteilt. Da gibt es die Geschichte der Antonia, das Kind einer Nonne, die als Trossbub bei einer Marketenderin aufwächst, die Geschichte des Falschspielers und Sträflings Cornelius, die des preußischen Offiziers David sowie die der Bürgerstochter Susanne - diese vier Personen sind damit die Hauptfiguren dieses Romans. Die Erzählstränge laufen lange Zeit nebeneinander her und der Leser wird ständig von einem Handlungsstrang in den nächsten geworfen. Dabei kreuzen sich diese Handlungsstränge im Einzelnen hier und da mal, treffen in der Mitte alle zusammen und laufen dann teilweise wieder auseinander. Den Titel "Kreuzblume" könnte man deshalb im übertragenen Sinne durchaus auch auf die verschiedenen Handlungsstränge dieses Romans beziehen. Wer diese Art Erzählstil nicht mag, wird mit diesem Buch so seine Probleme haben.

Historischer Hintergrund des Ganzen sind die napoleonischen Kriege. Die Autorin beschränkt sich hierbei jedoch nur auf wesentliche Fakten und geht nicht ins Detail. Die verschwundenen Baupläne des Kölner Doms spielen auch nur eine völlig untergeordnete Rolle und sind nur schmückendes Beiwerk. Die in der Inhaltsangabe angepriesene Suche nach eben diesen kommt immer nur dann ins Spiel, wenn die Handlung zu versanden droht oder ein neuer Erzählstrang gebraucht wird. Leider verrennt sich die Autorin in vielen überflüssigen Nebenhandlungen, die dem Gesamteindruck der Geschichte mehr schaden als nützen.

Die Charakterisierung der Hauptpersonen dieses Romans ist der Autorin - mit einigen Abstrichen - ganz gut gelungen, dagegen kommen die Nebencharaktere alle ziemlich stereotyp daher, was wohl auch darin begründet sein mag, dass es einfach viel zu viele Nebenhandlungen mit zu vielen Nebencharakteren gibt, um ihnen auch nur ansatzweise Tiefe zu verleihen. Das Personenregister im Anhang muss man schon öfters mal zu Rate ziehen, um den Überblick zu behalten.

Als historischen Roman würde ich dieses Buch nur bedingt einstufen, denn der historische Hintergrund ist hier nur Marginalie und damit beliebig austauschbar. Außerdem ist der Roman für die Zeit, in der die Handlung angelegt ist, in vielerlei Hinsicht auch viel zu modern, vor allem was Sprache und Lebenswandel der Hauptpersonen betrifft. Dadurch geht der Geschichte ein großer Teil an Authentizität verloren.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Andrea Schacht mit "Kreuzblume" zwar ein unterhaltsam erzählter, hier und da mit wunderbarem Humor gespickter Histotainment-Schmöker gelungen ist, von einem wirklich guten HISTORISCHEN Roman, der diese Bezeichnung auch verdient, ist er allerdings weit entfernt.
krystal zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 19.07.2009
Ein Buch wie man es von Andrea Schacht kennt,gut recherchiert,spannend und abwechselungsreich geschrieben. Es gibt einen guten Einblick in die damalige Zeit. Ich glaube es war eine spannende Zeit und wenn man dieses Buch liest fühlt man sich in die Zeit hinein versetzt.Vor allem die Schrecken von Napoleons Rußlandfeldzug werden in diesem Buch sehr deutlich dargestellt.Sehr empfehlenswert
M-L Bakhaus zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 28.02.2009
Mir hat das Buch gefallen. Zuerst hatte ich ein Problem die Beziehungen der einzelnen Personen nachzuvollziehen, aber im Laufe der Geschichte klappte es immer besser. Es ist ein Andrea Schacht Roman wie ich ihn mag, gut recherchiert, spannend erzählt. Frau Schacht mag ihre Figuren und das spürt man auf jeder Seite.
Phely zu »Andrea Schacht: Kreuzblume« 28.01.2009
Der Roman „Kreuzblume“ ist nicht schlecht, aber nicht sonderlich spannend. Der Spannungsbogen ist nicht gelungen und dadurch wirkt die Geschichte langweilig, denn Antonia, ihre Familie und Freunde leben einfach so vor sich hin und es passiert nichts Aufregendes. Man erwartet im Laufe des Lesens viel mehr und wird dann enttäuscht. Irgendwann habe ich aufgegeben auf Spannung zu hoffen! Außerdem sind mir viele Rechtschreib- und Grammatikfehler aufgefallen. Zuerst haben sie mir nichts ausgemacht (kann ja mal passieren), doch je mehr es wurden desto mehr habe ich mich geärgert, denn es passt zu meinem Gesamteindruck des Romans – Gut gemeint und gedacht, aber sehr schlecht umgesetzt!
Mein Fazit: Nie wieder ein Roman von Andrea Schacht!!!

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